Mädchen-Mord von Wiener Neustadt: 15 Jahre Haft für Yazan A. aus Syrien – Ex-Freundin Manuela K. (16) erdrosselt

Epoch Times8. Oktober 2019 Aktualisiert: 8. Oktober 2019 17:03
Ein Prozess erschüttert Wiener Neustadt, wie schon die Tat zuvor, der Mord an der 16-jährigen Manuela im Januar.

„Du hast mir mein Kind genommen!“, schrie die Mutter der ermordeten 16-Jährigen dem Angeklagten Yazan A. (20) mit tränenüberströmtem Gesicht beim Hereinführen in den Gerichtssaal entgegen. Am 13. Januar 2019 fand man Manuela im Anton-Wodica-Park im niederösterreichischen Wiener Neustadt, ermordet und unter einem Haufen Laub versteckt. Der Prozess fand öffentlich statt. Zuvor hatte das Gericht einen Ausschluss der Öffentlichkeit wegen der grausamen Details der Tat geprüft und anders entschieden.

Nach dem Mord hatten rund 700 Menschen an einem Protest- und Trauermarsch für das Mädchen teilgenommen. Laut „Kurier“ richtete sich das Entsetzen und der Ärger vor allem gegen die herrschende Gesetzeslage und die Ohnmacht der Politik, da der Täter vor dem Mord schon mehrfach wegen gewalttätigen Übergriffen, sexueller Belästigung, Körperverletzung und anderen Delikten angezeigt und auch verurteilt wurde. Doch eine Abschiebung gelang nicht. Das Verfahren scheiterte.

Dass bei einer Asylaberkennung im Vorjahr die Tat womöglich verhindert hätte werden können, macht mich traurig und wütend zugleich.“

(Bürgermeister Klaus Schneeberger, Wiener Neustadt, ÖVP)

Tatverlauf

Der Syrer soll nach Auffassung von Anklage und Gericht dem Mädchen vor ihrem Zuhause aufgelauert haben, als es von einer Lokaltour mit Freunden nach Hause kam. Er überwältigte seine Ex-Freundin, brachte sie zu Boden und schlang der auf dem Bauch liegenden Jugendlichen seinen Gürtel um den Hals. Im Todeskampf atmete sie die Erde vom Boden vor ihrem Gesicht ein, so der Gerichtsmediziner, der von einer mehrminütigen, massiven Gewalteinwirkung gegen den Hals des Mädchens sprach: Einblutungen und Quetschungen der tiefen Halsmuskeln, Brüche des Ringknorpels, des Kehlkopfgerüstes und des Zungenbeinhorns sowie eine hochgradige Quetschung, Schwellung und Einblutung im Bereich der Kehlkopfweichteile waren die direkten Folgen. Die 16-Jährige erstickte schließlich durch Atem- und Hirnlähmung, wie die „Krone“ berichtet. Sogar das Muster des Stoffes des Gürtels prägte sich in den Hals des Mädchens ein. Dann zerrte der Syrer das tote Mädchen ins Gebüsch und schändete die 16-Jährige laut Anklage noch. Man fand seine Spermaspuren auf dem Oberkörper der 16-Jährigen.

Anschließend warf er seine blutverschmierte Jeans samt Gürtel in einen Mülleimer im Park und ging zu einem Freund duschen. Er verlangte von ihm auch Kleidung, da er von Tschetschenen überfallen worden zu sein vorgab. Danach fuhr er nach Wien.

15 Jahre Haft und Berufung

Das Urteil am Landesgericht Wiener Neustadt am vergangenen Donnerstag war eindeutig und einstimmig: Höchststrafe! „Von Reue gab es keine Spur“, so der Richter. Weil Yazan A. zum Tatzeitpunkt erst 19 Jahre alt gewesen sein soll, wurde das Jugendstrafrecht angewandt.Das Gericht hielt die Höchststrafe von 15 Jahren Haft wegen Mordes, Störung der Totenruhe, Körperverletzung und sexueller Belästigung für angebracht.

Schon im Prozess bescheinigte ein psychiatrischer Gutachter dem Asylbewerber eine „kombinierte Persönlichkeitsentwicklungsstörung mit emotional instabilen, narzisstischen und dissozialen Anteilen“. Er sei hoch aggressiv und neige zu Gewalt- und Wutausbrüchen. Der Sachverständige empfahl die Unterbringung in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher. Die Staatsanwaltschaft folgte dem und beantragte die Einweisung. Im Gerichtsurteil wurde dies dann auch mit umgesetzt. Zudem soll die Opferfamilie 40.000 Euro Schmerzensgeld erhalten.

Die Verteidigung legte gegen das Urteil Berufung ein.

Ein emotionaler Prozess

Am zweiten von drei Prozesstagen sagte die Mutter des Mädchens aus. Mit tränenerstickter Stimme berichtete die 41-Jährige laut „Krone“ von der von Eifersucht und Verboten überschatteten Beziehung ihrer Tochter mit dem syrischen Asylbewerber, der sogar ihren Kleidungsstil kontrollierte. Die Freundin der Mutter erzählte, dass der Syrer das Mädchen im Sommer 2018 auch geschlagen und sexuell belästigt habe. Es kam zur Trennung. Laut Staatsanwältin war es für das Mädchen „die erste Beziehung, sie wollte ein freundschaftliches Verhältnis aufrechterhalten.“

Aber das hat er anscheinend nicht akzeptieren können. Er war immer da, er hat sie nicht in Ruhe gelassen“, so die 36-Jährige. Andere Zeugen bestätigten dies und auch die Angst der 16-Jährigen vor Yazan A. Es wurde sogar ein polizeiliches Annäherungsverbot gegen ihn verhängt. Doch daran habe er sich nicht gehalten. Immer wieder nahm Yazan A. Kontakt zu dem Mädchen auf. Er wollte sich mit ihr treffen. Manchmal habe die 16-Jährige dem nachgegeben. Doch nach Angaben der Mutter vor Gericht habe ihre Tochter Angst vor dem jungen Syrer gehabt.

Ein gefährliches Treffen

Weil der 20-Jährige noch ein freizügiges Foto von dem Mädchen besaß, wollte die 16-Jährige die Löschung des Fotos von ihm fordern. Sie hatte Angst, dass er es ins Internet stellen würde. An ihrem letzten Abend ging sie in Begleitung ihres Stiefbruders und ihres Großcousins zu dem Asylbewerber.

Bei dem Treffen am Samstag, 12. Januar 2019, soll es dann zu einer Messer-Attacke des Syrers auf den Stiefbruder gekommen. Manuelas Großcousin habe den Angriff abgewehrt. Offenbar erst im Nachhinein wurde sich der Angegriffene des Ernstes der Lage bewusst. „Ich hab das zunächst gar nicht so mitbekommen, aber nachher hab ich mir gedacht: ‚Das war jetzt schön knapp'“, so der Stiefbruder vor Gericht.

An diesem Abend war das Mädchen noch mit Freunden auf einer Lokaltour in Wiener Neustadt. Dabei sprach sie auch mit einem anderen Mann, was Ex-Freund Yazan sah. Es gefiel ihm nicht, weil sie mit ihm nicht sprach: „Da beschloss er, dass es eine Art von Rache geben müsse“, schilderte die Staatsanwältin den Verlauf laut Anklage.

Verzweifelte Suche und Leichenfund

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Als die Mutter in der Nacht erwacht und das leere Bett ihrer Tochter sieht, macht sie sich große Sorgen. Sie wollten doch am Sonntag ins Skifahren gehen. Warum war Manuela noch nicht nach Hause gekommen? Die Mutter hatte einen Verdacht, rief sofort bei Yazan an:

‚Wo ist mein Kind, wo ist meine Kleine?‘, hab ich gefragt. Er hat gesagt, er ist in Wien, er weiß es nicht. Ich hab gesagt: ‚Du weißt, wo sie ist‘, weil er ihr immer nachgefolgt ist. Ich hab gesagt, ich ruf jetzt die Polizei. Da meinte er: ‚Ja, mach halt.‘ Da hab ich es schon gewusst.“

(Manuelas Mutter, 41)

Die Familie und Freunde machten sich auf die Suche nach dem Mädchen. Man fand sie.

Vor Gericht schilderte die Freundin der Mutter jenen grausigen Moment unter Tränen vor Gericht. Ihre Kinder hätten Schleifspuren entdeckt, dann die Schuhe der 16-Jährigen. Die Freundin sieht einen Laubhaufen und findet darunter das getötete Mädchen.

Ich hab die Kinder weggeschickt und den Notruf getätigt. Ich hab in den Hörer geschrien: ,Da liegt das Madl!'“

(Freundin der Mutter, 36)

Dann musste sie ihrer Freundin Bescheid sagen, was das Schlimmste für sie gewesen sei:

Ich hab sie angerufen. Sie wollte wissen: ‚Was ist mit der Kleinen?‘ Ich hab gesagt, bitte komm, ich kann es dir nicht sagen.“

(Freundin der Mutter, 36)

Realitätsverlust? Syrer sprach von heimlicher Liebe

Mit der Beendigung der Beziehung konnte Yazan A. laut Zeugenaussagen nicht umgehen. Doch seine Geschichte zum Ablauf des „Unfalls“ ist haarsträubend. Sie seien „hinter dem Rücken der Familie“ ein Paar gewesen und die 16-Jährige hätte ihre Abweisungen „nur gespielt“. Sie hätten sich in jener Nacht im Januar im Park verabredet, Sex inklusive. Er habe sie dann eifersüchtig machen wollen und ihr gesagt, dass er schon mit einer anderen da gewesen sei.

Das Mädchen habe dann von der Bank aufstehen wollen und sei runtergefallen, sei mit dem Kehlkopf gegen die Bank gestoßen. „Sie hat so komisch geschaut. Nichts gesagt.“ Weil er betrunken war und unter Drogen stand, habe er Panik bekommen und sie versteckt.

Der psychiatrische Gutachter nannte dies eine Täter-Opfer-Umkehr und dass der Syrer die Tat als Unfall „verniedlichen“ wolle.  Am Ende hatte dem 20-Jährigen dies alles nichts genützt, wie das einstimmige Urteil des Gerichts bestätigte. (sm)