Massenschlägerei mit Messern und Hämmern: Wird Riemer See zum neuen Zentrum der „Eventszene“?

Von 9. Juli 2020 Aktualisiert: 9. Juli 2020 9:35
Am Samstagnachmittag hat eine Massenschlägerei am Riemer See in München für einen Polizeieinsatz mit 20 Streifen gesorgt. Die Beteiligten hätten auch Messer und Hämmer eingesetzt. Mehrere Gewalttaten wecken in München Angst vor einem möglichen Stuttgart 2.0.

Eine Massenschlägerei hat am Riemer See in München am Samstagnachmittag für einen umfangreichen Polizeieinsatz gesehen. Wie die Münchner Tageszeitung tz schreibt, musste die Polizei mit 20 Streifen anrücken, nachdem gegen 16.30 mehrere Personen aufeinander losgegangen waren.

Dabei sollen auch Messer und Hämmer zum Einsatz gekommen sein. Wie die tz weiter berichtet, sei die Sache glimpflich ausgegangen und nur eine Person als verletzt ins Krankenhaus gebracht worden. Passanten hatten zuvor die Einsatzkräfte der Exekutive verständigt.

Beteiligte an Massenschlägerei zwischen 14 und 18 Jahre alt

Die Polizei nahm zehn mutmaßlich an der Auseinandersetzung Beteiligte fest. Alle hatten ihren Wohnsitz in der Stadt und waren zwischen 14 und 18 Jahre alt. Den Beamten des Kommissariats 23 gelang es, die Lage zu beruhigen. Nun wird in mehreren Fällen wegen Körperverletzungsdelikten ermittelt.

Bereits im Juni war es, wie die tz vor einigen Tagen ebenfalls berichtete, in Hadern zu einem brutalen Angriff mehrerer Personen auf einen 26-Jährigen gekommen, der mit einem Bekannten unterwegs war. Die Polizei ermittelt wegen eines versuchten Tötungsdelikts. Am vergangenen Mittwoch wurde auf dem Prinzregentenplatz ein 36-Jähriger von einer Gruppe verprügelt, nachdem er einen Streit schlichten wollte.

Erst im Zuge der Bundesgartenschau (BUGA) 2005 ist der Riemer See in der Nähe des dortigen Messegeländes in München angelegt worden. Mit einem Park und großen Wiesenflächen wurde er zu einem beliebten Ausflugsziel, auch wenn es mehrere tödliche Badeunfälle entlang steiler Stellen des Ufers gab.

Zuletzt häufiger Klagen wegen „Partygästen“ am Riemer See

Klagen gab sonst bislang eher auf Faktoren wie fehlende Parkplätze, Hundeverbot, unregelmäßig geöffnete Kioske und in den vergangenen Jahren zunehmend auch auf Müll bezogen, der von Partygästen hinterlassen worden sei.

Die nunmehrige Gewalteskalation und die weiteren Gewaltakte der vergangenen Wochen wecken in München vielerorts Angst vor möglichen Szenen wie in der Nacht vom 20. auf den 21. Juli in Stuttgart. Dort wurden Polizeibeamte angegriffen und eine Reihe von Einkaufsläden in der Innenstadt beschädigt oder geplündert. Die Polizei schrieb die Verantwortung dafür Personen aus der „Eventszene“ zu.

Schmidbauer: „Bayerns Polizei gegen Krawallmacher gut aufgestellt“

Bayerns Landespolizeipräsident Wilhelm Schmidbauer erklärte gegenüber der „Bild“, Entwicklungen wie in Stuttgart seien auch in Bayerns Landeshauptstadt möglich:

„Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es einige gibt, die das auch in München probieren wollen. In der gewaltbereiten Szene kann Stuttgart einen Vorbild-Charakter haben. Nach dem Motto: Wenn die das im Südwesten schaffen, dann vielleicht auch wir in München.“

Die bayerische Polizei sei aber, wie Schmidbauer ebenfalls betonte, „gegen Krawallmacher gut aufgestellt“.

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