Medien: Epstein-Vertraute Ghislaine Maxwell in den USA festgenommen

Epoch Times2. Juli 2020

Die frühere Vertraute des verstorbenen US-Sexhändlers Jeffrey Epstein, Ghislaine Maxwell, ist Medienberichten zufolge festgenommen worden. Maxwell sei im US-Ostküstenstaat New Hampshire von der Bundespolizei FBI gefasst worden und solle noch am Donnerstag einem Richter vorgeführt werden, berichteten mehrere US-Sender.

Die Britin ist die jüngste Tochter des verstorbenen Medien-Moguls Robert Maxwell. Sie kam 1991 nach New York, nachdem ihr Vater auf mysteriöse Weise ums Leben kam. Später wurde sie Epsteins Freundin. Ihr wird vorgeworfen, Mitwirkende in Epsteins Sexhandelsring gewesen zu sein.

Die Bundesanwaltschaft in Manhattan wirft Maxwell laut Anklageschrift vor, zwischen 1994 und 1997 Minderjährige im Alter von teilweise nur 14 Jahren für Epstein rekrutiert zu haben. Sie baute demnach Beziehungen zu den Mädchen auf, ging mit ihnen einkaufen und ins Kino. Später überzeugte sie die Mädchen, Epstein nackt zu massieren, woraufhin sie von dem Millionär missbraucht wurden.

„In manchen Fällen war Maxwell beim sexuellen Missbrauch eines minderjährigen Opfers anwesend und beteiligte sich“, heißt es in der Anklageschrift. Tatorte waren demnach Epsteins Anwesen in New York, Palm Beach im Bundesstaat Florida, Santa Fe im Bundesstaat New Mexico sowie Maxwells Haus in London. In der Anklageschrift werden drei Opfer aufgeführt, aber nicht namentlich genannt.

Formal wurden sechs Anklagepunkte gegen Maxwell erhoben. Dabei geht es um „Verführung“ Minderjähriger zu Reisen für „illegale sexuelle Aktivitäten“ und den Transport Minderjähriger für eine „kriminelle sexuelle Handlung“. Die Staatsanwaltschaft wirft Maxwell zudem vor, 2016 zweimal unter Eid gelogen zu haben. Bei einer Verurteilung droht Maxwell lebenslange Haft.

Epstein soll jahrelang minderjährige Mädchen und junge Frauen sexuell missbraucht und zur Prostitution angestiftet haben. Der Investmentbanker wurde im Juli 2019 festgenommen und im August tot in seiner Gefängniszelle in Manhattan gefunden. Nach Angaben des US-Justizministeriums nahm der 66-Jährige sich das Leben.

Ermittlungen laufen weiter

Der Fall hat auch nach Epsteins Tod für viele Schlagzeilen gesorgt. Im Fokus der Ermittler steht unter anderem der britische Prinz Andrew. Dem mit Maxwell und Epstein befreundeten Prinzen wird vorgeworfen, 2001 Sex mit einer damals 17-Jährigen gehabt zu haben, die von Epstein dazu gezwungen worden sein soll. Der 60-jährige Royal bestreitet die Vorwürfe.

Zwischen ihm und der Bundesanwaltschaft in Manhattan tobt ein heftiger Streit: Die US-Justiz bezeichnet den Prinzen als unkooperativ, während dessen Anwälte erklären, er habe wiederholt seine Unterstützung angeboten. Am Donnerstag betonte die Staatsanwaltschaft, sie würde eine Aussage des Prinzen „begrüßen“. (afp/nmc/sua)



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