Mordfall Walter Lübcke: Tatverdächtiger wurde wieder entlassen

Epoch Times8. Juni 2019 Aktualisiert: 9. Juni 2019 11:24
Im Fall des getöteten Kasseler Regierungspräsidenten, Walter Lübke, nahm die Polizei einen Tatverdächtigen fest. Er wurde befragt - und anschließend wieder entlassen.

+++ Update +++

Sonntag, 7:00 Uhr: Tatverdächtiger wurde wieder entlassen

Der im Fall Walter Lübcke in Gewahrsam genommene Mann ist wieder entlassen worden. „Er wurde befragt und konnte danach gehen“, sagte ein Polizeisprecher. Mehr Details gab er nicht bekannt.

Es habe nach eingehender Befragung „keine Anhaltspunkte für eine Tatbeteiligung“ gegeben, sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag.

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ hatte berichtet, es handele sich um einen jüngeren Mann, der in privater Beziehung zu dem getöteten Kasseler Regierungspräsidenten gestanden haben solle.

Bis Samstagmittag waren 160 Hinweise aus der Bevölkerung zu den möglichen Umständen des Todes von Lübcke eingegangen, wie die Staatsanwaltschaft Kassel und die eingerichtete Sonderkommission der Polizei mitteilten. Bis Donnerstag waren es 80 Hinweise – kurz zuvor hatte das ZDF in „Aktenzeichen XY… ungelöst“ einen Zeugenaufruf ausgestrahlt. Staatsanwaltschaft und Polizei hatten die Bevölkerung am Samstag weiter um Mithilfe gebeten.

Samstag, 19:30 Uhr: Man ist sich sicher, den Täter zu haben

„Aus Ermittlerkreisen war zu hören, man sei sich sicher, den Täter identifiziert zu haben“, schreibt die „F.A.Z.“ und berichtet aus Ermittlerkreisen, dass man durch private Daten, u. a. auch Handydaten des getöteten Regierungspräsidenten Lübcke auf die Spur des Täters gekommen sei.

Am Samstagnachmittag, knapp eine Woche nach dem Tod des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU, hat die Polizei einen Verdächtigen aus dem privaten Umfeld des Politikers festgenommen. Schon in den vergangenen Tagen hätte sich abgezeichnet, dass der Täter möglicherweise im persönlichen Umfeld des Opfers zu finden sein könnte.

Offenbar habe es aber auch andere Anhaltspunkte gegeben, die die Ermittler veranlassten, den Mann unter dringendem Tatverdacht festzunehmen.

Ein politisches Motiv sei dennoch nicht ausgeschlossen worden, berichtet die Zeitung weiter. Lübcke sei in der Vergangenheit mehrfach von Rechtsextremisten bedroht worden. Die Polizei hätte aber schon früh deutlich gemacht, dass es bisher keine Hinweise darauf gebe, dass die Tat einen rechtsextremistischen Hintergrund haben könnte.

Aus Ermittlerkreisen sei schon am Dienstag zu hören gewesen, man konzentriere sich verstärkt auf das Privatleben des Politikers, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“.

Lübcke war in der Nacht zum Sonntag gegen 0.30 Uhr auf der Terrasse seines Wohnhauses in Wolfhagen-Istha bei Kassel mit einer Schussverletzung am Kopf entdeckt worden. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos.

Der Schuss war den Ermittlungen zufolge aus nächster Nähe abgegeben worden. (dpa/sm)

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