Nahe Koblenz: Zwei Tatversionen von Macheten-Attacke bei Grillhütte – 21-Jährigem Hand abgehackt

Epoch Times10. August 2020 Aktualisiert: 10. August 2020 18:53

Ochtendung, 20 Kilometer westlich von Koblenz: Weil er einem 21-Jährigen in Rheinland-Pfalz mit einer Machete die linke Hand abgetrennt haben soll, ermittelt die Staatsanwaltschaft Koblenz gegen einen 22-Jährigen. Der jüngere Mann wurde bei dem Angriff schwer verletzt, befindet sich aber nicht mehr in Lebensgefahr, wie die Behörde am Montag mitteilte. Die Ermittler schließen in dem Fall Notwehr nicht aus.

Der Polizeiinspektion Mayen wurde am 08.08.2020, gg. 22.21 Uhr eine Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen an der Grillhütte in Ochtendung gemeldet, bei welcher es zu Schussabgaben und dem Einsatz einer Hiebwaffe gekommen sei.“

(Polizeipräsidium Koblenz)

Der 22-Jährige soll seinem Kontrahenten am späten Samstagabend nahe einer Grillhütte in Ochtendung mit der Machete die Hand abgeschlagen und ihn am Kopf verletzt haben. Nach Angaben der Ermittler gestand er die Tat.

Täterversion: Angriff mit (Schreck)Schusswaffe

Laut eigener Aussage habe er sich in seiner Gartenlaube aufgehalten und mit der Machete Feuerholz gehackt. Dabei habe er bemerkt, dass ein Auto auf einem Waldweg in der Nähe einen Unfall gehabt habe. Er sei mit dem Messer zu dem Wagen gegangen, um zu helfen. Der Fahrer habe jedoch plötzlich eine Waffe aus dem Handschuhfach genommen und mehrmals auf ihn geschossen. Daraufhin habe der 22-Jährige dem Mann mit der Machete die Hand abgeschlagen.

Kurze Zeit später sei ein anderes Auto aus Richtung der Grillhütte gekommen, aus dem zwei Männer ausgestiegen seien, die dem 22-Jährigen mehrfach ins Gesicht geschlagen hätten. Er wurde ebenfalls verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. Erste Ermittlungen ergaben, dass die Waffe eine Schreckschusswaffe war.

Eine etwas andere Version

Rund 25 junge Leute aus dem Nachbarort Mendig hätten die Hütte im Nettetal für eine Geburtstagsfeier angemietet. In der Nacht seien dann die Eltern gekommen und mussten sich um die geschockten Jugendlichen kümmern, schreibt der „WochenSpiegel“ dazu.

Wie Blick-Aktuell im Gespräch mit dem Ochtendunger Bürgermeister Lothar Kalter (SPD) erfuhr, sei so etwas in dieser Form hier noch nie vorgekommen. Laut dem Bericht habe der Bürgermeister gesagt, dass es keine Anzeichen dafür gebe, dass der Täter aus der Gegend stammt. Die Version eines interviewten Augenzeugen wich in wichtigen Details von der Täterversion ab und brachte zwei weitere, auf Täterseite agierende Personen ins Spiel.

Der Beschuldigte wurde festgenommen, kam am Sonntagmittag jedoch wieder frei. Aufgrund erster Ermittlungsergebnisse könne eine Notwehrlage nicht ausgeschlossen werden, hieß es zur Begründung. Die Ermittlungen dauern an. (afp/sm)

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