Oppenau: Mann, der Polizisten entwaffnete, trotz Großfahndung immer noch auf der Flucht – Polizei bittet um Hinweise

Von 12. Juli 2020 Aktualisiert: 13. Juli 2020 7:22
Den ganzen Sonntag suchten Polizeikräfte in und um Oppenau im Schwarzwald nach einem bewaffneten Mann in Tarnkleidung, der vier Polizisten entwaffnete und mit ihren Waffen in den Wald flüchtete. Trotz starkem Personaleinsatz, dem Einsatz eines SEK-Spezialkräfteteam und drei Polizeihubschraubern mit Wärmebildkameras, konnte der Geflüchtete nicht gefasst werden.

Nach der bisher erfolglosen Großfahndung in Oppenau mit dutzenden Einsatzkräften wendet sich die Polizei jetzt an die Öffentlichkeit. Sie sucht den 31-jährige Yves Rausch. Der Mann trug zuletzt Tarnmuster und ist mit hoher Wahrscheinlichkeit bewaffnet, heißt es seitens der Polizei.

Er ist demnach etwa 1,70 Meter groß, schlank und, entgegen des Fahndungsfotos, ein Brillenträger. Er soll zudem einen Kinnbart und eine Teilglatze haben.

Der Verdächtige soll ohne festen Wohnsitz sein und sich möglicherweise im Waldgebiet rund um Oppenau aufhalten.

Polizei bittet um Hinweise aus der Bevölkerung

Die Polizei bittet um Hinweise aus der Bevölkerung zum derzeitigen Aufenthalt des 31-Jährigen.

Zuvor soll der 31-Jährige am Sonntagvormittag in Oppenau Polizisten bedroht und ihnen die Waffen abgenommen haben.

Danach flüchtete er in den Wald. Trotz starkem Personaleinsatz, dem Einsatz eines SEK-Spezialkräfteteam und drei Polizeihubschraubern mit Wärmebildkameras, konnte der Geflüchtete nicht gefasst werden.

Die Polizei sperrte vor Ort Straßen und forderte die Menschen rund um Oppenau auf, zu Hause zu bleiben. Die Polizei könne nicht genau beurteilen, welche Gefahr von dem Mann ausgehe, hieß es.

Bewaffnet mit Pfeil und Bogen – Polizisten wurden entwaffnet

Den Beamten des Polizeireviers Achern/Oberkirch wurde heute Vormittag ein verdächtiger Mann gemeldet, der sich an einer Hütte im Bereich Oppenau aufhalten würde. Der mit Tarnmustern bekleidete Mann soll hierbei unter anderem Pfeile und einen Bogen mit sich geführt haben.

Er wurde dann von vier Polizisten gegen 9.30 Uhr in der Hütte angetroffen und kontrolliert. Zunächst sei der Mann kooperativ gewesen, plötzlich und unvermittelt habe er dann eine Pistole gezogen und auf die Beamten gerichtet, erklärte ein Polizeisprecher auf Nachfrage von „baden online“. Die Polizisten seien von dem Manöver überrumpelt gewesen und hätten keine Chance gehabt, auf die gefährliche Situation zu reagieren, heißt es dort weiter.

Der 31-Jährige forderte die Beamten auf, ihre Dienstwaffen abzulegen, was diese taten. Er steckte alle vier Waffen ein und flüchtete in den Wald. Nun gehen die Ermittler davon aus, dass der Geflüchtete die Waffen immer noch bei sich führt. Verletzt soll niemand worden sein. Bei der Kontrolle des Verdächtigen zuvor wurde auch ein Messer entdeckt. Dann flüchtete der Mann in den Wald.

Der deutsche Staatsangehörige ist laut Angaben der Polizei ohne festen Wohnsitz

Laut der Mittelbadischen Presse soll der Gesuchte in einem Oppenauer Waldstück leben. Der deutsche Staatsangehörige ist laut Angaben der Polizei ohne festen Wohnsitz und sei in der Vergangenheit bereits mehrfach polizeilich in Erscheinung getreten – unter anderem wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz. Verbindungen in die Reichsbürgerszene seien der Polizei nicht bekannt. Die Suche läuft weiter, und kann, da das Gebiet sehr weitläufig sei, bis in die Nacht hinein andauern. Die Ermittler vermuten, dass der Gesuchte zu Fuß unterwegs ist. Es wird gebeten, rund um die B28 keine Anhalter mitzunehmen. Die Stadt wurde vorsorglich abgesperrt.

Mit Material von dpa.

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