Missbrauchskomplex in Bergisch GladbachFoto: Federico Gambarini/dpa/dpa

Prozessauftakt: Soldat missbrauchte eigene Kinder und Nichte in 33 Fällen

Epoch Times12. Mai 2020
Die Ermittlungen in Bergisch Gladbach haben sich zu einem bundesweiten Missbrauchsfall ausgeweitet. Jetzt steht ein 26-Jähriger vor Gericht. Er soll sich 33 Mal an Kindern vergangen haben.

Im Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach beginnt an diesem Dienstag im niederrheinischen Moers der Prozess gegen einen 26 Jahre alten Soldaten. Er soll kleine Kinder in insgesamt 33 Fällen missbraucht haben, teilweise schwer und zwei Mal zusammen mit einem Chat-Partner.

Der Chat-Partner ist in einem anderen Verfahren angeklagt. Der Prozess gegen den Bundeswehrsoldaten findet vor der auswärtigen Strafkammer des Landgerichts Kleve in Moers statt. Es sind vier Verhandlungstage bis zum 26. Mai angesetzt. Es ist in Nordrhein-Westfalen der zweite Prozess zu dem Fall.

Opfer des Soldaten, der mit seiner Familie im niederrheinischen Kamp-Lintfort lebte, waren laut Anklage vor allem der kleine Stiefsohn und die leibliche Tochter. Der Mann soll überwiegend die Wochenenden genutzt haben, wenn seine Frau arbeitete. Zu den Opfern sollen auch seine kleine Nichte und die Tochter des Chat-Partners aus Bergisch Gladbach gehören.

Soldat macht Selbstanzeige

Die Nichte soll der Angeklagte nach früheren Angaben noch nach seiner Selbstanzeige im Juni letzten Jahres missbraucht haben. Verhaftet wurde der Mann erst im Oktober, als die Ermittler im Zusammenhang mit dem Kinderpornografie-Netzwerk auf ihn stießen. Daneben soll der 26-Jährige in drei Fällen Videos und Bilder von den Taten hergestellt haben.

Die Ermittlungen zu einem bundesweiten Kinderpornografie-Tauschring hatten in Bergisch Gladbach bei Köln begonnen und erstrecken sich mittlerweile auf sämtliche Bundesländer. Allein in NRW gibt es über 20 Verdächtige. Nach Angaben der Ermittler sind noch längst nicht alle Daten ausgewertet.

Ende April hatte ein erster Prozess in Mönchengladbach begonnen. Zwei 39 Jahre alte Männer sind dort unter anderem wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in 79 Fällen angeklagt. Zwischen 2015 und 2019 sollen die beiden Deutschen aus Krefeld und Viersen am Niederrhein immer wieder zwei Mädchen vergewaltigt haben.

Mittlerweile hat die Staatsanwaltschaft am Landgericht Kleve Anklage gegen einen weiteren Beschuldigten erhoben. Der 61-Jährige lebte nach Angaben des Gerichts zuletzt in Xanten. Ihm wird zum Teil schwerer sexueller Missbrauch von Kindern in zehn Fällen vorgeworfen, darunter die eigene Tochter. (dpa)



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