Der Sprecher des französischen Staatssekretärs und Regierungssprechers Gabriel Attal nach der Kabinettssitzung im Präsidentenpalast Elysee am 23. September 2020 in Paris.Foto: GEOFFROY VAN DER HASSELT/AFP über Getty Images

Prügel wegen kurzer Röcke? Empörung in Frankreich nach Übergriffen in Straßburg und Mülhausen

Von 24. September 2020 Aktualisiert: 24. September 2020 17:26
Aufgeheizte Stimmung in Frankreich: Am Freitag sollen drei Männer im elsässischen Straßburg eine 22-jährige Frau überfallen und geschlagen haben, am Mittwoch soll es einen ähnlichen Übergriff in Mülhausen gegeben haben. Grund sei das Tragen kurzer Röcke gewesen.

Nach einem brutalen Übergriff auf eine 22 Jahre alte Studentin im elsässischen Straßburg haben sich Frankreichs Regierungssprecher Gabriel Attal und die für „Bürgerschaftlichkeit“ verantwortliche Staatssekretärin im Innenministerium, Marlène Schiappa, veranlasst gesehen, mit Statements an die Öffentlichkeit zu treten.

Pöbelei und Schlag ins Gesicht

Der Vorfall hatte vor allem ob der Begründung, welche die mutmaßlichen Täter für ihr Handeln angegeben hätten, für Empörung in weiten Teilen der Bevölkerung gesorgt. Wie France Bleu berichtete, sollen am Freitag der Vorwoche (18.9.) drei Männer die Studentin in der Innenstadt erst angepöbelt haben. Danach haben sie dem Polizeibericht zufolge zwei von ihnen festgehalten, während der dritte ihr ins Gesicht schlug. Als Zeugen sollen 15 Personen die Tat beobachtet haben, eingegriffen habe jedoch niemand.

Das Opfer des Übergriffs erklärte gegenüber dem Sender, die Täter hätten zuvor Anstoß an ihrer Kleidung genommen. So sei sie als „Schlampe im Rock“ beschimpft worden, bevor die Männer handgreiflich geworden seien.

Derselbe Sender berichtet zudem, dass sich am gestrigen Mittwoch in Mülhausen (Mulhouse) ein ähnlicher Vorfall zugetragen haben soll. Demzufolge habe ein 18-Jähriger am Nachmittag in der Innenstadt zwei junge Frauen angegriffen.

Auslöser für Übergriff in Mülhausen ebenfalls kurzer Rock

Auch in diesem Fall soll der kurze Rock, den eine von ihnen getragen hatte, Stein des Anstoßes gewesen sein. Der mutmaßliche Täter, der keine Vorstrafen hatte und auf freiem Fuß angezeigt wurde, ohrfeigte erst die Minirockträgerin an einer Straßenbahnhaltestelle und schubste sie über den Bordstein auf die Gleise.

Ein Zug befand sich zu diesem Zeitpunkt nicht in der Nähe. Als die andere Frau versuchte, ihrer Begleiterin zu Hilfe zu kommen, soll der 18-Jährige diese zurückgestoßen und ihr mit seiner Hand an die Kehle gegriffen haben.

Die angegriffene junge Frau hat Anzeige erstattet. Sie erlitt bei dem Vorfall eine leichte Knieverletzung und ist für drei Tage krankgeschrieben.

Regierungssprecher Attal verurteilte die Gewalt und erklärte anlässlich des Vorfalls vom Freitag, in Frankreich müsse es jedem möglich sein, in der Kleidung auf die Straße gehen zu können, die sie oder er tragen wolle. Frauen dürften sich nicht wegen der Wahl ihrer Klamotten gefährdet fühlen, belästigt, bedroht oder angegriffen werden, so Attal.

Innenministerium greift durch: Straßburg erhält zusätzlichen Sozialarbeiter

Schiappa reiste am Mittwoch persönlich nach Straßburg, um dort mit Vertretern der Polizei und Präfektur über einen besseren Schutz für Frauen zu sprechen. Dabei betonte sie: „Der Rock ist nicht für den Angriff verantwortlich und die Frau noch weniger.“

Nun soll dem Bericht einer Lokalzeitung zufolge bis 2021 ein zusätzlicher Sozialarbeiter eingestellt werden, um „den Dialog zwischen Opfern geschlechtsspezifischer und sexueller Gewalt und der Polizei zu verbessern“.


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