Rebecca (15): Menschen durchsuchen verzweifelt Grünanlagen – Was ein Profiler dazu sagt

Von 2. März 2019 Aktualisiert: 4. März 2019 12:52
Wieder ist ein Mädchen verschwunden, eine 15-Jährige. Eine Leiche gibt es bisher ebenso wenig, wie einen Lebenshinweis. Die Polizei ist verzweifelt auf der Suche. Doch die heiße Spur fehlt. Wo ist Rebecca aus Berlin?

Aktuell sollen bei der Polizei mehr als 143 Hinweise aus der Bevölkerung zu dem Fall eingegangen sein, so ein Polizeisprecher nach Angaben von „NTV“. Diese werden derzeit ausgewertet. Eine heiße Spur ist offensichtlich nicht dabei. Jedoch deuten alle Indizien und Befürchtungen auf ein schreckliches Ende: „Es ist inzwischen davon auszugehen, dass Rebecca Opfer eines Tötungsdeliktes wurde“, sagte kürzlich ein Polizeisprecher.

Seit fast zwei Wochen wird Rebecca, das Mädchen mit den braunen, schulterlangen Haaren aus Berlin vermisst. Aktuell zum Zeitpunkt ihres Verschwindens hatte sie ihre Haare blondiert und kurz, mit einem Bob-Schnitt.

Zuletzt hatte sich die Jugendliche bei ihrer Schwester Jessica im Wohnhaus am Maurerweg aufgehalten. Doch am Montag, dem 18. Februar, kam die Zehntklässlerin nicht in der Walter-Gropius-Schule an der Fritz-Erler-Allee an. Am Morgen sei sie „definitiv zur Bushaltestelle gelaufen“, um zur Schule zu fahren, erklärte die Schwester. Seither ist Rebecca Reusch (15) spurlos verschwunden.

Menschen durchsuchen Grünanlagen

Die Suche nach dem vermissten Mädchen ging auch am Wochenende weiter. Die Polizei geht inzwischen von einem Tötungsdelikt aus. Der immer noch unter Verdacht stehende Schwager Florian R. verließ mittlerweile das Wohnhaus in Britz und fuhr mit einem Bekannten davon, schreibt die „Bild“.

Rebeccas Schwester Vivian (23) rief am Samstagabend über Instagram weiter die Bevölkerung um Mithilfe auf. Am Sonntagmorgen, gegen 9 Uhr, ging eine 15-köpfige Gruppe auf die Suche, mutmaßlich nach der Leiche des Mädchens. Sie Menschen waren zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs – ihr Ziel: hauptsächlich die Grünanlagen „von Alt-Buckow bis zur Schule und zur Stadtgrenze Ringslebenstraße“, hieß es in dem Online-Aufruf laut „Bild“. Mitten in dem Gebiet liegt auch der Ort, an dem die Polizisten am Mittwoch ein Kleidungsstück aus einem Kontainer zogen. Weitere Infos gibt es dazu nicht.

Profiler – Dem Verbrechen auf der Spur

Die „Bild“ sprach mit einem Kriminalexperten, einem Profiler, zum Fall der verschwundenen Rebecca aus Berlin.

Der ehemalige Kriminalbeamte und Mordkommissionsleiter Axel Petermann (66) wunderte sich über die späte Festnahme des verdächtigen Schwagers des Mädchens und die Durchsuchung der Wohnung.

Angenommen, Rebecca ist nicht mehr am Leben: Dann liegt die Lösung des Falls zunächst natürlich in der Spurensicherung an dem Ort, wo sie zuletzt defintiv gewesen ist. Und falls sie tatsächlich nicht mehr am Leben sein sollte, dann ist die Bewertung der Umstände, wie sie ums Leben kam, entscheidend.“

(Axel Petermann, Profiler)

Doch all das ist nicht bekannt: Rebecca ist nicht zu finden, einen möglichen Tatort kennt man nicht. Was passiert ist, bleibt ein Rätsel, auch für Profiler Petermann: Wenn der Hauptverdächtige schweige, vom Opfer jede Spur fehle, sei es für die Ermittler extrem schwer, zu Ergebnissen zu kommen.

Sie brauchen nun eine „Kombination mit Sachbeweisen zu einer ohne jeden Zweifel erhabenen Indizienkette“, so der Kriminalexperte.

Rätselhaftes Verschwinden

Der Vater des vermissten Mädchens sagte gegenüber der „Berliner Zeitung“, dass seine Tochter sehr zuverlässig sei und sich jedes Mal telefonisch melde, wenn sie sich verspäte:

Wir sind uns sicher, dass sie nicht weggelaufen ist.“

(Bernd Reusch, Rebeccas Vater)

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Die Zuverlässigkeit der Jugendlichen bestätigten auch deren Freundinnen gegenüber der „Bild“: „Rebecca ist keine Person, die einfach so abhauen würde.“

Einweiteres Detail deutet darauf hin, dass die 15-Jährige ungeplant verschwand. Nach Angaben des Vaters wollte sie am Tag ihres Verschwindens nach der Schule ihr Zimmer mit Fotos neu gestalten. Doch dazu kam es nicht mehr.

Wollte sich Rebecca mit jemandem treffen?

Rebeccas Schwager Florian R. (27), Koch in einem Hotel am Kurfürstendamm, war erst gegen 5.45 Uhr von einer Betriebsfeier nach Hause gekommen. Seine Frau Jessica, Rebeccas große Schwester, hatte sich gegen 7 Uhr auf den Weg zur Arbeit gemacht, ohne noch einmal nach dem im Wohnzimmer schlafenden Mädchen zu sehen.

Rebeccas Mutter versuchte sie gegen 7.15 Uhr telefonisch zu erreichen, vergeblich. Brigitte Reusch rief Schwager Florian gegen 8.30 Uhr an und bat ihn, nach Rebecca zu sehen, da diese um 9.50 Uhr in der Schule sein musste. Nach Angaben des 27-Jährigen gegenüber Ermittlern, soll sich die 15-Jährige zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr im Wohnzimmer befunden haben. Die Mutter versuchte es mit einer Whatsapp-Nachricht, die gegen 8.42 Uhr auf Rebeccas Handy zugestellt wurde. Doch das Mädchen las sie offenbar nicht mehr: „Hallo meine Süße, ich hoffe, du bist pünktlich zu Schule gekommen. Ich konnte dich gar nicht erreichen.“

Wie die Eltern und die beiden Schwestern des Mädchens aussagten, habe Rebecca keinen festen Freund gehabt. Jedoch habe sie ungewöhnlicherweise am Montag Morgen eine warme Fleece-Decke aus dem Wohnzimmer ihrer Schwester mit zur Schule genommen:

Wir vermuten, dass sie sich mit jemandem treffen wollte.“

(Bernd Reusch, 45)

Schwager verhaftet und wieder freigelassen

Auch im Zusammenhang mit dem inzwischen wieder freigelassenen verdächtigen Schwager des Mädchens, Florian R., gibt es offenbar mysteriöse Umstände. Der 27-Jährige steht weiterhin unter Tatverdacht, so der „Merkur“ nach Angaben der „Berliner Morgenpost“, die einer „geheimen Quelle“ zufolge erfahren haben will, dass mögliche Spuren eines Verbrechens in der Wohnung der Schwester gefunden worden seien. Die Staatsanwaltschaft deutete auf Totschlag, während der Haftrichter keinen dringenden Tatverdacht entdecken konnte und den Mann wieder frei ließ. Der Richter erließ jedoch die Auflage, dass er die Stadt nicht verlassen darf, sich regelmäßig melden muss.

Kleiderfund im Wohngebiet

Nach Angaben des „Münchner Merkur“ verlor sich die Spur des Mädchens in einem Wohngebiet. In einem Altkleider-Kontainer wurde ein Kleidungsstück sichergestellt. Aus ermittlungstaktischen Gründen gibt die Polizei keine Information heraus, ob es sich um Kleidung der 15-Jährigen handelt.

Wurde Rebecca ermordet?

Die Polizei befürchtet ein Verbrechen. Es sei „inzwischen davon auszugehen, dass Rebecca Opfer eines Tötungsdeliktes wurde“, so die Berliner Kriminalpolizei.

Am 28. Februar wurde der 27-jährige Schwager des Mädchens „aufgrund neuer Erkenntnisse, insbesondere derzeit nicht aufzuklärender Widersprüche zwischen seinen Angaben und den neusten Ermittlungsergebnissen“ festgenommen.

Der Ermittlungsrichter konnte einen dringenden Tatverdacht jedoch nicht feststellen und ordnete die Freilassung des Beschuldigten an.“

(Polizei Berlin)

Wie die „Berliner Morgenpost“ berichtet, wurden von der Polizei Angehörige, Lehrer, Nachbarn und Freunde des Mädchens befragt und der Schulweg, sowie die Wege von Rebeccas Zuhause zu Bekannten und Treffpunkten seien rekonstruiert worden. Auch mit Spürhunden sei nach der Jugendlichen gesucht worden.

Doch immer noch fehlt jede Spur von der 15-Jährigen.

Hinweise nimmt die Kriminalpolizei Berlin, Keithstraße 30 in 10787 Berlin unter Telefon 030 / 4664 – 911333 oder per E-Mail an [email protected] entgegen und fragt:

  • Wer hat Rebecca Reusch am Morgen des 18. Februar 2019 im Bereich zwischen Maurerweg und Fritz-Erler Allee gesehen?
  • Wer hat sie nach dem 18. Februar 2019 noch gesehen oder Kontakt zu ihr gehabt.

Hinweise unter: Telefon 030 / 4664 – 911333

Hier noch einmal die Personenbeschreibung:

Name: Rebecca Reusch
Alter:
15, augenscheinlich bis 18
Statur: 1,70 – 1,80 Meter, schlanke Gestalt
Aussehen: braunes, schulterlanges Haar
Bekleidung: rosa Plüschjacke, blaue Jeans (an den Knien aufgerissen), weißer Kapuzenpullover mit „RAP MONSTER“-Aufschrift, schwarz-weiße Schuhe der Marke „VANS“
Accessoires: große Handtasche in rosa und beige, roter Rucksack