Schock in Paris: Vier Polizisten erstochen – Angreifer kürzlich zum Islam konvertiert

Epoch Times3. Oktober 2019 Aktualisiert: 3. Oktober 2019 22:42
Bei einer Messerattacke in der Pariser Polizeipräfektur sind insgesamt fünf Menschen getötet worden - vier Polizisten und der Angreifer.

Fünf Tote im Polizei-Hauptquartier in Paris, Sicherheitskräfte unter Schock: Ein Verwaltungsangestellter der Polizei hat am Donnerstag in der französischen Hauptstadt vier Beamte erstochen, bevor ihn ein Polizist erschoss. Der 45-jährige Täter soll nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP vor 18 Monaten zum Islam konvertiert sein. Ob dies mit der Tat zusammenhängt, war vorerst unklar. Ermittler durchsuchten die Wohnung des Mannes nach Hinweisen auf das Motiv.

Anti-Terror-Ermittler wurden in dem Fall vorerst nicht eingeschaltet, wie der Pariser Staatsanwalt Rémy Heitz mitteilte. Er gebe aber einen „ständigen Kontakt“, die Lage werde geprüft. Eine offizielle Bestätigung für den Übertritt des Mannes zum Islam gab es zunächst nicht und auch keine Angaben zu einer möglichen Radikalisierung.

Der Täter hatte zur Mittagszeit mit einem Küchenmesser Kollegen im Polizei-Hauptquartier angegriffen. Der 45-Jährige verletzte eine Frau und drei Männer tödlich und wurde dann im Hof des Präsidiums von einem Beamten mit seiner Dienstwaffe erschossen. Der Täter verletzte mindestens einen weiteren Menschen lebensgefährlich.

Täter galt als behindert

Innenminister Christophe Castaner sagte am Tatort, der Mann habe „nie Verhaltensauffälligkeiten gezeigt“ und seinen Angriff auch nicht angekündigt. Der Täter stammte aus Fort-de-France, der Hauptstadt der französischen Karibikinsel Martinique. Er galt wegen seiner Schwerhörigkeit als behindert.

Schwer bewaffnete Sicherheitskräfte riegelten die Umgebung des Polizei-Hauptquartiers ab. Es liegt im Herzen der Stadt, in Laufweite der Pariser Kathedrale Notre-Dame auf der Seine-Insel Île de la Cité. Die Gegend ist bei Touristen sehr beliebt.

Der Täter war nach Angaben der Ermittler für Informatik zuständig. Er arbeitete bei der nachrichtendienstlichen Abteilung der Pariser Polizei (Direction du renseignement de la préfecture de police, DRPP), die unter anderem für den Kampf gegen Extremisten zuständig ist.

Die Ermittler gingen auch Hinweisen nach, wonach dem Angriff ein Konflikt mit Kollegen vorausging. Die Wohnung des Angreifers in dem Ort Gonesse nordöstlich von Paris wurde durchsucht und seine Frau in Polizeigewahrsam genommen.

„Ich habe einen Schuss gehört“

Ein Augenzeuge des Angriffs berichtete, unter den Polizisten sei Panik ausgebrochen. „Ich habe einen Schuss gehört“, sagte der Dolmetscher, der im Präsidium Dienst hatte. „Alle rannten, viele haben geweint.“

Loïc Travers von der Polizeigewerkschaft Alliance sagte französischen Fernsehsendern, der Täter habe mehr als 20 Jahre bei der Polizei gearbeitet. Er habe als „vorbildlicher Angestellter“ gegolten. Eine andere Gewerkschaft sprach von einem „menschlichen Drama“.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron besuchte den Tatort ebenso wie Regierungschef Edouard Philippe. Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo sprach im Kurzbotschaftendienst Twitter von einer „schrecklichen Attacke“.

Angriff nach „Wutmarsch“ der Polizei

Der Angriff ereignete sich einen Tag nach einem „Wutmarsch“ tausender Polizisten für bessere Arbeitsbedingungen. Die französische Polizei gilt wegen der Anschlagsserie ab 2015 und den „Gelbwesten“-Protesten als überlastet. Seit Jahresbeginn nahmen sich landesweit 50 Polizisten das Leben.

Die Pariser Polizei war in den vergangenen Jahren durch mehrere Skandale erschüttert worden. Im Februar wurden zwei Beamte wegen der Vergewaltigung einer Touristin in dem Hauptquartier zu jeweils sieben Jahren Haft verurteilt. Für Schlagzeilen sorgte auch der Fall eines Drogenfahnders, der Kokain gestohlen haben soll. (afp)


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion