Ein Gefängnis.Foto: iStock

Stiefvater wegen Mord an sechsjähriger Leonie erneut zu lebenslanger Haftstrafe verurteilt

Epoch Times25. Februar 2021 Aktualisiert: 25. Februar 2021 19:23

Im Prozess um den Tod der sechs Jahre alten Leonie aus Torgelow in Mecklenburg-Vorpommern hat das Landgericht Neubrandenburg den 29 Jahre alten Stiefvater erneut wegen Mordes durch Unterlassen zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

Er habe das Mädchen sterben lassen, um seine vorher begangenen Misshandlungen zu verbergen, urteilten die Richter am Donnerstag nach Angaben einer Gerichtssprecherin. Der Angeklagte wurde ebenfalls wegen der Misshandlung von Schutzbefohlenen verurteilt.

Der Stiefvater war bereits im Januar 2020 vom Landgericht wegen Mordes zur Verdeckung einer Straftat zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil des ersten Prozesses teilweise auf, weil die Begründung für die Mordmotive nicht ausreichend war, und ordnete eine neue Verhandlung an. Die Staatsanwaltschaft hatte ebenfalls eine lebenslange Gefängnisstrafe beantragt. Der Verteidiger hatte auf sechs Jahre Haft wegen Körperverletzung mit Todesfolge plädiert.

Gericht: Notarzt wurde erst alarmiert, als das Kind nicht mehr zu retten war

Nach den Erkenntnissen des Gerichts hat der Stiefvater das Mädchen im Januar 2019 derart misshandelt, dass es daran starb. Einen Notarzt alarmierte er erst, als das Kind nicht mehr zu retten war. Er soll auch den zwei Jahre alten Bruder Leonies misshandelt haben. Für das Gericht stand fest, dass der Angeklagte das Mädchen über einen längeren Zeitraum immer wieder mit Schlägen und Tritten malträtierte.

Bei der Obduktion des Kinds fanden Rechtsmediziner Spuren alter Verletzungen. Nach Auffassung einer Gutachterin starb Leonie letztlich durch eine Hirnblutung, die auf stumpfe Gewalt zurückzuführen war. Der Angeklagte hatte vor Gericht jegliche Misshandlung bestritten und angegeben, Leonie habe sich die Verletzungen bei einem Treppensturz zugezogen.

Leonies Mutter hatte nach Angaben eines Nebenklägers während des ersten Prozesses unter Ausschluss der Öffentlichkeit ihren Freund schwer belastet. Der Stiefvater habe an dem Tag, an dem Leonie starb, einen Notruf immer weiter hinausgezögert und ihr das Handy weggenommen und verhindert, dass sie einen Rettungswagen rief.

Mutter angeklagt, wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung durch Unterlassung

Die Mutter wurde inzwischen selbst wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung durch Unterlassung angeklagt. Allerdings entschied das Gericht noch nicht, ob und gegebenenfalls wann es zum Prozess kommt. (afp)


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion