Die Haftanstalt in Condé-sur-Sarthe.Foto: JEAN-FRANCOIS MONIER/AFP/Getty Images

Messer-Angriff in Frankreichs Hochsicherheitsgefängnis: Lebensgefährtin des Islamisten tot

Epoch Times5. März 2019
Ein revoltierender Häftling hat in der Haftanstalt in Condé-sur-Sarthe zwei Wachleute schwer verletzt und sich verschanzt. Am Abend nahmen Elitekräfte der Polizei den verletzten Mann gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin fest. Die Frau starb kurz darauf an ihren Verletzungen.

Ein gewalttätiger Islamist hat am Dienstag in einem Hochsicherheitsgefängnis in der Normandie zwei Wärter mit einem Messer schwer verletzt. Anschließend verschanzte der 27-jährige Häftling sich mit seiner Lebensgefährtin in einem Zimmer. Der Angriff fand in der Familienabteilung statt, in welcher der Häftling von seiner Frau besucht wurde.

Elite-Polizeitruppen konnten die beiden nach einigen Stunden überwältigen. Das bestätigte Frankreichs Innenminister Christophe Castaner bei Twitter. Die Pariser Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Terrorismus hat den Fall übernommen.

Wie die Nachrichtenagentur AFP aus Ermittlerkreisen erfuhr, wurden Michaël C. und seine Lebensgefährtin bei dem Polizeieinsatz durch Schüsse verletzt. Beide hätten Stichwaffen bei sich gehabt. Das bestätigte Frankreichs Innenminister Christophe Castaner bei Twitter. Bei dem Einsatz seien beide durch Schüsse verletzt worden, die Frau sei kurz darauf gestorben, hieß es aus Ermittlerkreisen.

C. hatte nach Angaben eines Gewerkschaftsvertreters am Dienstagmorgen unter „Allahu Akbar“-Rufen zwei Wachleute mit einem Messer schwer verletzt und sich dann mit seiner Lebensgefährtin in einem Zimmer verschanzt. Die französische Justizministerin Nicole Belloubet sagte, es gebe „keine Zweifel“, dass es sich bei dem Angriff um Terrorismus handele.

C. war 2010 zum Islam konvertiert und ist in dem Gefängnis als „radikalisierter“ Islamist eingestuft. Er war nach Angaben der Haftanstalt mit einem Keramikmesser auf die Wachleute losgegangen. Die Polizei untersuchte, ob seine Lebensgefährtin es ihm ins Gefängnis mitgebracht hat. Keramikmesser lösen bei gängigen Metalldetektoren keinen Alarm aus.

Im Laufe des Tages mehrten sich rund um das Gefängnis die Anzeichen, dass ein Polizeieinsatz bevorstand: In unmittelbarer Nähe des Gebäudes wurden zwei Militär- und ein Rettungshubschrauber in Position gebracht, Polizisten der Eliteeinheit Raid trafen ein. Am Abend kam es dann zum Zugriff. AFP-Reporter vor Ort berichteten, man habe mehrere Explosionen gehört.

Nach Angaben eines Gewerkschaftsvertreters wurde ein Wachmann schwer am Oberkörper verletzt, ein zweiter erlitt Schnittverletzungen im Gesicht und am Rücken. Der Tatort – ein Zimmer, in dem Häftlinge Besuch von ihren Familien bekommen dürfen – sei „ein Schlachtfeld“ gewesen: „Überall war Blut.“ Lebensgefahr besteht nach Angaben der Justizministerin aber nicht.

Michael C. verbüßt in Condé-sur-Sarthe eine 30-jährige Haftstrafe für Entführung mit Todesfolge, bewaffneten Raub und für die Unterstützung von Terrorismus. Gemeinsam mit einem Komplizen hatte er im Jahr 2015 einen Mann bei einem Raubüberfall in dessen Haus erwürgt.

Ein zweites Mal wurde er verurteilt, weil er seine Mithäftlinge dazu aufrief, den islamistischen Terroranschlag auf das Bataclan-Kulturzentrum in Paris zu wiederholen. Bei dem Anschlag im November 2015 starben 90 Menschen.

Die Haftanstalt in der Normandie gilt als eine der sichersten Frankreichs. Dennoch war C. laut Ministerin Belloubet nicht im zusätzlich gesicherten Trakt des Gefängnisses untergebracht, der vor wenigen Monaten gezielt für radikalisierte Insassen eingerichtet wurde.  (afp)



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