Polizeiabsperrung am Grünen Gewölbe in Dresden.Foto: Jens Schlueter/Getty Images

Touristen-Mord in Dresden: Polizeibekannter Islamist festgenommen – Generalstaatsanwalt übernimmt

Epoch Times5. Oktober 2020 Aktualisiert: 21. Oktober 2020 17:23
Der Polizei Sachsen gelang die Festnahme eines dringend Tatverdächtigen im Mordfall Dresdner Altstadt. Dort wurden zwei Touristen aus Köln und Krefeld am 4. Oktober niedergestochen. Ein 55-Jähriger verstarb. Der polizeibekannte Verdächtige war erst seit fünf Tagen wieder auf freiem Fuß.

Die Ermittlungen zu einem Messermord in der Dresdner Altstadt am Abend des 4. Oktober führten zur Festnahme eines Tatverdächtigen. Die Polizei Sachsen schreibt:

Der 20-jährige syrische Staatsbürger ist im Zuge der Spurenauswertung in den Fokus der Ermittlungen von Staatsanwaltschaft Dresden und Polizeidirektion Dresden geraten. Letztlich begründeten diese einen Tatverdacht gegen den jungen Mann.

Die Fahndung nach dem 20-Jährigen führte die Ermittler am Dienstagabend, 20. Oktober, auch in den Bereich der Wilsdruffer Straße, wo der Verdächtige festgenommen werden konnte.

Angaben zum Sachverhalt machte er in der Vernehmung durch die Polizei nicht. Der Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Dresden erfolgte am Mittwoch und brachte den Tatverdächtigen noch am selben Tag vor den Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Dresden, informierte Polizeisprecher Marko Laske.

Nach „Spiegel“-Informationen kam der mutmaßliche Täter im Jahr 2015 nach Deutschland. Der abgelehnte Asylbewerber wurde nach „Bild“-Informationen anhand der DNA-Spuren an der Tatwaffe und einem Abgleich mit der Polizeidatenbank identifiziert. Der AfD-Fraktionsvorsitzende im sächsischen Landtag, Jörg Urban, sprach von einer „beklemmenden Situation“ in den letzten Wochen in Dresden, weil „der Täter des Messermords frei herumläuft“. Urban hofft, dass nach Bestätigung der Vorwürfe ein hartes Urteil mit anschließender Abschiebung ergeht.

Staatsanwaltschaft: islamistische Tat

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft werden dem jungen Syrer Mord, versuchter Mord und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Der 20-Jährige besitzt eine Duldung nach dem Aufenthaltsgesetz und ist bereits „erheblich vorbestraft“. Erst am 29. September wurde er aus dem Jugendstrafvollzug Regis-Breitlingen entlassen – fünf Tage vor der Tat.

Die Staatsanwaltschaft Dresden teilte mit:

Er wurde zuletzt mit Urteil des Amtsgerichts Leipzig vom 9. Dezember 2019 wegen tätlichen Angriffs auf zu einer Einheitsjugendstrafe von drei Jahren und einem Monat verurteilt. In diese Entscheidung war eine Verurteilung des Oberlandesgerichts Dresden vom 30. November 2018 einbezogen worden. Dort war der Beschuldigte u.a. wegen Werbens um Mitglieder oder Unterstützer einer terroristischen Vereinigung im Ausland, Sichverschaffen einer Anleitung zur Begehung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat, Körperverletzung und Bedrohung zu einer Einheitsjugendstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt worden.“

Das weitere Ermittlungsverfahren werde von der Generalstaatsanwaltschaft Dresden übernommen, „da eine islamistisch motivierte Tat im Raum steht.

Rückblick: SOKO „Schloßstraße“ ermittelt

Der Täter hatte an jenem Sonntagabend gegen 21.30 Uhr auf der Schlossstraße in Dresdens Altstadt auf offener Straße auf zwei Männer (55, 53) geschossen. Die Attacke geschah nahe dem Grünen Gewölbe und andere Touristenattraktionen. Der Täter konnte flüchten, während Polizei und Rettungskräfte alarmiert wurden, um sich um die beiden schwerverletzten Opfer zu kümmern. Marko Laske, Polizeisprecher, PD Dresden, erklärt:

Um die Ermittlungen zum Tötungsdelikt weiter voranzutreiben, hat die Dresdner Polizei am Montag eine Sonderkommission eingerichtet.“

Die SOKO „Schloßstraße“ werde unter der Leitung des Ersten Kriminalhauptkommissars Frank Haschke (54) geführt. Ihm stehen aktuell 28 Beamte für die Aufklärung des Falls zur Seite.

Die Polizei Sachsen bittet weiter um Hinweise aus der Bevölkerung: HOTLINE 0351 / 483 22 33 oder auf dem Hinweisportal im Internet

  • Wer hat Wahrnehmungen im Zusammenhang mit der Straftat gemacht?
  • Wer hat verdächtige Personen am Tatort gesehen?
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Über das Hinweisportal können auch Video- und Bildhinweise zu der Straftat an die Polizei übermittelt werden. Zudem wurde das Verbrechen in der MDR-Sendung „Kripo Live“ nachgestellt, der aktuelle Sachstand mitgeteilt und um Zeugenhinweise gebeten.

Möglicher Tatverdächtiger auf Video

Die „Bild“ berichtet von einem Ersthelfer am Tatort, Farid A., Teamleiter bei Vapiano, keine 100 Meter entfernt. Der 35-Jährige hörte die Hilfeschreie der Männer und rannte zum Tatort. Dort filmte er noch einen Mann in weißem T-Shirt mit seinem Handy, weil dieser sich auffällig verhielt und dann davonlief.

Ersthelfer Farid A. (35, Teamleiter bei Vapiano) hörte Hilfeschreie, eilte zum Tatort und filmte einen Mann im weißen T-Shirt, der sich auffällig in Tatortnähe verhielt und davonlief, wobei er sich immer wieder umschaute. „Stopp, warte!“, habe er ihm nachgerufen. Doch der Mann lief weiter davon, Richtung Postplatz.

Das Video wurde der Mordermittlung übergeben. Die „Bild“ veröffentlichte ein Foto. Ob es sich bei dem Mann tatsächlich um den Täter gehandelt hatte, ist jedoch unklar. Laut Polizeisprecher Marko Laske hofft, dass sich der Mann zur Befragung bei der Polizei meldet.

Tatwaffe Messer gefunden

Zunächst gingen die Meldungen der Medien von einer Schussattacke auf die beiden Männer aus, was von der Polizei jedoch nicht bestätigt wurde. Mittlerweile zeichnet sich ein anderes Tatgeschehen ab (Polizei Sachsen):

Im Rahmen der Tatortarbeit, die bis heute Morgen gegen 06.00 Uhr andauerte, haben Kriminalisten ein Messer sichergestellt. Es ist davon auszugehen, dass es im Zusammenhang mit der Straftat steht.“

Noch in der Nacht waren rund 20 Einsatzkräfte der Polizei und ein Diensthund vor Ort. Die Opfer der Messer-Attacke Ecke Rosmaringasse/Schlossstraße in der Dresdner Altstadt vom Sonntagabend, 4. Oktober, sind zwei deutsche Touristen aus NRW. Ein 55-jähriger Mann aus Krefeld verstarb noch in der Notaufnahme eines Krankenhauses, während sein 53-jähriger Begleiter aus Köln aufgrund seiner Verletzungen stationär aufgenommen wurde.

Erhöhte Polizeipräsenz in der Innenstadt

Die Polizei Dresden kündigte für die nächsten Tage eine erhöhte Polizeipräsenz im Stadtgebiet an. Nach Angaben der „SZ“ konzentrieren sich die Einsatzkräfte besonders auf die Abendstunden und den Innenstadtbereich. Dazu seien auch Kräfte der Bereitschaftspolizei zur Unterstützung im Einsatz.

Die Fahndung läuft der Täter ist immer noch flüchtig und die Polizei bittet weiterhin, dass sich Zeugen melden mögen. Der genaue Tathergang sowie die Motivlage sind nach Polizeiangaben weiterhin unklar.

Todesopfer aus Krefeld

Laut Kölner „Express“, wohnte das Todesopfer (55) in Krefeld und starb noch in der Notaufnahme der Dresdner Uniklinik an seinen Stichverletzungen. Der 53-jährige Kölner, der mit dem 55-Jährigen zusammen in Dresden touristisch unterwegs war, befindet sich derzeit in stabilem Zustand im Krankenhaus und konnte inzwischen befragt werden. Polizeisprecher Laske hielt sich jedoch mit Details zurück, mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen. Mittlerweile hätten sich mehr als ein Dutzend Zeugen gemeldet, eine heiße Spur gebe es jedoch noch nicht, schreibt der „MDR“.

Nach dem bisherigen Ermittlungsstand gibt es keine Hinweise darauf, dass die Opfer den Täter kannten.“

(Jürgen Schmidt, Oberstaatsanwalt)

Mit dem zuständigen Oberstaatsanwalt für den Fall hatte „Tag24“ gesprochen.

Erste Informationen dringen an die Öffentlichkeit

„Aktuell gehen die Staatsanwaltschaft Dresden und die Polizeidirektion Dresden dem Verdacht eines Tötungsdeliktes nach“, berichtet Polizeisprecher Marko Laske aus der sächsischen Landeshauptstadt.

Ein Unbekannter hatte am Sonntagabend, 4. Oktober, gegen 21.30 Uhr, auf der Schlossstraße in Dresdens Altstadt auf offener Straße auf zwei Männer (55, 53) geschossen. Die Attacke geschah nahe dem Grünen Gewölbe und andere Touristenattraktionen. Der Täter konnte flüchten, während Polizei und Rettungskräfte alarmiert wurden, um sich um die beiden schwerverletzten Opfer zu kümmern. Im Polizeibericht heißt es: „Sie wurden umgehend in Dresdner Krankenhäuser gebracht. Der 55-Jährige verstarb wenig später.“

Ersten Ermittlungen zufolge wurden die beiden Männer von einem Unbekannten angegriffen. Die Hintergründe des Mordanschlags bleiben vorerst unklar.

Polizei und Staatsanwaltschaft Sachsen sind auf der Suche nach dem Täter und fragen: „Wer hat Wahrnehmungen im Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt gemacht? Hinweise nimmt die Polizeidirektion Dresden unter der Rufnummer (0351) 483 22 33 entgegen.“

Weitere Angaben machte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen vorerst nicht. Insbesondere zum Tathergang schweigen die Behörden. Auch zum möglichen Motiv des Täters oder zu den beiden Opfern kann derzeit nichts gesagt werden. Unklar ist auch, ob das zweite Opfer, der schwerverletzte 53-Jährige derzeit vernehmungsfähig ist.

(sza/sm)