Zwei Polizeiautos im Einsatz – Symbolbild.Foto: iStock

Wiesloch: 20 Bewaffnete dringen in Haus ein – elf Polizei-Streifenwagen, keine Festnahmen

Von 13. September 2020 Aktualisiert: 13. September 2020 14:27
Ein „Beziehungsstreit“ soll der Hintergrund von Übergriffen zwischen Jugendgruppen und dem Angriff einer 20-köpfigen Gruppe auf eine Familie in Wiesloch sein. Obwohl die Polizei mit elf Streifenwagen anrückte, gab es bis dato keine Festnahmen.

In Wiesloch im baden-württembergischen Rhein-Neckar-Kreis kam es am Donnerstagabend zu schweren Übergriffen zwischen Gruppen von Jugendlichen, die auch Angriffe auf Familienmitglieder in deren Privaträumlichkeiten zur Folge hatten. Die Ausschreitungen begannen, wie ein Lokalblog berichtet, gegen 19 Uhr vor dem Jugendzentrum in der – in der Innenstadt gelegenen – Güterstraße. Die Polizei mobilisierte elf Streifenwagen.

In die Auseinandersetzungen, über deren unmittelbaren Anlass Polizeibericht und Medien bislang wenige Details nennen, sollen Jugendgruppen von bis zu sieben Tätern involviert gewesen sein. Ein 13-Jähriger soll dabei in besonderem Maße ins Visier der rivalisierenden Bande geraten sein.

Angreifer flohen vor anrückender Polizei

Nachdem dieser mit seinen Begleitern von der Szene des Geschehens geflüchtet war, mobilisierte die gegnerische Gruppe offenbar noch weitere Personen. In weiterer Folge stürmte Berichten von Zeugen zufolge eine 20-köpfige bewaffnete Gruppe das Wohnhaus der Familie des 13-Jährigen und schlug mit Fäusten und Gürteln auf diesen ein. Neben diesen sollen die Angreifer, wie der „Focus“ berichtet, auch Messer, Stöcke und Baseballschläger mit sich geführt haben.

Als dessen Familienmitglieder ihm zu Hilfe kamen, erlitten auch der 63-jährige Vater und die 61-jährige Mutter Verletzungen. Der 63-Jährige wurde offenbar mit einem Messer angegriffen, er erlitt eine Stichverletzung am Rücken. Die Mutter wurde mit einer Platzwunde am Kopf ärztlich behandelt. Die Angreifer flohen, als sie bemerkten, dass die Polizei bereits verständigt worden war.

Wiesloch: Unterschwellige Spannungen zwischen Bevölkerungsgruppen

Mit elf Streifenwagen waren die Beamten im Einsatz. Dennoch gelang es der 20-köpfigen Gruppe, zu flüchten, eine Fahndung blieb erfolglos. Zu Festnahmen kam es bis dato noch nicht, die Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung laufen. Als mögliches Motiv für die Auseinandersetzung nennt die Polizei einen „Beziehungsstreit“ unter den Beteiligten. Zu Herkunft oder kulturellem Hintergrund der Beteiligten machten Exekutive und Medien bis dato keine Angaben.

In Wiesloch und den umliegenden Gebieten waren bereits in den vergangenen Jahren unterschwellige Spannungen zwischen Bevölkerungsgruppen zu beklagen. Im Jahr 2018 griffen Rechtsextreme türkische Gäste eines Eiscafés in der Innenstadt an. Dazu kommen Rivalitäten zwischen türkisch-sunnitischen, alevitischen und kurdischen Einwanderern.



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion