Abkommen zwischen Vatikan und Peking stößt auf scharfe Kritik

Epoch Times22. September 2018 Aktualisiert: 22. September 2018 15:48
„Es ist anzuzweifeln, ob China die Aufrichtigkeit besitzt, die Religionsfreiheit der chinesischen Kirche zu garantieren“ – Die Annäherung zwischen dem Papst und der kommunistischen Führung in Peking stößt auf scharfe Kritik durch die katholischen Kirche.

Die Annäherung zwischen dem Papst und der kommunistischen Führung in Peking ist umgehend auf scharfe Kritik auch aus Reihen der katholischen Kirche gestoßen. Ein Sprecher der Hongkonger Diözese zeigte sich am Samstag „sehr enttäuscht“ über das Abkommen.

„Es wird nur schädlich sein und der Kirche in China und in der Welt nicht helfen“, sagte Porson Chan, Vorsitzender der Gerechtigkeits- und Friedenskommission des Bistums. Es mangele auch an Transparenz, die der Vatikan eigentlich zugesagt habe.

Die Kommission verwies auf die anhaltende Unterdrückung der Kirche in China und den zwangsweisen Abriss von Kirchen. „Es ist anzuzweifeln, ob China die Aufrichtigkeit besitzt, die Religionsfreiheit der chinesischen Kirche zu garantieren“, hieß es in einer Erklärung der Kommission.

„Stärkere Kontrolle durch die Regierung wird der Religionsfreiheit nur schaden“, sagte Chen.

Der Vatikan sollte zumindest die chinesische Regierung auffordern, alle festgenommenen und vermissten Bischöfe und Priester freizulassen, und aufhören, sie zu belästigen.“

Das chinesische Außenministerium bestätigte, dass das Abkommen am Samstag von Vize-Außenminister Wang Chao und dem Unterstaatssekretär des Vatikans, Antoine Camilleri, unterzeichnet worden ist.

Details wurden auch in Peking nicht genannt. In einer Erklärung hieß es nur: „China und der Vatikan werden ihren Austausch fortsetzen und den Prozess der Verbesserung der Beziehungen zwischen beiden Seiten voranbringen.“

In China gibt es zwei Kirchensysteme. Ein von der Partei Verbotenes, dass Gott als Schöpfer anerkennt und ein von der Partei Kontrolliertes, dass die Kommunistische Partei über Gott stellt.

„Der Vatikan macht einen Deal mit dem Teufel“

Der weltbekannte chinesische Dissident und Menschenrechtsanwalt Chen Guangcheng erklärte im März 2018: Der Schritt des Heiligen Stuhls sei ein „moralischer Verrat an gläubigen Katholiken“ weltweit, schrieb er in seinem Artikel mit dem Titel „Der Vatikan macht einen Deal mit dem Teufel“.

Der Deal des Vatikans ist dem Ausverkauf des Hauses Gottes an den Teufel gleich“, so Chen in seinem Gastartikel, der am 20. Februar auf „Radio Free Asia“ veröffentlicht wurde.

Der Vatikan unter Papst Franziskus sei naiv, weil er sich an das chinesische Regime verkaufe und einem Geschäft zustimme, das nur der KPCh nutze, so Chen.

„Hat der Vatikan nicht verstanden, dass in China alles dem Willen der Kommunistischen Partei Chinas unterworfen ist?“ fragte der Dissident in seinem Artikel.

Warum brach der Vatikan 1951 die Beziehungen zu China ab? Es war genau deshalb, weil die Kommunistische Partei darauf bestand, dass sie alles kontrollieren muss, einschließlich Gott“, so der Menschenrechtsanwalt.

(dpa/ks)

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