Zwei Chinesen in einem Cafe in Peking, 2010.Foto: WANG ZHAO/AFP/Getty Images

Angriff auf US-Regierungsdatenbank – China verhaftet nun die Hacker

Epoch Times7. Dezember 2015 Aktualisiert: 7. Dezember 2015 13:13
Peking hat offiziell einige Hacker festgenommen, die gegen die amerikanische Regierung arbeiten. Nach einem Bericht des Onlineportals "The Hill" hat Peking damit im Umgang mit Internetkriminalität und Cyberkrieg überraschend seine Strategie geändert.

Nach einem amerikanischen Bericht des Onlineportals "The Hill" hat Peking im Umgang mit Internetkriminalität und Cyberkrieg seine Strategie geändert. Am 2. Dezember hat Washington erfahren, dass die chinesische Regierung einige Hacker verhaftet hat, die in den Angriff auf die Personaldatenbank der amerikanischen Regierung verwickelt sind.

Sicherheits- experten sehen die Verhaft- ungen als eine große Wende in der Politik und als eine positive Entwicklung.

Wenn diese Verhaft- ungen wahr sind, dann hat es tatsächlich eine große Bedeutung. Es würde bedeuten, dass China seine Einstellung zum Cyberkrieg geändert hat und Willen zur Kooperation zeigt.

Das erste Mal wäre zu sehen, dass die chinesische Regierung anerkennt, dass derartige Cyberkrieg-Attacken durch die Regierung unterstützt wurden, dass sie gegen Gesetze verstoßen haben und Wirtschafts- und Regierungsspionage Verbrechen sind.

Andere Stimmen im US-Parlament äußerten, dass Peking nicht wirklich die Hacker einschränkt, sondern die Festnahmen nur durchführt, um härteren Strafen durch die amerikanische Regierung zu entgehen.

Washington Post: "Unglaubliche diplomatische Erfolge"

Trotz allem heißt die amerikanische Seite diese Entwicklung willkommen. Die Washington Post nannte es „eine Reihe von unglaublichen diplomatischen Erfolgen.“

Im September gab es ein Treffen zwischen dem chinesischen Staatschef und dem amerikanischen Präsidenten in Washington. Eines der besprochenen Themen betraf die Cyberkriminalität. Kurz vor dem ersten Treffen wurden erstmals Hacker verhaftet. Obama drohte, Wirtschaftssanktionen gegen chinesische Unternehmen zu verhängen, um sich für den Angriff auf die Personaldatenbank zu rächen. Außerdem versprachen sich beide Seiten, keine Wirtschaftsspione durch das Internet zu betreiben.

Die jetzigen Verhaftungen chinesischer Hacker kommen nach einem weiteren Treffen zwischen China und den USA. Letzten Dienstag und Mittwoch gab es ein Netzsicherheits-Gipfeltreffen zwischen beiden Ländern in Washington. Gleich nach der Konferenz kam die Nachricht von den Verhaftungen der Hacker.

Ein amerikanischer Offizier sagte „The Hill“, er sei der Meinung, dass dieser Schritt von Peking zeigt, das Xi Jinping damit andeutet, tatsächlich seine Einstellung gegenüber dem Cyberkrieg zu ändern und eine Kooperation anstrebt. Ob das so sein wird, ist eine andere Sache.

Die Namen der Hacker wurden durch Peking nicht veröffentlicht. Es wurde auch nicht gesagt, ob diese Hacker zur chinesischen Regierung gehörten – doch es ist eine historische Aktion der chinesischen Seite. China hat getan, was sie versprochen haben.

Der Pressesprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest, hat einen Kommentar abgelehnt. Er verwies stattdessen auf die laufenden Onlinetreffen und den kurzen Austausch zwischen Obama und Xi während der Pariser Klimagespräche am 30. November.

“Das Thema der Cybersicherheit wurde in ihren Gesprächen besprochen”, sagte er. Es werde weiterhin höchste Priorität in den Beziehungen zwischen den Präsidenten haben. Selbst wenn die Verhaftungen in Chinas größtenteils symbolisch sein sollten, weist es darauf hin, das Peking begreift, was es riskiert.

Angriff auf die Personalbehörde der US-Regierung

Heise schrieb dazu: „Die Personalbehörde der US-Regierung ist Opfer eines massiven Cyberangriffs geworden. Hacker aus China drangen laut US-Medienberichten in Computer des Office of Personnel Management (OPM) ein. Die Behörde unterrichtet nach eigenen Angaben etwa vier Millionen US-Amerikaner über einen möglichen Datenklau. Es handele sich um sensible Daten.“

Und weiter: Ein Regierungsbeamter sprach im Wall Street Journal von "einem der größten Diebstähle von Regierungsdaten, die es jemals gab". Die Berichte, wonach Hacker aus China hinter der Attacke steckten, wollte die Behörde allerdings zunächst nicht bestätigen. Ein Sprecher der chinesischen Botschaft bestritt nach Angaben des US-Senders NBC News eine Verwicklung seines Landes. Omaba nannte das einen „Nationalen Notfall“ und kündigte Sanktionen an.“

Die chinesische Hackerarmee hat geschätzt 250.000 bis 300.000 Personen

China hat, nach dem, was bekannt ist, drei Abteilungen für Spionage und Cyberoperationen, die unter der Generalstabsabteilung (GSD, General Staff Department) der Armee angesiedelt sind, der Top-Level-Abteilung des chinesischen Militärs. Eine Militäreinheit der chinesischen Hacker-Armee, die Einheit 61398, wurde durch eine Sicherheitsfirma im Februar 2013 aufgedeckt. Es ist nur eine von rund 20 ähnlichen Einheiten in der GSD-Abteilung. Neben dieser Abteilung gibt es noch weitere Spionage-Abteilungen des chinesischen Regimes, die gegen den Westen kämpfen. Es wird geschätzt, dass ca. 250.000 bis 300.000 Personen damit befasst sind.

Unter der GSD arbeiten drei Abteilungen an ihren Spionageaktionen für unkonventionelle Kriegsführung. Eine Abteilung konzentriert sich auf menschliche Spione und Geheimdienste (HUMINT), eine konzentriert sich auf Cyberspionage und Signalaufklärung (SIGINT). Die andere Abteilung konzentriert sich auf die elektronische Kriegsführung, das Abfangen von Satellitendaten und den Elektronik-Geheimdienst (ELINT). (yz/ks)

Weitere Artikel

Ein gigantisches Netz von Chinas Agenten greift die USA täglich an

Hackerangriff in den USA: Daten von Regierungsangestellten ausgespäht

Wirtschaftspoker zwischen China und USA: Darum wird Xis Staatsbesuch spannen

Die rote Cyber-Armee aus China enttarnt?



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion