Xiao He, der engagierte Premierminister des Kaisers Gaozu von Han (Liu Bang) war bekannt für seinen vernünftigen Rat und seine Hingabe zum Besten des Volkes Zeichnung: Blue Hsiao/Epoch Times

China: Xiao He – einer der drei Helden der Frühen Han-Dynastie

Von 27. September 2013 Aktualisiert: 27. September 2013 9:35
Wer Geschichten aus dem alten China von Heldenmut, Klugheit, Verrat und Macht liebt, wird bei dieser Erzählung aus der frühen Han-Dynastie auf seine Kosten kommen.

Wer Geschichten aus dem alten China von Heldenmut, Klugheit, Verrat und Macht liebt, wird bei dieser Erzählung aus der frühen Han-Dynastie auf seine Kosten kommen.

Liu Bang (劉邦) war der erste Kaiser der Han-Dynastie (漢朝) (206 v.Chr. – 220 n.Chr.). Sein Erfolg bei der Thronbesteigung wird in großem Maße den hervorragenden Fähigkeiten seiner Untergebenen zugeschrieben.

Xiao He (蕭何) war einer dieser Untergebenen, denen Liu Bang am tiefsten vertraute. Wegen seines vernünftigen Rates, seiner Umsicht und seiner Hingabe an das Volk wird Xiao He als einer der "drei Helden der frühen Han Dynastie (漢初三傑)" bezeichnet.

Xiao He begann seine staatsmännische Karriere während der Herrschaft der Qin-Dynastie (秦朝) (221-206 v.Chr.) als niedriger Beamter. Er war dafür bekannt, schwierige Fragen immer auf eine klare und angemessene Art zu behandeln und gewann folglich eine Beförderung nach der anderen. Da er aus der gleichen Heimatstadt wie Liu Bang kam, kannte Xiao He den späteren Kaiser seit seiner Kindheit und sie wurden enge Freunde. Xiao He half  Liu Bang immer großzügig, der zu jener Zeit noch ein Beamter niederen Ranges war.

Weiser Ratschluss

Gegen Ende der Qin-Dynastie führte die Korruption der Regierung zur Erhebung vieler Rebellenarmeen. Liu Bang war der erste Kommandant einer solchen Armee, die Xiányáng (咸陽), die Hauptstadt der Qin-Dynastie eroberte. Es wird gesagt dass Liu Bangs Truppen nicht wie sonst üblich Gold und andere Wertsachen aus dem königlichen Palast plünderten. Xiao He sammelte sorgfältig viele Rechtsdokumente, geographische Aufzeichnungen und Aufzeichnungen des Haushalts und bewahrte sie auf.

Später, als Liu Bang gegen andere Armeen um den Thron kämpfte, leisteten diese Materialien Xiao He nachgewiesenermaßen unschätzbare Dienste. Sie enthielten ausführliche Informationen über die Bevölkerung, die örtlichen Gegebenheiten und die Eigenschaften von Festungen, von Bergpässen und anderen strategisch wichtigen Plätzen.

Xiao He hatte auch entscheidenden Anteil daran, begabte Leute zu überzeugen, Liu Bang zu dienen. Eine solche Person war der General Han Xin (韓信), der ein hervorragendes Militärgenie war, wie man es nur selten findet. Als Han Xin zu Liu Bangs Armee stieß, wurde er nur zum Offizier bestimmt, der die Lebensmittelbeschaffung für die Armee unter sich hatte. Als Han Xin feststellte, dass Liu Bang sein Talent nicht sehr schätzte, beschloss er, sich einer Gruppe anderer Rebellen anzuschließen, die eine ihren Fähigkeiten angemessene Armee finden wollten.

Als Xiao He erfuhr, dass Han Xin Liu Bangs Armee verlassen hatte, verfolgte er ihn tage- und nächtelang, bis er ihn schließlich überzeugen konnte zurückzukommen. Diese Geschichte bekam den Namen: "Xiao He verfolgt Han Xin unter dem Mond (蕭何月下追韓信)."

Dieser berühmte Spruch wird jetzt verwendet, um eine Situation zu beschreiben, bei der sofortiges Handeln nottut, ohne offizielle Erlaubnis abwarten zu können.

Liu Bang war nicht über Xiao Hes Plan informiert worden. So nahm er an, dass Xiao He ihn auch verlassen hatte. Als Xiao He mit Han Xin zurückkam, war Liu Bang überrascht. Er fragte Xiao He, warum er beschlossen hatte, von allen Rebellen, die ihn verlassen hatten, gerade Han Xin zurück zu holen.

Xiao He antwortete, dass er wüsste, dass Liu Bang nicht imstande sein würde, die Kämpfe ohne die Hilfe von Han Xin zu gewinnen. Nachdem Xiao He all seine Überzeugungskunst aufgeboten hatte, hörte Liu Bang schließlich auf seinen Rat und ernannte Han Xin zum obersten General.

Unter Han Xins Führung gewann Liu Bangs Armee viele Kämpfe und Liu Bang war schließlich in der Lage, China zu einigen, und er wurde zu Han Gaozu (漢高祖) dem ersten Kaiser der Han-Dynastie.

Liu Bang wusste Xiao Hes Rat zu schätzen und als er Kaiser war, belohnte er Xiao He, indem er ihm das Privileg erteilte, ein Schwert zu tragen und am kaiserlichen Hof seine Schuhe anzubehalten – eine hohe Ehre.

Standhafter und treuer Dienst

Bald nachdem er Kaiser geworden war, zog Liu Bang mit seiner Armee aus, um einen Aufstand niederzuschlagen. Als er zur Hauptstadt zurück kam, ernannte Liu Bang Xiao He zu seinem Premierminister. Damit hatte Xiao He den zweitmächtigsten Posten am Hof und Liu Bang teilte ihm zu seinem Schutz Hunderte von Kriegern zu.

Liu Bang war jedoch bekannt dafür, ein misstrauischer und eifersüchtiger Mann zu sein.

Ein Gast von Xiao He warnte ihn, dass der Kaiser, nachdem er Xiao He zu solch einem hohen Amt ernannt hatte, bald wegen seiner zunehmenden Macht unruhig werde; dann wäre sein Leben möglicherweise in Gefahr. Xiao He versicherte dem Gast, dass er wusste, dass die Krieger des Kaisers ihm geschickt wurden, um ihn zu bewachen. Um Liu Bangs Misstrauen zu mindern und seine Loyalität zu zeigen, lehnte Xiao He alle möglichen Belohnungen für sein Amt höflich ab.

Seine Bemühungen waren jedoch ohne Erfolg. Liu Bang war auch noch unglücklich über Xiao Hes große Popularität beim Volk. Als Liu Bang seine Residenz verließ, um einen weiteren Aufstand niederzuschlagen, schickte er wieder seine Krieger, um Xiao He zu bewachen.

Xiao He glaubte, dass er keine andere Wahl hatte, als den Hinweis eines anderen Gastes anzunehmen, dass er bewusst sein eigenes Ansehen zerstörte, wenn er das Land der Leute eroberte. Ironischerweise war aber Xiao He unter den Leuten so populär, dass sie froh darüber waren, ihm ihr Land zu überlassen.

Als Liu Bang dies erkannte, wuchs seine Eifersucht noch mehr. Deshalb lehnte er die Bitte von Xiao He verärgert ab, der ihn darum gebeten hatte, den Armen zu erlauben, auf dem ungenutzten Land im königlichen Garten Lebensmittel anzubauen; und er setzte Xiao He unter der Anklage gefangen, dass er Bestechungsgelder angenommen habe und staatliche Ländereien verkauft hätte.

Ein Militäroffizier forderte Liu Bang heraus und fragte, was für Verbrechen denn Xiao He begangen hätte. Liu Bang erklärte, dass Xiao He mit gierigen Geschäftsmännern konspiriert und Bestechungsgelder angenommen und versucht hätte, die Ländereien der Leute zu unterschlagen. Er erklärte dann, dass Xiao He als korrupter Premierminister eine lebenslängliche Haftstrafe verdient hätte.

Der Offizier sagte: "Während der Aufstände wart Ihr weit weg von der Residenz, führtet Eure Armee, und der Premierminister blieb, um alles in Ordnung zu halten. Wenn er die Macht hätte ergreifen wollen, er hätte er viele Gelegenheiten gehabt, aber er tat es nicht."

"Seine Loyalität ist erwiesen, und es gibt keinen Grund, dass er sich für Bestechungsgelder interessiert. Alle Anklagen gegen ihn sind ganz und gar unwahr."

Liu Bang wusste, dass der Offizier Recht hatte. Widerstrebend ließ er Xiao He frei.

Handlager eines Verrats

Obwohl Xiao He sein Leben seiner Nation widmete und nie seine Aufgabe als Premierminister vernachlässigte, selbst als er ungerecht behandelt wurde, so hatte er bald nach seiner Freilassung einen Fleck auf seinem Namen.

Han Xin, den Xiao He für Liu Bang gewonnen hatte, war ein allseits beliebter und hervorragender General. Liu Bang begann zu fürchten, dass Han Xin sich eines Tages gegen ihn wenden und ihm den Thron entreißen würde.

Diese Angst bewog ihn,  Han Xin seines Amtes als König von Chu zu entheben, ihn zum Marquis von Huaiyin herabzustufen und zu allem Überfluss auch noch unter Hausarrest zu stellen. Jedoch Han Xin blieb loyal und blieb auf dem Schlachtfeld weiterhin erfolgreich.

Im Jahr 196 v.Chr., als Liu Bang wieder einmal auf einem Feldzug gegen Aufständische war, konspirierte Xiao He mit der Kaiserin Lü (吕后) bei seinem Vorhaben, Han Xin gefangen zu setzen.

Xiao He schickte Han Xin einen Brief, der seine Anwesenheit in der Hauptstadt verlangte. Obgleich Han Xin wusste, dass es wahrscheinlich eine Falle war, und seine Krieger ihn baten, nicht zu gehen, folgte er Befehlen getreulich.

Als Han Xin im Kaiserpalast ankam, wurde er wegen Verrat festgenommen und  nach einem Scheinprozess hingerichtet. Dieses Ereignis ist in der Geschichte berühmt-berüchtigt und Xiao Hes Rolle dabei wird als sehr übel angesehen. So kam es zu dem Fleck auf Xiao Hes Namen.

Wiedergutmachung

Trotz dieses unrühmlichen Ereignisses fuhr Xiao He fort, dem auf Liu Bang folgenden Kaiser, dem Kaiser Hui von Han (漢惠帝) zu dienen, bevor er sein Amt an Cao Shen (曹參), einen Beamten und Freund weitergab, der auch entscheidend dazu beigetragen hatte, die neue Dynastie zu errichten.

Als Premierminister hatte Xiao He auch viele der rauen Gesetze der Qin-Dynastie verbessert und schuf das Jiuzhang Lu (九章律), ein neues Gesetzbuch mit neun Kapiteln. Dieses schloss das weithin bekannte hù kǒu (戶口) System für Besteuerung und Wehrpflicht mit ein.



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion