Chinas Kaiser Wen regierte vorbildlichFoto: Zeichnung Catherine Chang

Chinas Kaiser Wen: Han Herrschaft mit Moral und Höflichkeit

Von 18. September 2013 Aktualisiert: 14. September 2020 9:43
Der Rückblick in Chinas Dynastien lohnt sich immer wieder. Auch wenn die Namen für uns "Westler" nicht so leicht zu merken sind: An Ihren Taten sollt ihr sie erkennen, heißt es.

Kaiser Wen aus der Zeit vor über 2200 Jahren galt als weiser Herrscher und Führer seines Landes. Wie vorbildlich er regierte, ist überliefert worden.

Chinas erste kaiserliche Dynastie, die Qin-Dynastie (秦朝) (221 – 206 v. Chr.), wurde nach nur 15 Jahre von der Han-Dynastie (漢朝)  abgelöst, die über 400 Jahre bestehen sollte (206 v. Chr. – 220 n. Chr.). Der legendäre Kaiser Wen war der fünfte Kaiser der Han-Dynastie.

Die größte Lektion, die die Han-Kaiser von der Qin-Dynastie lernten, war, dass man mit kriegerischen Truppen andere Länder zwar besiegen, sie aber damit nicht wirklich beherrschen konnte. Moralische Herrschaft war der einzige Weg, das Imperium aufrechtzuerhalten.

Chinas politisches System, Rechtssystem, Institutionen und Philosophie, all das wurde während der Großen Han-Dynastie gegründet, die zwei Perioden umfasste: die Westliche Han und die Östliche Han.

Während der Westlichen Han-Dynastie gab es lange Zeit Wohlstand und die Chinesen wurden als das Han-Volk bekannt. Seither wurden Wörter wie „Han-Volk“, „Han-Charakter“ und „Han-Kleidung“ verwendet, um Dinge chinesischer Herkunft zu beschreiben.

Kaiser Wen (漢皇帝) (202 – 157 v. Chr.) war ein Sohn von Liu Bang, dem Kaiser Gaozu von Han, der die Han-Dynastie gründete.

Kaiser Wen regierte das Land 23 Jahre lang von 180 – 157 v. Chr.. Während dieser Zeit genoss das Volk Frieden und Wohlstand durch gute Regierung. Es war der Wendepunkt für die Han-Dynastie, sich von einer vom Krieg zerrütteten Nation zu einer florierenden Ökonomie zu wandeln.

Moral und Höflichkeit

Kaiser Wens Weisheit und Güte zeigten sich auf viele Weise.

Kaiser Wen schaffte die Strafen der Gesichtstätowierung und das Abschneiden der Nase oder eines Fußes bei Kriminellen ab. Diese Arten von Strafe waren fortan innerhalb Chinas Grenzen und 2000 Jahre lang verboten.

Mit Ausnahme des Verrats, verwarf Kaiser Wen die bis dahin übliche Sippenhaft. Eltern, Geschwister oder Kinder von Verurteilten, konnten nicht länger bestraft werden für Verbrechen, die sie selbst nicht begangen hatten.

Kaiser Wen glaubte, dass Gesetze eingeführt werden sollten, um das Land zu regieren, Verbrechen zu verhindern und die Menschen zu gutem Verhalten anzuleiten. Wenn nur diejenigen, die eines Verbrechens schuldig waren, nach dem Gesetz bestraft wurden, würden andere, die unschuldig waren, nicht mit hineingezogen und hätten keinen Grund sich zu fürchten.

Solange Gesetze und Regelungen fair waren, würden die Menschen aufrichtig sein und eine korrekte Durchsetzung der Regeln ließe das Volk in sie Vertrauen haben.

Kaiser Wen schickte die noblen Familien, die in der Hauptstadt lebten, in ihre eigenen Feudalländer zurück, sodass die Pacht-Bauern ihre Lieferungen nicht mehr über lange Strecken transportieren mussten, um sie zu bedienen. Gleichzeitig ermöglichte dies dem Adelsstand, die Bauern und die Ländereien direkt und effizienter zu managen.

Für das Volk sorgen

Wie die alten, tugendhaften Weisen, sorgte Kaiser Wen innig für sein Volk.

Kaiser Wen war beispielhaft für die ganze Nation.

Er schuf ein soziales Sicherheitssystem an Finanzreserven, wodurch die Regierung Steuerausnahmen oder Darlehen für Witwer, Witwen, Waisenkinder und alte Bürger sicherstellte. Er ordnete sogar an, dass die Regierung Nahrungsmittel für die über 80-Jährigen zur Verfügung stellte, und dass die über 90-Jährigen Kleidung und Baumwolle bekamen.

Kaiser Wen selbst lebte ein sehr einfaches Leben. In den 23 Jahren seiner Regierungszeit, nachdem er in die Hauptstadt gezogen war, gab er Regierungsgelder nicht für Verschwenderisches aus. Die Gewänder, die er normalerweise trug, waren von gewöhnlicher Qualität und nicht die exquisiten Roben, wie man sie von Kaisern üblicherweise erwartete. Das setzte ein Beispiel für die ganze Nation.

Kaiser Wen ordnete an, in sein Grabmal keine dekorativen Metalle wie Gold oder Silber einzubauen. Stattdessen wurde einfache Keramik verwendet. Die Anordnung legte auch fest, dass das Grabmal von mittlerer Größe sein sollte, um das Volk nicht mit vermehrter Arbeit und Ressourcen zu belasten.

Den kaiserlichen Hof zu beschimpfen oder Angelegenheiten der Politik zu kritisieren, waren unter Kaiser Wen nicht länger ein Verbrechen. Wenn Dinge nicht gut liefen, prüfte er zuerst seine eigene Handlungsweise, um sich zu verbessern. Auch glaubte er daran, dass Zuhören und das Annehmen von Vorschlägen aus dem Volk neue Möglichkeiten und Wege bieten könnte, das Land zu regieren, und kaiserlicher Willkür vorbeugen könne.

In Sachen Grenzschutz entschied Kaiser Wen über Krieg und Diplomatie auf der Basis der besten Interessen für das Volk. Obwohl die nördlichen Xiongnu (Hunnen) wiederholt gegenseitige Vereinbarungen brachen und in China einmarschierten, befahl Kaiser Wen den Truppen lediglich, ihre Abwehr zu verstärken. Er erklärte den Xiongnu nicht den Krieg, weil er seinem Volk kein Elend bescheren wollte.

Im Jahr 165 v. Chr. führte Kaiser Wen in China das erste System für konkurrenzfähige Anstellungen für Beamtenposten durch Prüfungen ein. Vor 165 v. Chr. wurden Bedienstete durch lokale Beamte, deren Beurteilungen oft subjektiv waren, „nominiert“. Diese Prüfungen sollten dem System Objektivität geben. Heute sind solche Beamtenprüfungen auf der ganzen Welt üblich.

China litt 159 v. Chr. landesweit unter Trockenperioden, gefolgt von verwüstenden Heuschreckenschwärmen. Kaiser Wen ergriff eine Reihe von Maßnahmen, um dem Volk zu helfen: Er befreite die Adligen von den Tributen, hob das Verbot der Erschließung von Bergen und Seen auf, reduzierte Luxusgegenstände im Palast, reduzierte die Anzahl von Beamten und öffnete Getreidespeicher für die Notleidenden.

Respekt gegenüber den Eltern

Er war nicht nur ein gütiger Herrscher, sondern verfügte über große Kindesliebe und Gehorsam. Seine Mutter war drei Jahre lang bettlägerig und Wen blieb oft die ganze Nacht bei ihr, um nach ihr zu sehen. Jedes Mal, wenn seine Mutter Medizin einnehmen musste, bestand er darauf, diese zuerst selbst zu probieren, um sicherzustellen, dass sie unschädlich war.

Während Kaiser Wens Herrschaft wurden Moral und Höflichkeit hoch geschätzt, so wurde die soziale Stabilität bewahrt und das Leben der Menschen war friedlich. Die Wirtschaft erholte sich von den Jahrzehnten des Krieges und die Nation lebte auf.

Die westliche Han-Dynastie wird als eine der seltenen „harmonischen Gesellschaften“ in der  Geschichte Chinas betrachtet.

Artikel auf Englisch: Emperor Wen: Western Han Rule With Ethics and Courtesy



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