Zhang Guo Lao, der Unsterbliche, der auf dem Esel rückwärts ritt.Foto: Zeichnung Yeuan Fang

Der Unsterbliche, der auf dem Esel rückwärts ritt

Von 18. Februar 2013 Aktualisiert: 18. Februar 2013 20:40

Zhang Guo, der Ältere, war auch bekannt als Zhang Guo Lao. Als Taoist war er ein Einsiedler während der Zeit der Tang-Dynastie und gilt als einer der „Acht Unsterblichen“. Historische Aufzeichnungen deuten daraufhin, dass es ihn wirklich gegeben hat. Er war dafür bekannt für reifliche Erwägungen und auch für seine exzentrische Art, seinen Esel rückwärts sitzend zu reiten.

Legenden zufolge gibt es gleich zwei Geschichten, in denen er vom Kaiser der Tang-Dynastie in den kaiserlichen Palast gerufen wurde. In der ersten Geschichte wollte der Kaiser erfahren, wie Zhang Guo Lao seinen Esel rückwärts ritt und lud ihn zu Gast in den kaiserlichen Garten. Zhang Guo Lao ritt mühelos auf seinem Esel rückwärts sitzend den Weg entlang zum königlichen Garten. Der Kaiser amüsierte und zur Belohnung gab er dem Esel Wein. Als der Esel den Wein trank, fiel er um und verwandelte sich in einen Papier-Esel.

Zhang Guo Lao erklärte dem erstaunten Kaiser, dass es sich in der Tat nur um einen Papier-Esel handele. Mit magischen Kräften erschiene er als richtiger Esel, aber durch den Wein verwandele er sich in seine ursprüngliche Form zurück. „Die Wahrheit bleibt bestehen und die Lüge hat keinen Bestand“, philosophierte Zhang Guo Lao. Der Kaiser lachte und sagte: „Das war wirklich ein gutes Gleichnis.“

Zhang Guo Lao, der Unsterbliche, der auf dem Esel rückwärts ritt.Zhang Guo Lao, der Unsterbliche, der auf dem Esel rückwärts ritt.Foto: Zeichnung Yeuan Fang

Zhang Guo Lao hatte auf seinen Reisen durch das Land sein Musikinstrument dabei – eine Fisch-Trommel – und sang Lieder über die Lehren des Taoismus. In der Malerei wird die Trommel oft als Bambus-Zylinder gemalt mit zwei Eisenstangen oder Schlegeln am Ende. Seine Lieder sangen, dass sich die Menschen durch Gewinnstreben, Ruhm, Gefühlen und Begierden in der Welt verlieren, und dass ein solches Verhalten die „Rückkehr zum ursprünglichen, wahren Selbst“ verhindert. Und dass das sogenannte „Vorankommen“ tatsächlich ein sich entfernen sei vom wahren Ziel. Man vermutete, dass er gerade deshalb seinen Esel rückwärts sitzend ritt, um die Menschen an diese Mahnung zu erinnern.

In einer anderen Geschichte wollte der Kaiser herausfinden, wie viel Wein Zhang Guo Lao trinken konnte. Zhang wollte aber, dass an seiner Statt einer seiner Schüler den Wein trinken solle. Der Kaiser gewährte ihm die Bitte und gleich darauf flog ein schöner junger Taoist  einem großen Vogel gleich vom Himmel herab. Mit Leichtigkeit trank er zehn Kannen Wein, und als noch einmal zehn Kannen Wein herbei geschafft wurden, trank er auch diese alle rasch leer. Obwohl Zhang Guo Lao dagegen protestierte, bestand der Kaiser darauf, noch mehr Wein holen zu lassen. Plötzlich fiel der junge Taoist zu Boden und verwandelte sich in einen großen Krug Wein, der genau die gleiche Menge an Wein enthielt wie die von ihm zuvor geleerten zwanzig Kannen.

In späterer Zeit, als der Tang-Kaiser Xuanzong in seiner späten Regierungszeit durch Wein und Begierden von seinen Regierungsgeschäften abgelenkt wurde, prophezeite Zhang Guo Lao dem Land Katastrophen und Chaos. Zhang Guo Lao schien erkrankt zu sein und so verließ den königlichen Palast. Er reiste also zurück in seine Heimatstadt und lehrte dort mit seinen Liedern das Tao.

Er starb sehr plötzlich – gerade in dem Moment, als Kaiser Xuanzong ihn wieder zum kaiserlichen Palast zurück berief. Legenden erzählen, dass sein Grab leer war, als seine Schüler es Jahre später öffneten.

 

 



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