(Foto: Nils Kühnert)

Die Tugend eines einfachen Bauern

Von 23. Februar 2007

Der Bauer Huang Jianji war in Chengdu in der Provinz Sichuan geboren, in der Zeit der Nördlichen Song-Dynastie, er war ein einfacher Mann mit aufrichtigem Lebenswandel. Er war nicht auf seinen persönlichen Gewinn aus, er war glücklich, wenn er anderen helfen konnte und jedermann hatte großen Respekt vor ihm.

In dieser Zeit war Zhang Yong Bürgermeister von Chengdu. Auch er war in der Ausübung seines Amtes ein aufrichtiger Beamter mit einem Sinn für Gerechtigkeit, wenn auch ein wenig arrogant. Eines Nachts hatte er einen Traum, in dem ihm eine Gottheit erschien und ihm ankündigte: „Huang Jianji aus Ximen ist zu Dir gekommen.“ Darauf trat eine Person in taoistischen Gewändern ein. Die Gottheit schritt die Stufen hinab, um Huang Jianji zu empfangen. Sie bot dem Gast einen Platz an, der höher war als der des Bürgermeisters.

Am nächsten Morgen begab sich Bürgermeister Zhang Yong auf die Suche nach Huang Jianji, und schließlich fand er ihn auch. Er schaute ihn an, und tatsächlich, es war der selbe Mann, der ihm in der vergangenen Nacht im Traum begegnet war. Er fragte den Bauern, wie er jeden Tag so viele gute Taten begehen und damit eine so große Tugend habe anhäufen können, dass selbst die Gottheit ihm so großen Respekt entgegenbrachte?

Der einfache Bauer Huang antwortete dem Bürgermeister: „Ich habe nichts Besonderes getan. Nur mein Land bestellt. Und als Getreideernte war, habe ich zusätzlich etwas zum ganz normalen Preis gekauft. Im darauf folgenden Jahr habe ich es nicht gebraucht und zum selben Preis an die armen Landwirte verkauft, als ihr Getreide noch nicht reif war. Bei dem Kauf und Verkauf habe ich keinen Heller gewonnen. Das Gewicht des Getreides war auch gleich geblieben. Ich habe also nichts verloren, aber ich habe diesen armen Menschen geholfen.

Als der Bürgermeister das hörte, tat er einen tiefen Seufzer: „Du verdienst es wirklich, einen Platz einzunehmen, der höher ist als meiner.“ Danach warf er sich vor ihm auf den Boden, um ihn zu grüßen.

Es gibt ein Sprichwort: „Denke nicht, dass gute Taten nicht verdienstvoll sind.“ Mit seinem mitfühlenden Herzen hatte der Bauer keinen persönlichen Nutzen gesucht. Er hat seine Geschäfte ehrenvoll ausgeführt und damit anderen geholfen. Das war eine gute Tat, durch die er Tugend gewonnen hat. Daher wurde er von allen mit Respekt behandelt und erhielt auf diese Weise seinen Lohn.

((Foto: Nils Kühnert)


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