Nachsicht ruft bei anderen Barmherzigkeit hervor

Epoch Times6. Dezember 2008 Aktualisiert: 6. Dezember 2008 21:40

Zhang Jin wurde in der Ming Dynastie (1368-1644) im alten China geboren. Er heiratete eine Frau namens Liu, die aus einer reichen Familie kam. Zhang Jins Mutter war äußerst herrisch und neidisch. Drei ihrer ehemaligen Schwiegertöchter waren gegangen, weil sie ihre schlechte Behandlung nicht ertragen konnten. Liu war die vierte Schwiegertochter. Nachdem sie bei Zhangs Familie eingezogen war, mochte ihre Schwiegermutter, zum Erstaunen aller anderen, sie wirklich sehr gerne.

Sie fragten Frau Liu, warum ihre Schwiegermutter sie mochte. Sie antwortete: „Wegen der Gehorsamkeit. Ich befolge ihre Anweisungen und ich lasse mich nicht auf ihre Provokationen ein. Sogar Situationen, die nicht der Etikette oder Aufgaben entsprechen, die für eine Dame angemessen sind, gehe ich nicht aus dem Weg. Danach warte ich auf die passende Gelegenheit, ruhig zu erklären, ob es richtig oder falsch war. Auf diese Weise hörte meine Schwiegermutter mir in der Regel immer zu.“

Nachdem Frau Liu ihrer Schwiegermutter drei Jahre lang gedient hatte, wurde die Mutter barmherzig. Von da an behandelte sie ihre Schwiegertochter nie wieder schlecht.

Bei zwischenmenschlichen Beziehungen herrscht oft die Einstellung, wenn du mich schlecht behandelst, werde ich dich noch schlechter behandeln. Das führt aber nur dazu, dass die Gegensätze vertieft und verschärft werden, weil wir Böses mit Bösem vergelten und dem Übel mit Groll begegnen. Das wird am Ende das grundlegende Problem nicht lösen.

Wenn wir auf einen Konflikt – ungeachtet dessen, ob die andere Seite recht oder unrecht hat – mit Nachsicht reagieren, können wir einen Schritt zurücktreten und alles ruhig und freundlich erklären. Es heißt, dass sogar die herrischste Person zögert, ärgerlich zu sein, wenn sie auf barmherzige Worte und eine barmherzige Haltung trifft. Und sogar die größten Konflikte können so gelöst werden. Lasst uns nicht die gewaltige Kraft der Barmherzigkeit und der Nachsicht vergessen.

Erschienen in The Epoch Times Deutschland NR. 49/08

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