Su Shi: Literat „des heroischen Verzichts“ in China

Von 10. Februar 2014 Aktualisiert: 10. Februar 2014 17:05

Vor etwa 900 Jahren lebte einer der „acht großen Meister der Tang-und Song“ in China. Er besaß eine klare Intelligenz, einen zutiefst aufrichtigen Charakter und eine große künstlerische Begabung, daneben noch einen tiefgründigen Humor. Er hieß Su Shi und lebte von 1036-1101. Er war nicht nur ein großer Schriftsteller in allen literarischen Formen, sondern auch Maler und Kalligraph in der Nördlichen Song-Dynastie. Er wurde als der Gründer der Haofang-Schule (Schule des heroischen Verzichts) des Schreibens angesehen.

Geboren in einer literarischen Familie, begann Su Geschichte und die Literatur von Konfuzius schon in einem sehr jungen Alter zu studieren. Als Jugendlicher war er in seinem Ort früh als ein talentierter Essayist für alte und aktuelle gesellschaftliche Themen bekannt. Im Alter von 22 Jahren legte er die kaiserliche Staatsdienst-Prüfung ab und belegte zugleich den ersten Platz in der Prüfung für Fortgeschrittene. Er erreichte „Jinshi“, eine Auszeichnung als Voraussetzung für die Nominierung zum Beamten der Zentralregierung.

Su erhielt sofort eine aussichtsreiche Position im Gericht, als der reformistische Kanzler Wang Anshi seine radikalen „neuen Richtlinien und Gesetze“ startete. Aber als Su auf seinen Reisen erlebte, wie viele Leiden für normale Menschen durch einige der neuen Gesetze verursacht wurden, schrieb er einen Brief an den Kaiser gegen diese neuen Gesetze. Kanzler Wang duldete jedoch keine politische Opposition im Gericht trotz seiner Wertschätzung für Sus literarische Talente. Unter dem Druck der reformistischen Fraktion wählte Su offizielle Positionen entfernt von der Hauptstadt, um sich von den politischen Unruhen fernzuhalten. Während seines Dienstes versuchte er sogar, die neuen Gesetze statt mit starrer Durchsetzungskraft, mit einem gewissen Grad an Flexibilität auf der Basis der örtlichen Gegebenheiten zu implementieren.

Trotzdem wurde Su im Jahr 1079 von der reformistischen Gruppe die Kritik am Kaiser vorgeworfen und er entkam knapp der Exekution. Er wurde nach Huangzhou in der Provinz Hubei für fünf Jahre versetzt und zurückgestuft. Su zeigte wenig Pessimismus oder Groll gegenüber Wang, sondern widmete sich der Natur beim Schreiben von Gedichten und beim Malen und auch der Gastronomie. Er blieb in freundschaftlichem Kontakt mit Wang und großzügig tauschte er mit ihm Gedichte aus.

Die politische Meinung von Su kann als die Mitte zwischen dem reformistischen und dem konservativen Flügel beschrieben werden. Im Jahr 1086 wurde er in die Hauptstadt zurückgerufen, als die Konservativen von Sima Guang wieder ihre Dominanz am Hof behaupteten. Allerdings verlor er die Gunst wieder wegen seiner Meinung, dass nicht alle neuen Gesetze abgeschafft werden sollten. 1094 wurde er deshalb nach Huizhou auf der Insel Hainan verbannt.

Literatur, Kalligraphie und viel Humor

Su wurde von seinen Kollegen als ein Meister in vielen literarischen Formen bewundert. Er hatte Konfuzius in seiner Jugend studiert, aber er wurde während seiner Verbannung ebenso kompetent in den Klassikern des Taoismus und des Buddhismus. Sein Optimismus, viel Sinn für Humor und witzige Bemerkungen wurden in Schriften und Erzählungen kolportiert.

Sus Kalligraphie war sehr teuer für die Sammler und es gab einen Militärsprecher, der häufig die schriftlichen Notizen, die er von Su während der Arbeit erhalten hatte, gegen eine stattliche Anzahl von Hammeln tauschte. Immer wenn er knapp an Hammeln war und amtliche Unterlagen an Su schicken konnte, forderte er eine schriftliche Empfangsbestätigung. Aber dann wurde er gierig und Su entdeckte den geheimen Deal. Als der Militär wieder einige offizielle Dokumente über irrelevante Angelegenheiten schickte und eine Anforderungsbestätigung verlangte, gab Su seinem Begleiter nur eine mündliche Antwort. Der Begleiter weigerte sich zu gehen und forderte wieder und wieder eine schriftliche Notiz. Su konnte endlich sein Lächeln nicht verbergen und antwortete: „Sagen Sie ihrem Gouverneur, ich verbiete heute das Töten von Tieren.“

Su verband eine lebenslange Freundschaft mit einem buddhistischen Mönch namens Foyin (d.h. Buddhas Signatur). Sie tauschten viele Witze und witzige Passagen aus während der Zeit ihrer Freundschaft. Es wird gesagt, dass Su zunächst eine sehr skeptische und zynische Ansicht gegen den Buddhismus eingenommen hatte, bis dieser Mönch sein enger Freund wurde. Ein berühmtes Zitat berichtet, wie sein Freund, der Mönch, Su lobte, dass er wie ein Buddha säße, doch Su sagte, der Mönch würde wie ein Haufen Kuhdung sitzen. Der Mönch lächelte nur. Als Su die Bedeutung des Lächelns erfahren wollte, sagte der Mönch: „Buddha kommt aus meinem Mund und Unsinn (bullshit, Kuhdung) kommt von dir.“ Die beiden brachen in ein großes Gelächter aus.

Eines Tages nahm Su Shi all seine Ersparnisse und kaufte ein Haus. Bevor er einzog, hörte er eine alte Dame in der Nähe des neuen Hauses weinen. Voller Mitleid fragte er die alte Dame, warum sie weinte, und ihm wurde gesagt, dass das Haus, das sie von den Vorfahren geerbt hatte, vor kurzem von ihren Nachkommen gegen ihren Willen verkauft worden sei. Su fragte sie nach den Details und er fand heraus, dass es ihr Haus war, das er gerade gekauft hatte. Su gab ihr das Haus zurück und verbrannte die Urkunde sofort. Dann zog Su wieder in seine gemietete Wohnung.

Su Shi hatte große Erfolge mit seiner Prosa, seiner Kalligraphie und Malerei. Es gibt mehr als 2700 Gedichte von Su Shi, die erhalten geblieben sind, meistens sind es Beobachtungen über das Leben oder Betrachtungen der Natur. Seine Gedichte sind mit Großzügigkeit und Phantasie gestaltet oder mit Muße und Einfachheit. Er hat oft lebendige Analogien zu natürlichen Szenen oder zur Philosophie beschrieben. Insbesondere die langen Verse enthalten viele Metaphern, um dem Leser die grenzenlose Weite der Phantasie zu überlassen. Er war auch gut darin, mit humorvollen Worten den Lesern eine neue Perspektive des Lebens zu öffnen. Seine Gedichte sind wichtige Beispiele der Poesie in der Song-Dynastie, die über Argumentation und strukturierte Argumente verfügt.

Su Shi starb im Jahr 1101 im Alter von 64 Jahren. Auf dem Sterbebett sagte Su zu seinen drei Söhnen: „Ich habe nichts Böses in meinem Leben getan und ich bin sicher, dass ich nach meinem Tod nicht in die Hölle gehen werde.“

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