Ti Ying, die furchtlose Tochter rettet ihren Vater.Foto: Gezeichnet von Blue Hsiao

Tiying, die furchtlose Tochter

Epoch Times26. Dezember 2011 Aktualisiert: 26. Dezember 2011 14:39

Zu Beginn der chinesischen Han-Dynastie waren körperliche Misshandlungen als Strafe in dem Justizsystem verankert. Übernommen wurde dies aus der vorangegangenen Qin-Dynastie, in der Folter wie das Amputieren von Nasen, Ohren und Gliedmaßen oder das brandmarken von Verbrechern im Gesicht weitläufig angewandt wurde, so dass diese Formen der Bestrafung von den Behörden weiterhin als angemessen angesehen wurden. Einer mutigen jungen Frau ist es zu verdanken, dass derartig brutale und unmenschliche Praktiken unter der Herrschaft von Kaiser Wen von Han abgeschafft wurden.

Foto: Gezeichnet von Blue Hsiao

Tiying Chunyu war die jüngste von fünf Töchtern. Ihr Vater arbeitete zunächst als einfacher Beamter und nach Abschluss seiner Studien bei einem berühmten Arzt als Mediziner. Er erlangte einiges Ansehen für seine Arbeit und die Leute aus der Region warteten in Schlangen auf eine Behandlung. Als er jedoch das Leben der geliebten Frau eines wohlhabenden und einflussreichen Mannes nicht retten konnte, hegte der verzweifelte Mann Groll und klagte Tiyings Vater bei den örtlichen Behörden an, dass seine Arznei ursächlich für den Tod der Frau gewesen sei. Ohne eingehende Untersuchung wurde Tiyings Vater bald darauf verurteilt und sollte für die Bestrafung in die Hauptstadt gebracht werden.

Als Tiyings Vater im örtlichen Gefängnis seine fünf weinenden Töchter durch die Gitterstäbe ansah, konnte er ein leises Seufzen nicht unterdrücken. „Ich werde zu meiner Strafe in die Hauptstadt überführt, wo keine Frau mir hin folgen kann. Hätte ich nur einen Sohn!“

Tiying hörte dies und nahm sich daraufhin vor, ihren Vater zu retten. Sie begleitete den Gefangenentransport ihres Vaters den ganzen Weg in die Hauptstadt und kümmerte sich dabei um das Wohl der Reisegruppe. Auch ließ sie einen Bittbrief adressiert an Kaiser Wen überstellen und gab sich selbst in die Hände der Palastwache.

In dem Brief stand geschrieben: „Als Beamter erfüllte mein Vater treu seine Pflichten, als Mediziner rettete er viele Leben. Jetzt soll er aufgrund falscher  Anschuldigungen körperlich gezüchtigt werden. Wird ein Mann einmal zum Krüppel gemacht wird er für immer invalide sein, auch wenn sich später seine Unschuld herausstellt. Es wird keine Möglichkeit mehr geben, sein Leiden wieder rückgängig zu machen. Ich habe gehört, dass ein Sohn die Schuld seines Vaters ablösen kann und als seine Tochter bin ich bereit, die Schuld meines Vaters abzutragen und als Sklavin bis an mein Lebensende zu dienen. Nur bitte ich darum, meinen Vater vor der körperlichen Züchtigung zu bewahren und ihm so die Chance auf einen Neuanfang zu gewähren.“

Kaiser Wen war von Tiyings Appell tief bewegt und gleichzeitig von dem Mut der jungen Frau begeistert. Er begnadigte nicht nur Tiying und ihren Vater, sondern schaffte darüber hinaus die grausame körperliche Folter ab.

Die Geschichte von Tiying, wie sie ihren Vater rettete, wurde in China eine weit bekannte Erzählung und ein Geschichtsschreiber sagte einst: „Viele Söhne zu haben ist nützlich, aber hätte ich doch nur eine Tochter wie Tiying!“

 

 



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion