70.000 protestieren in Chinas Provinz Hubei

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Der mysteriöse Todesfall eines jungen Mannes, der am Mittwoch aus dem dritten Stockwerk eines Hotels in der Stadt Shishou in der Provinz Hubei gestürzt ist, empörte 70.000 Menschen. Sie gingen auf die Straßen, um die Polizei daran zu hindern, die Leiche des jungen Mannes fort zu bringen. Die Behörden haben tausende Bereitschaftspolizisten mobilisiert, um den Aufruhr unter Kontrolle zu bringen. Die Öffentlichkeit reagierte mit Empörung auf den Fall, der als Fall von Korruption, Folter und Mord angesehen wird.

Erst am Samstag, den 20. Juni, gegen drei Uhr nachmittags erschien auf der offiziellen Webseite der Stadt Shishou der Bericht des Amtes für Öffentliche Sicherheit, dass die Leiche eines Mannes am 17. Juni vor dem Eingang des örtlichen Hotels Yonglong entdeckt worden sei.

Der Verstorbene war der vierundzwanzigjährige Hoteldirektor Tu Yuangao, der nach Aussagen des Berichtes einen Brief hinterlassen haben soll, in dem er seine Lebensverneinung ausdrückte und seinen Selbstmord ankündigte. Laut Bericht hat die vorausgegangene medizinische Untersuchung ergeben, dass die Leiche keine weiteren tödlichen Wunden aufweist und hat die Möglichkeit eines Mordes ausgeschlossen. Das Amt für Öffentliche Sicherheit gab auch bekannt, dass die Verwandten des Mannes die Polizei daran hinderten, die Leiche für eine Autopsie fort zu bringen und erklärte weiter, dass viele Leute, die die wahre Geschichte nicht kennen, sich um das Hotel versammelten, den Verkehr lahm legten und einen großen Aufruhr verursachten.

Augenzeugenberichte

Augenzeugenberichte hingegen lassen ernsthafte Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Polizeiberichtes aufkommen.

Nach Aussagen von Chinas Bloggern erklärten diejenigen, die den Sturz des Mannes sahen und die Polizei benachrichtigten, dass sie keine Blutflecken auf dem Boden sahen, wo der Körper aufgeschlagen war. Stattdessen sahen sie Blutklumpen am Mund, an der Nase und an den Ohren des Toten. Außerdem wies der untere Teil des Körpers Anzeichen schwerer Folterung auf.

Nach letzten Berichten haben die Verwandten des Verstorbenen vergeblich versucht, Kontakt mit dem Besitzer des Hotels aufzunehmen. Am 18. Juni soll man ihnen versprochen haben, ungefähr 5.200 US Dollar als Abfindung an sie zu zahlen, wenn sie einen Selbstmord als Todesursache bestätigten, andernfalls würde die Leiche am selben Abend zwangsweise zur Verbrennung abgeholt.

Der Vater des Verstorbenen wies das Angebot zurück und trug Dosen mit Chemikalien bei sich, die er, wie er sagte, benutzen würde, um sich umzubringen, falls jemand versuchen sollte, die Leiche fort zu schaffen.

Immer größer werdendes Chaos

Nach einer Meldung, die auf der Webseite des Hong Kong People Report stand, kam die Polizei am Freitag, den 19. Juni, gegen ein Uhr mit einem Leichenwagen an, um den Körper des Toten abzuholen. Über zweitausend Menschen hatten sich vor dem Hotel versammelt, um die Polizeiaktion zu verhindern.

In der Meldung heißt es, dass Spruchbänder und Petitionsschreiben am Hotel angeschlagen wurden. Über zweitausend Menschen blockierten das Gebiet vor dem Hotel vollständig, um den Zutritt der Polizei abzuwehren. Die Polizei versuchte die Blockade zu durchbrechen, schlug auf Dutzende von Menschen ein und verwundete sie. Dann brachte sie die Verwundeten schnell in eine Arrestanstalt, ohne sie medizinisch behandeln zu lassen. Das fachte die Wut der Menge noch mehr an.

Am Freitag um drei Uhr nachmittags versammelten sich nach Berichten der Blogger 40.000 Menschen in den Straßen in der Nähe des Hotels. Sie warfen Ziegelsteine und Flaschen auf die Polizisten, warfen den Leichenwagen und Polizeiautos um und verfolgten die Polizisten in Zivil, die sie bei der Überwachung der Menge entdeckt hatten. Sie blockierten auch die nahe gelegene Hauptstraße und zwangen so die Busse, eine andere Route zu nehmen.

Als am Abend des Samstag, dem 20. Juni, die Bereitschaftspolizei kam, eskalierte der Aufruhr. Gegen 7 Uhr abends setzte die Bereitschaftspolizei von Feuerwehrwagen aus Wasserwerfer ein. Als Antwort darauf zerstörte die Menge die Feuerwehrwagen. Als nächstes setzte die Polizei Tränengas ein.

Nach einem Bericht von „Sound of Hope Radio“ sagte ein Hochschulstudent in Shishou, dass alle Hochschulen an jenem Tag mit der Begründung geschlossen worden seien, dass man die große Anzahl der Bereitschaftspolizisten unterbringen müsse, die in der Stadt zusammen gezogen würden.

Nachrichten gesperrt

Am Abend des 20. Juni gab es dann im gesamten Gebiet um das Yonglong Hotel einen Stromausfall und das Internetsystem der Stadt Shishou brach zusammen. Bis jetzt erscheint auf der offiziellen Webseite der Stadt Shishou der Hinweis: Service nicht verfügbar.

Nach Berichten der chinesischen Blogger haben die Medien in China die Anweisung erhalten, über den Vorfall Stillschweigen zu bewahren.

Am 20. Juni gab das staatliche Medium „Xinhua News“ einen Artikel heraus mit dem Inhalt: ‚Viele Regierungsstellen in Hubei haben in der Stadt Shishou eine Übung für Feuerwehrwagen organisiert und eine gemeinsame Feuerwehrübung durchgeführt, an der die Feuerwehr, die Verkehrspolizei und der medizinische Dienst beteiligt waren. Während der Übung sei in einem der Wagen ein Feuer ausgebrochen und schien außer Kontrolle zu geraten. Dieses lockte eine große Menge Zuschauer an.‘

In der Zwischenzeit sind Berichte vieler Blogger über den Vorfall im Internet gesperrt worden.

Mögliche Vertuschung

Bewohner Shishous haben erklärt, dass es nach Berichten von chinesischen Bloggern wenigstens zwei ähnliche mysteriöse Todesfälle in dem Hotel gegeben habe. Einer fand 1999 statt, ein anderer vor zwei Jahren.

Man sagt, dass zwei Kellnerinnen auf die gleiche Art und Weise ums Leben kamen, indem sie aus höher gelegenen Stockwerken hinunter fielen. Bei dem zweiten Fall bestand der Verdacht, dass die Kellnerin vergewaltigt, getötet und aus dem Fenster geworfen worden sei.

„Sound of Hope“ interviewte den Hochschulstudenten, der berichtete, dass die Bewohner der Stadt der Meinung seien, dass das Yonglong Hotel eine Brutstätte des Verbrechens sei und dass der Hoteldirektor sein Wissen um dessen Geheimnisse mit dem Leben bezahlen musste.

Ein gewisser Herr Wang erklärte im Programm des „Sound of Hope“, die Leute seien der Überzeugung, dass der Sicherheitschef und der Stadtdirektor Teilhaber des Yonglong Hotels seien und dass Korruption mit im Spiele sei.

Berichten zufolge soll die Polizei den Leichnam Tu Yuangaos abgeholt haben. Diese Meldung wurde jedoch noch nicht bestätigt. Es wurde eine Nachrichtensperre verhängt.

Originalartikel (englisch): http://www.theepochtimes.com/n2/content/view/18368/

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