Apples neuester Kotau vor Chinas Zensur

Von 16. Dezember 2013 Aktualisiert: 16. Dezember 2013 9:16

Apple hat einmal mehr Chinas Internetnutzer im Stich gelassen: Während Google Chinas Staatszensur den Kampf ansagt hat, haben die Erfinder des Iphones erneut mit dem Regime kooperiert und unerwünschte Software aus dem chinesischen AppStore entfernt.

„FreeWeibo“, eine App, die Chinas Zensur umgeht, wurde vor kurzem für chinesische User gesperrt. Das Tool war ein Gemeinschaftsprojekt des holländischen Radiosenders „Radio Netherlands Worldwide“ und chinesischer Internet-Aktivisten. Zusammen hatten sie die App entwickelt, mit der man bereits zensierte Nachrichten der Plattform Sina Weibo nachlesen konnte. Weibo ist die chinesische Variante von Twitter, die in China große Popularität als alternatives Nachrichtenmedium besitzt. Alle Weibo-Meldungen werden jedoch überwacht und können jederzeit gelöscht werden. Das wollten die Macher der Software ändern.

Freiheit für zwei Monate

FreeWeibo war erst am 4. Oktober 2013 im AppStore online gegangen und bewährte sich im Kampf gegen Chinas Cyber-Polizei. Am 28. November wurde das Tool jedoch aus dem chinesischen AppStore entfernt und ist seitdem für Benutzer aus China nicht mehr zugänglich. Die Enttäuschung bei Entwicklern und Usern ist groß:

„Wir sind hier mit der schlimmsten Zensur konfrontiert und haben keine Chance, uns dagegen zu wehren“, sagte der Projektgründer von FreeWeibo unter dem Pseudonym Charlie Smith über Apples Zensur-Hörigkeit.

Das technische Konzept von FreeWeibo war, die von der Zensur gelöschten Posts zu protokollieren und sie auf einer eigenen Seite zu veröffentlichen. Auf „FreeWeibo.com“ konnten User die verlorenen Tweets nachlesen. Die Seite ist von China aus nicht mehr abrufbar.

Für China illegal“

Apples begründete die Sperrung von FreeWeibo damit, dass die Software „für China illegale Inhalte enthält“ und deshalb der AppStore-Richtlinie widerspricht – so der IT-Konzern gegenüber Radio Netherlands Worldwide.

Apple betrachtete die Angelegenheit offenbar als Problem zwischen dem Sender und Chinas Regierung: Chefredakteur William Valkenburg berichtete, er habe einen Anruf von Apple bekommen, in dem ihm gesagt wurde, Apple habe von den chinesischen Behörden die Anweisung bekommen, FreeWeibo aus dem AppStore zu entfernen, da die App gegen chinesisches Gesetz verstoße.

Nicht das erste Zugeständnis

Wiederholt beugte sich Apple der Pekinger Zensur und sperrte unerwünschte Software für chinesische User: Apps über Tibet flogen aus dem Programm, die „OpenDoor“ gegen Chinas Handy-Firewall und „iNTD“, eine App des unabhängigen chinesischsprachigen Fernsehsenders NTDTV aus den USA.

„Sich gegenüber den Kommandos der Behörden wie Apple zu verhalten, ist unter ausländischen Unternehmen in China üblich“, sagte der bekannte chinesische Blogger und Socialmedia-Forscher Isaac Mao dazu zu Medien: „Diese Firmen wissen, was die Konsequenzen sind und opfern deshalb lieber das Verbraucherwohl. In China ist das leider schon Tagesgeschäft.“

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