Auschwitz-Forum diskutiert Organraub in chinesischen Todeslagern

Von 13. Mai 2006 Aktualisiert: 13. Mai 2006 23:17
Auschwitz: Professor Sen Nieh mit drei Diskussionsteilnehmern und dem Diskussionsleiter auf dem Forum „Niemals wieder! - Aufruf an die Welt“ in Auschwitz in Polen am 9. Mai 2006, auf dem die illegalen Organentnahmen in Todeslagern in China diskutiert wurden. (Jan Jekielek/The Epoch Times)
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Auschwitz: Professor Sen Nieh mit drei Diskussionsteilnehmern und dem Diskussionsleiter auf dem Forum „Niemals wieder! – Aufruf an die Welt“ in Auschwitz in Polen am 9. Mai 2006, auf dem die illegalen Organentnahmen in Todeslagern in China diskutiert wurden. (Jan Jekielek/The Epoch Times)

AUSCHWITZ – Es gibt zwingende Beweise für den in China weit verbreiteten Organraub, sagte ein Gremium von Menschenrechtsanwälten aus den Vereinigten Staaten, Israel, Australien und Polen auf dem von The Epoch Times unterstützten Forum „Niemals wieder! – Aufruf an die Welt“ in Auschwitz in Polen am 9. Mai 2006. Die Diskussionsteilnehmer, die im „Zentrum für Dialog und Gebet“ sprachen, riefen dringend zu einer unabhängigen internationalen Untersuchung der Vorwürfe auf. Da eine neue chinesische Regelung die Organentnahme von Häftlingen künftig einschränken wird, ist zu befürchten, dass vorher die Ermordung der Lagerinsassen noch forciert wird.

„Die Zahlen addieren sich nicht einfach zusammen“, sagte Dr. Jianmei Yu, Projektleiter der Vorklinischen Forschungs-Zusammenarbeit der US Iomai Corporation. Nur eine „nicht registrierte“ Organbank kann das große Missverhältnis zwischen Pekings veröffentlichten Hinrichtungszahlen und den viel größeren Zahlen von Aufträgen für Transplantate erklären, die von den Organtransplantationszentren in China genannt werden.

Eine riesige Organbank

Chinas stellvertretender Minister für Gesundheit Huang Jiefu gab im November 2005 zu, dass 95 Prozent der Organtransplantate von exekutierten Gefangenen aus dem Todestrakt stammen. Wohingegen andere chinesische Behörden diese Praxis kürzlich noch bestritten haben.

Doch schon im Tianjin Orient-Organtransplantationszentrum, einem der über 400 Krankenhäuser, die in China Organtransplantationen durchführen, werden mehr Organtransplantationen durchgeführt als es die Summe aller Exekutionen in China überhaupt ermöglichen könnte, sagte Dr. Jianmei.

Nach ersten Anschuldigungen zur Existenz eines Todeslagers für Organentnahmen in Sujiuatun in der Provinz Liaoning, das im letzten März entdeckt wurde, wartete das chinesische kommunistische Regime drei Wochen, bevor es diese Anschuldigungen zurückwies. Am nächsten Tag veröffentlichte es eine neue Regelung, das zukünftige Organentnahmen von Gefangenen einschränkt. Insider vermuten, dass diese Regelung eine Botschaft an diejenigen ist, die mit illegalen Organentnahmen zu tun haben, ihre Geschäfte wegen des immer größer werdenden internationalen Interesses aufzugeben.

Der Schmerz bleibt: Frau Zhizhen Dai, Diskussionsteilnehmerin beim Forum "Nie wieder! - Aufruf an die Welt", bei dem der Organraub in den Todeslagern in China diskutiert wurde, spricht von der Folter und dem Mord an ihrem Ehemann im Jahre 2001 durch die Hand chinesischer Behörden. Ihre Tochter Fadu schläft in ihren Armen. Das Forum wurde am 9. Mai 2006 in Auschwitz in Polen gehalten. (Jan Jekielek/The Epoche Times)
Der Schmerz bleibt: Frau Zhizhen Dai, Diskussionsteilnehmerin beim Forum "Nie wieder! – Aufruf an die Welt", bei dem der Organraub in den Todeslagern in China diskutiert wurde, spricht von der Folter und dem Mord an ihrem Ehemann im Jahre 2001 durch die Hand chinesischer Behörden. Ihre Tochter Fadu schläft in ihren Armen. Das Forum wurde am 9. Mai 2006 in Auschwitz in Polen gehalten. (Jan Jekielek/The Epoche Times)

Die zwei Zeugen, die über Sujiatun aussagten, berichteten, dass die Organe fast ausschließlich gefangenen Falun Gong Praktizierenden entnommen würden. Der Ehemann der Diskussionsteilnehmerin Frau Zhizhen Dai, wurde von chinesischen Behörden 2001 gefangen genommen, gefoltert und getötet, weil er Falun Gong übte. Frau Zhizhen forderte die Welt auf, schnellstens zu handeln, um die Folter und das Abschlachten unschuldiger Menschen zu beenden.

Journalisten, die verschiedene Organ-Transplantationszentren in China Ende März und Anfang April anriefen, fanden heraus, dass viele Krankenhäuser potentielle Patienten drängten, für ihre Transplantationen so schnell wie möglich anzureisen, da in naher Zukunft weniger Organe zur Verfügung ständen. Dies brachte die Ermittler dazu, das Schlimmste zu befürchten: Dass Menschen jetzt noch schnell wegen ihrer Organe abgeschlachtet werden, bevor die neuen Regelungen in Kraft treten.

Niemals wieder: Die Chinesen, die am Forum „Niemals wieder! - Aufruf an die Welt“ über die Organentnahme in chinesischen Todeslagern teilnehmen, gehen am 09. Mai 2006 durch das berüchtigte Tor „Arbeit macht frei“ von der Gedenkstätte und des Museums von Auschwitz-Birkenau. (Jan Jekielek/The Epoch Times)
Niemals wieder: Die Chinesen, die am Forum „Niemals wieder! – Aufruf an die Welt“ über die Organentnahme in chinesischen Todeslagern teilnehmen, gehen am 09. Mai 2006 durch das berüchtigte Tor „Arbeit macht frei“ von der Gedenkstätte und des Museums von Auschwitz-Birkenau. (Jan Jekielek/The Epoch Times)

Die Opfer eines Völkermordes erheben ihre Stimme

Israelische Diskussionsteilnehmer brachten eine Petition mit, die von über 10.000 Juden unterschrieben wurde. Sie sprachen sich darin ausdrücklich dafür aus, dass der Organraub in den chinesischen Todeslagern in Auschwitz diskutiert werden soll.

Unter ihnen war auch Larisa Vilsker, deren Vater eines der zwei Mitglieder ihrer polnischen jüdischen Familie war, die die Massenvernichtung überlebt haben.

„Meine ganzes Sein und mein Bewusstsein können es nicht akzeptieren, dass dies immer noch geschehen kann“, sagte sie, als sie kürzlich von der Evidenz des Organraubs in China erfuhr.

„Tausende von Menschen werden dem Verkauf ihrer Organe ausgeliefert… ich sehe es als meine moralische Verpflichtung an, mit Ihrer Hilfe die internationale Gemeinschaft aufzurufen, den üblen Charakter dieser Vorgänge schnellstmöglich aufzudecken.“

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Interessiert: Dr. Jianmei Yu spricht am 9. Mai 2006 zu einem aufmerksamen Publikum von über 20 polnischen Kongressabgeordneten und Senatoren in den Räumen der "Gesetz und Gerechtigkeits"-Partei im Sejm, dem polnischen Parlament in Warschau. (Jan Jekielek/The Epoch Times)  Interessiert: Dr. Jianmei Yu spricht am 9. Mai 2006 zu einem aufmerksamen Publikum von über 20 polnischen Kongressabgeordneten und Senatoren in den Räumen der "Gesetz und Gerechtigkeits"-Partei im Sejm, dem polnischen Parlament in Warschau. (Jan Jekielek/The Epoch Times)

Die Anteilnahme der Menschen  wecken

Professor Sen Nieh, der Vorsitzende der Epoch Times Washington, DC, sprach über die politische und gesellschaftliche Instabilität im heutigen China, von der enormen Ungleichheit zwischen Arm und Reich und von dem wachsenden Phänomen von kommunistischen Kadern und ihren Austrittserklärungen aus der kommunistischen Partei in China.

„Die Partei ist wie ein Apfel, der außen rot glänzt, aber innen einen völlig verfaulten Kern hat“ sagte er und schlug vor, dass sich die Welt für die chinesischen Menschen engagieren möge, ganz im Gegensatz zum chinesischen Regime, das seiner Auffassung nach das chinesische Volk überhaupt nicht repräsentiere.

Nach der Konferenz besichtigten die Diskussionsteilnehmer das Denkmal und das Museum von Auschwitz-Birkenau und fuhren dann nach Warschau, wo sie ihre Diskussionsergebnisse bei einer Versammlung im Sejm, dem polnischen Parlament, vor über 20 polnischen Kongressabgeordneten und Senatoren präsentierten.

(weiterer Artikel hierzu auf Englisch: Militärhospital gibt offen zu, dass Transplantationsorgane von Falun Gong-Praktizierenden stammen: http://www.theepochtimes.com/news/6-5-2/41097.html)