Blindem Rechtsanwalt wird in chinesischem Gefängnis medizinische Behandlung verweigert

Von und 21. Oktober 2009 Aktualisiert: 21. Oktober 2009 18:49

Yuan Weijing, Ehefrau des blinden Menschenrechtsanwaltes Chen Guangcheng, berichtete, dass ihr Ehemann, der im Jahre 2005 wegen der Veröffentlichungen über erzwungene Abtreibungen durch die Regierung verhaftet worden war, im Gefängnis körperlicher Misshandlung ausgesetzt sei.

In einem Interview am 14. Oktober mit Radio Free Asia erklärte Frau Yuan, dass Chen, der auch örtlichen Bauern und behinderten Menschen Rechtshilfe gewährt hatte, im August 2006 zu vier Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt wurde und in das Linyi Gefängnis kam, weil er „mit Absicht Eigentum beschädigt und zu öffentlichen Versammlungen mit dem Ziel, die Verkehrsordnung zu stören, aufgerufen habe.“

„Ich mache mir große Sorgen“, sagte sie. „Das Gefängnis lässt keine Besuche zu. Ich fragte ihn, ob er im Gefängnis Obst erhielte. Er verneinte es. Er erzählte mir, dass er Geschwüre auf der Zunge habe, die ihm beim Essen Schwierigkeiten bereiteten.“

Chen litt auch unter Durchfall und hatte neun Monate lang Blut im Stuhl. Yuan berichtete, dass im Gefängnis weder medizinische Untersuchungen noch medizinische Behandlungen erfolgt seien. Auch die Bitte der Familie, ihn aus medizinischen Gründen zu entlassen, wurde abgelehnt, obwohl er im vergangenen Monat 8 Kilogramm abgenommen hat.

Vor dem Internationalen Blindentag am 15. Oktober schrieb Yuan einen Brief an die Internationale Union für Blinde. In dem Brief beschrieb sie die gegenwärtige Situation Chens und wie ihr Ersuchen, Chen aus medizinischen Gründen zu entlassen, abgelehnt worden sei.

„Mein Mann ist blind“, schrieb Yuan in ihrem Brief. „Nach der Gesetzeslage in China müsste er seine Strafe außerhalb des Gefängnisses verbüßen dürfen. Die Regierung hat den Antrag seines Rechtsanwaltes, seine Strafe außerhalb des Gefängnisses zu verbüßen, abgelehnt und mein Mann wurde in das Linyi Gefängnis gebracht. Bei seinem täglichen Tagesablauf hat er große Schwierigkeiten. Das Gefängnis besitzt keine Bücher in Braille-Schrift und man erlaubt uns nicht, ihm solche zu schicken. Er erzählte mir, dass er eines Tages in Hungerstreik getreten ist, weil eine Gruppe von Gefängnisinsassen ihn zusammengeschlagen hat.“

Verletzung der Rechte für Behinderte

Nach Berichten der China Human Rights Lawyers Concern Group (CHRLCG) hat Chen eine Haftverkürzung beantragt. China hat im August 2009 die UN Konvention für Rechte der Behinderten ratifiziert. Was die Behandlung von Chen durch das chinesische Regime angeht, so liegt hier eine grobe Verletzung des Abkommens vor.

Es gibt internationale Normen für die Behandlung behinderter Inhaftierter. Die CHRLCG hat die Kommunistische Partei Chinas dazu aufgefordert, Chen aus humanitären Gründen sofort zu entlassen.

Albert Ho, Vorsitzender der CHRLCG, tritt seit dem 18. März 2009 jeden Mittwoch in Hungerstreik, um die chinesischen Menschenrechtsanwälte und Aktivisten zu unterstützen. Ho erklärte: „Ich habe in keinem zivilisierten Land von einem Blinden gehört, der seine Strafe im Gefängnis verbüßt.“

Artikel (englisch):http://www.theepochtimes.com/n2/content/view/23995/

 

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