Chaos in Hongkong: Polizei löst Versammlung gewaltsam auf – Mann beißt Stadtrat ins Ohr

Von 4. November 2019 Aktualisiert: 4. November 2019 11:37
Am Wochenende fanden wieder Proteste in Hongkong gegen den wachsenden Einfluss der Kommunistischen Partei Chinas statt. Einem Stadtrat wurde sogar ins Ohr gebissen.

In Hongkong brach das Chaos aus, als die Polizei mit schwarzgekleideten Demonstranten zusammenstieß. Die Proteste markieren das 22. Wochenende intensiver Proteste infolge. Seitens der Polizei kamen abermals Tränengas, Pfefferspray und Wasserwerfer zum Einsatz.

Seit nunmehr mehr als fünf Monaten gehen Demonstranten auf die Straße, um sich gegen den wachsenden Einfluss Pekings auf die westlich geprägte Metropole auszusprechen.

Nachdem die Polizei ein Verbot gegen mehrere geplante Proteste verhängt hatte, organisierten rund 130 prodemokratische Kandidaten für die bevorstehenden Gemeinderatswahlen, kleine Kundgebungen im Victoria Park. Für solche Versammlungen ist keine polizeiliche Genehmigung erforderlich. Tausende Demonstranten füllten bis zum frühen Nachmittag die umliegenden Straßen und forderten die versprochene politische Autonomie für die Stadt.

Kleine Gruppen maskierter Demonstranten zog es danach in das Geschäftsviertel Central, das voll von Banken und erstklassigen Juwelier- und Modegeschäften ist. Die Demonstranten setzten Straßenbarrikaden in Brand und schleudern Benzinbomben, während das Sonderkommando der Polizei mit Wasserwerferwagen einmarschierte.

Tausende nahmen an zwei separaten Kundgebungen, die beide von der Polizei genehmigt wurden, im Chater Garden des Geschäftsviertel Central und im nahegelegenen Edinburgh Place teil. Später wurden Benzinbomben auf die Straßen vor dem Chater-Garten geworfen, was die Polizei dazu veranlasste, Tränengas einzusetzen.

Weltweit planten mindestens 46 Städte in 17 Ländern am selben Tag Kundgebungen zur Unterstützung Hongkongs.

Am Abend zündeten Demonstranten Eingänge von U-Bahn-Stationen an – U-Bahn-Stationen gelten häufig als Ziel, wenn der Verkehr seitens der Stadt eingestellt wird – und rissen zwei Telefonzellen aus dem Boden, um damit eine von vielen brennenden Barrikaden zu errichten. Katz-und-Maus-Spiele zwischen Demonstranten und der Polizei setzten sich dann bis in die Nacht fort. Erst nachts zogen sich die Demonstranten in die Causeway Bay Area und zur nördlichen Kowloon-Seite zurück.

Einige Demonstranten stürmten in das Büro der Xinhua News Agency, einer chinesischen staatlichen Nachrichtenagentur, und schlugen Fenster und Glastüren ein. Sie legten ein kleines Feuer in der Lobby und sprühten Graffiti: „Die chinesischen Kommunisten vertreiben“.

Polizeireaktion

Bei der Kundgebung im Victoria Park setzte die Polizei Pfefferspray gegen zwei politische Kandidaten ab. Laut The Independent wurden drei Kandidaten während der Proteste am Samstag verhaftet.

Am Abend verlor ein Ersthelfer am Time Square, einem Einkaufszentrum in Causeway Bay, das Bewusstsein, nachdem er von einem Tränengaskanister im Rücken getroffen wurde.

Zirkulierends Onlinematerial zeigt, dass die Polizei auch gegen einen Feuerwehrmann im Central-Viertel Pfefferspray einsetzte, nachdem dieser sich beschwert hatte, dass die Polizei die Arbeit der Feuerwehr behinderte. Der Reporter, der den Vorfall filmte, wurde ebenfalls mit Pfefferspray besprüht und von der Polizei beschuldigt, ein „Fake-Reporter“ (falscher Reporter) zu sein.

Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN

Ein weiteres Video, das in der Nähe des Kowloon Restaurants an der Hennessy Road bei Causeway Bay aufgenommen wurde, zeigt wie die Polizei drei Journalisten dazu zwingt, ihre Gasmasken abzunehmen. Auch sie wurden beschuldigt, keine „echten Reporter“ zu sein.

Mann beißt Stadtrat ins Ohr

Am Sonntag (3. November) wurde bei einem Vorfall, der nicht direkt mit den Protesten zu tun hatte, Blut vergossen. Laut RTHK hat ein Mandarin (Hochchinesisch) sprechender Mann mehrere Besucher des Einkaufszentrums mit einem Messer attackiert, nachdem er sich mit ihnen über „politische Ansichten“ gestritten hatte. Der Mann biss dann dem Stadtrat der Demokratischen Partei Andrew Chiu ins Ohr, als dieser versuchte, den Mann an der Flucht zu hindern. Die wütende Menge schlug auf den Mann ein, bevor die Polizei eintraf und ihn abführte.

Unterstützung

Einige Festlandchinesen nahmen auch an den Samstagsprotesten teil, um ihre Unterstützung für die Hongkonger zum Ausdruck zu bringen.

Bei einer Nachmittagskundgebung in Tsim Sha Tsui sang Stefano Lodolo, ein italienischer Opernsänger, der regelmäßig an den Protesten in Hongkong teilnimmt, die Protesthymne „Glory to Hong Kong“. Er sagte der Epoch Times am 31. Oktober: „Eine Person mehr kann den Unterschied ausmachen“ und fügte hinzu, dass die Stadt Unterstützung durch die internationale Gemeinschaft brauche.

Es sollte Hongkong sein, das China verändert, nicht umgekehrt“, so Lodolo.

Marylin, die die letzten drei Jahrzehnte nach ihrem Umzug aus Malaysia in Hongkong verbracht hat, kritisierte die harte Gangart der Polizei während der fünfmonatigen Proteste.

„Als Polizei sollst du deine Leute beschützen, nicht verletzen“, sagte sie der Epoche Times im Victoria Park.

Suziko Hirano, eine 25-jährige japanische Schauspielerin, nahm an der Tsim Sha Tsui Rallye teil und trug einen Kimono. Sie sagte, sie sei nach Hongkong gekommen, um die Proteste zu unterstützen, und werde sie bis zum Ende unterstützen.

„Ich glaube, das ist die letzte Chance“, sagte sie.

Das Hongkonger Büro der Epoch Times hat zu diesem Bericht beigetragen.

Der Originalartikel erschien in The Epoch Times USA (deutsche Bearbeitung von rm)
Originalfassung: Hong Kong in Chaos After Police Break Up Protests With Tear Gas

Eine Buchempfehlung

Die KP China präsentiert ihre ehrgeizigen Ambitionen unter der Tarnung eines „friedlichen Aufstieg“ Chinas. Dies macht es der internationalen Gemeinschaft schwer, ihre wahren Motive zu verstehen. Die KP China ist keine politische Partei oder Regierung im normalen Sinne. Sie repräsentiert nicht das chinesische Volk. Sie repräsentiert das kommunistische Gespenst. Sich mit der KP China zu identifizieren, bedeutet, sich mit dem Teufel zu identifizieren.

China und die Welt stehen an einem Scheideweg. Für das chinesische Volk kann von der Kommunistischen Partei Chinas, die unzählige Blutschulden hat, keine wirklichen Reformen erwartet werden. China wird nur dann besser dran sein, wenn es frei von der Kommunistischen Partei ist. Durch die Eliminierung der Kommunistischen Partei, die wie ein bösartiger Tumor ist, wird China gedeihen.

Die scheinbar unbezwingbare Sowjetunion löste sich über Nacht auf. Obwohl die KP China weltweit ihre Reißzähne zeigt, könnte ihre Auflösung genauso schnell erfolgen, sobald die Welt ihre böse Natur erkennt und die richtige Wahl trifft.

Im März 2018 dachte „The Economist“ in einem Artikel mit dem Titel „How the West Got China Wrong“ über die Politik nach, die die westlichen Länder gegenüber China verfolgt haben und dass sie wetteten, dass China in Richtung Demokratie und Marktwirtschaft gehen würde. „The Economist“ räumte ein, dass das Glücksspiel des Westens gescheitert ist, dass China unter der KP China keine Marktwirtschaft ist und auf seinem derzeitigen Kurs nie eine sein wird.

ISBN Band 1: 978-3-9810462-1-2, Band 2: 978-3-9810462-2-9, Band 3: 978-3-9810462-3-6. Einzeln kostet jeder Band 19,90 Euro (zzgl. 2,70 Euro Versandkosten), alle drei Bände gemeinsam sind im Moment noch zum Sonderpreis von 45,00 Euro (zzgl. 5,50 Euro Versandkosten) zu erwerben. Das Buch hat insgesamt 1008 Seiten und über 1200 Stichworte im Indexverzeichnis.

Bestellmöglichkeiten: Bei Amazon oder – falls vergriffen – direkt beim Verlag der Epoch Times Phone: +49 (0)30 26395312, E-Mail: [email protected]