Bemalte Schirme werden vor den Mauern von Pekings "Verbotener Stadt" verkauft, aber der Traum von einer alten Kultur hält der Wirklichkeit des Alltags im heutigen China nicht stand.Foto: AP Photo/Ng Han Guan

China – ein Land in höchster Gefahr

Von 4. Mai 2011 Aktualisiert: 4. Mai 2011 13:07

Vor 2500 Jahren gab es in China einen großen Denker mit Namen Guanzi. Er war der Meinung, dass eine gut funktionierende politische Macht auf vier Prinzipien basieren müsse, nämlich „Rechtschaffenheit, Aufrichtigkeit, Unbestechlichkeit, Urteilsvermögen“. Seiner Meinung nach würde die Entwicklung des Landes in eine falsche Richtung geraten, wenn eines dieser Prinzipien fehlt; wenn zwei davon fehlen, befände sich das Land in Gefahr; wenn drei davon fehlen, stürzt das Land ins Chaos und wenn alle vier fehlen, würde es aufhören zu existieren.

Betrachtet man die heutige chinesische Gesellschaft, zeigt sich ein Zustand, dessen Existenz gemäß den obigen vier Prinzipien nicht mehr gewährleistet ist. Neben glänzenden Wolkenkratzern werden in Formalin eingelegte Pilze, mit dem Insektizid Dichlorvos (DDVP) geräucherter Schinken, mit empfängnisverhütenden Hormonpräparaten gefütterte Fische, mit Baukalk vermischtes Mehl und viele andere vergiftete Lebensmittel verkauft. Die Chinesen machen Witze über ihre gefährlichen Lebensmittel. Sie scherzen, dass die Menschen bereits so vergiftet sind, dass eine Giftschlange stirbt, wenn sie einen Chinesen beißt.

Lebensmittelvergiftungen erregen oft große Aufmerksamkeit. Aber wenn man die chinesische Gesellschaft betrachtet, bietet sich einem in allen Bereichen ein schockierendes Bild. Im Jahr 2007 wurde ein Fall aufgedeckt, in dem über 300 Arbeiter, unter anderem viele Kinder und Behinderte, in einem Ziegelofenbetrieb versklavt wurden. Dieser Fall wurde auch in Europa als „Chinesischer Sklavenskandal“ bekannt. Das Ergebnis der Untersuchungen zeigte, dass sowohl hochrangige Beamte als auch Menschenhändler in diesen Fall verwickelt waren. Obwohl dieser Fall dazu führte, ein „Arbeitsvertragsgesetz“ in China zu verabschieden, ist der Skandal der „Versklavung von geistig Behinderten“ in der Provinz Xinjiang einer der zehn großen arbeitsrechtlich relevanten Fälle im Jahr 2010. Viele Chinesen rufen wütend, dass den chinesischen Geschäftsleuten jegliche Moral fehlt.

Moral fehlt aber nicht nur bei den Geschäftsleuten, sondern in nahezu allen Berufsgruppen. Die zwischenmenschlichen Beziehungen scheinen nur noch auf Geld zu basieren. Es ist kein seltener Fall mehr, dass schon Geld verlangt wird, wenn man nur mal eben nach  dem Weg fragt. Viele Eltern machen sich Gedanken über passende Geschenke für die Lehrer ihrer Kinder. Bevor ein Patient operiert wird, überlegt er zuerst, wie viel er dem Arzt „spenden“ soll. Sogar beim Retten von menschlichem Leben wird zuerst über Bezahlung geredet. Im Jahr 2009 sind drei Studenten im Jangtsekiang beim Versuch, einen Jungen zu retten, ums Leben gekommen. Die Fischer vor Ort handelten zuerst einen hohen Preis für die Bergung der Leichen aus und fuhren erst danach los. Aufgrund der landesweiten öffentlichen Empörung über die Zustände in dieser Region geriet die Lokalregierung enorm unter Druck. Die Lösung ist ebenso nutzlos wie lächerlich. Es wurde versucht ein, „Rettungsteam“ von Fischern zu gründen und den Preis für Leistungen, wie zum Beispiel das „Leichenangeln“, zu regulieren.

In der Hongkonger Zeitung „Oriental Daily“ stand ein Artikel mit dem Titel „Das chinesische Volk befindet sich an einem moralischen Tiefpunkt!“. Aber wer ist dafür verantwortlich, dass ein Volk mit einer fünftausend Jahre alten Kultur und unzähligen Schriften über moralische Prinzipien in einen solchen Zustand gerät? Der Verlauf der chinesischen Geschichte nach der Machtergreifung der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) liefert Indizien zur Klärung dieser Frage.

 

 



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