China: In Ungnade gefallener Blogger schlägt zurück

Von 20. September 2013 Aktualisiert: 20. September 2013 10:18

Seit Wochen attackiert das chinesische Regime die Meingungsfreiheit des Internets: Berühmte Blogger wurden verhaftet, das Verbreiten von Online-„Gerüchten“ unter Strafe gestellt. Nun hat ein Wirtschaftsprofessor aus Peking den Spieß umgedreht: Er heißt Xia Yeliang und zählt zu Chinas 100 einflussreichsten Intellektuellen.

Ihr verbreitet strafbare Gerüchte!“

Vom Chefredakteur der nationalistischen Staatszeitung Global Times war er bezichtigt worden, durch eine Lehrprobe gefallen zu sein – mit dem Zusatz, dass seine „liberalen politischen Gesinnungen sehr extremistisch seien.“ Xia, der die Lehrprobe bestanden hatte, konterte: Diese Unterstellung würde nach der neuen Internet-Richtlinie als „übles Gerücht und Verleumdung“ zählen. Gerichtliche Schritte wären deshalb nicht ausgeschlossen.

Natürlich erreichte das Global Times Editorial von Hu Xijin mehr als 5000 Leser und wurde mehr als 500 mal weitergeleitet, wodurch es als Straftat ausgelegt werden kann. Sofort solidarisierten sich andere Internetnutzer mit Xia, indem sie eine Bestrafung der Global Times für das „Verbreiten von Gerüchten“ forderten. In seinem nächsten Post fahndete Xia sogleich nach potentiellen Anwälten, die mit ihm pro bono den Prozess gegen Hu Xijin einleiten wollten.

Einer der einflussreichsten Köpfe Chinas

Professor Xia Yeliang bekennt sich offen zu seine demokratischen Idealen und war deshalb oft beim Regime in der Kritik. Die Pekinger Universität drohte ihm bereits vor kurzem mit der Grundsatzabstimmung über seine mögliche Entlassung. Xia lehrt auch an der Privatuniversität Wellesley College in Massachusetts. Diese wiederum drohte mit dem Abbruch aller partnerschaftlichen Beziehungen zur Pekinger Uni, sollte der Xia tatsächlich entlassen werden.

Die Pekinger Universität galt bisher immer als ein Ort der Gedankenfreiheit, weil sie ein Zentrum vieler demokratischer Bewegungen war. Xia hofft, dass sich seine Kollegen gegen die aktuellen Repressalien ausprechen werden. Er, der gerade von einem einjährigen Auslandsaufenthalt zurückkam sagte der Deutschen Welle, dass sich die Situation für Studenten und Lehrende verschlechtert habe: “Hier herrscht eine angespannte Stimmung, die immer mehr nach Links rückt, das fühlt sich sehr nach Kulturrevolution an.”

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