Japans Ministerpräsident Shinzo Abe will Xi Jinping persönlich treffen.Foto: TORU YAMANAKA/AFP/Getty Images

China-Japan-Krieg: Alles nur Angstmache? Über Chinas wahre Unruhestifter und Japan-Feinde

Von 27. September 2014 Aktualisiert: 27. September 2014 10:38

„Ein Treffen und ein Handschlag zwischen Führern kann den Weg für regionalen Frieden und Sicherheit bahnen.“ Welch schöne Worte. Sie kommen von Japans Ministerpräsident Abe, der am Montag in New York zu einem Besuch bei den Vereinten Nationen eintraf. Das Wall Street Journal berichtete von Abes Hoffnung, Chinas Staatschef Xi Jinping treffen zu können.

Schon am Mittwoch, dem 24. September, empfing der chinesische Vize-Premierminister Wang Yang in Peking eine japanische Wirtschafts-Delegation aus 200 führenden Unternehmern und Managern – zum ersten Mal seit August 2010. Die gekappten Wirtschafts-Kontakte mit Tokio sollten baldmöglichst wieder aufgenommen werden, bekundete Wang.

Das Wall Street Journal zitierte dazu den Harvard-Professor Ezra Vogel, einen Japan- und China-Experten: „Die Führer an der Spitze beider Seiten haben offenbar entschieden, dass die angespannten Beziehungen zu gefährlich sind und es nicht im Interesse der beiden Länder liegt, dass die Beziehungen derart angespannt bleiben.“ Die Eiszeit zwischen den beiden Ländern scheint also vorbei zu sein.

Wer schürt Chinas Japan-Hass?

Wenn in China anti-japanische Propaganda gemacht und der Nationalstolz so richtig angeheizt wird, war das für die westlichen Medien immer ein gefundenes Fressen. Die Kriegsangst wurde dann auch bei uns geschürt, selbst wenn keine realpolitische Gefahr bestand.

Von der langen und gewalttätigen Besatzungszeit durch die Japaner hat China tatsächlich ein schweres Trauma davongetragen. Die Besatzung begann am 7. Juli 1937 und dauerte bis zum 9. September 1945. Bis heute gibt es immer wieder Aufwallungen öffentlicher Empörung – wie zum Beispiel im Jahr 2005, als es im Rahmen von Protesten gegen Japan sogar zu Ausschreitungen kam.

Aber eines wird oft übersehen: Ausländische Zeitungsartikel, die Kriegsangst schüren, werden von ganz bestimmten Kräften innerhalb Chinas lanciert. Denn diese „Berichterstattung“ untermauert die Behauptung, Japan würde zum Krieg gegen China rüsten. Die Behauptung selbst wird von der Clique des ehemaligen Staats- und Parteichefs Jiang Zemin (88) verbreitet. Der greise und erbitterte Gegner des neuen Staatschefs Xi Jinping stocherte schon immer in den Wunden der japanischen Besatzungszeit, um Unruhe zu stiften.

So war der Senkaku-Inselstreit, der 2012 begann, eine Strategie von Jiangs Getreuen im Militär, um die Anti-Japan-Stimmung anzuheizen. Neben den Gebietsansprüchen auf die Inseln ging es hier auch um die Lufthoheit – und der Anspruch auf dieselbe wurde von chinesischen Militärmaschinen per Durchflug demonstriert.

Gelegentliche Hetzkampagnen in den staatlichen Medien kamen hinzu, die nur möglich waren, weil Jiang Zemins Leute bis heute im Propagandaministerium sitzen. Und bei anti-japanischen Ausschreitungen auf den Straßen drückte die Polizei gern deshalb beide Augen zu, weil sie unter der Führung von Jiang Zemin-Freund Zhou Yongkang stand. Mittlerweile sitzt Zhou wegen „Korruption“ offiziell in Haft und sein Einfluss gebrochen. (Ein Schritt, der maßgeblich die Entspannung zwischen China und Japan förderte, wie wir weiter unten noch sehen werden.)

Japan und China nähern sich an

Wie berichtet, gab es bereits geheime Annäherungen und Begegnungen zwischen hochrangigen Boten aus China in Japan. Diese leisen Töne des Verständigungswillens wurden in den letzten Tagen auch öffentlich hörbar. Dass der vor vier Jahren abgebrochenen Dialog des Japan-China-Wirtschaftsgipfels wieder aufgenommen werden soll, entspricht ganz dem Willen von Xi Jinping.

Denn Xi will ganz offensichtlich weder Krieg noch Unruhe. Er hat genug damit zu tun, die Reihen der eigenen Parteigenossen weiter von Jiang-Anhängern zu säubern – unter dem politisch korrekten Etikett seiner „Anti-Korruptions-Kampagne“.

Gespräche über eine Zusammenarbeit im Ostchinesischen Meer

Am 23. und 24. September gab es in der Stadt Qingdao außerdem eine hochrangig besetzte Tagung zwischen China und Japan über maritime Angelegenheiten. Es ging um die Zusammenarbeit im Ostchinesischen Meer und wie die Einrichtung eines Kommunikationssystems der Verteidigungsabteilungen neu gestaltet werden könnte. Über die Senkaku Inseln, auf die beide Länder Anspruch erheben, sprach man vorläufig noch nicht. Dies soll aber bald bei einem Folgetreffen geschehen.

Treffen zwischen Xi und Abe beim APEC-Gipfel im November?

Seit Ende Juli hat sich also die Situation verändert. Am 27. Juli sandte Abe heimlich einen Sonderbeauftragten nach Peking, um mit Chinas Führer Xi Jinping Gespräche zu führen. Laut japanischen Medien übermittelte der Botschafter Abes Bitte um ein Gipfeltreffen zwischen Japan und China.

Zwei Tage später erklärte die chinesische Regierung offiziell den Sturz von Zhou Yongkang, Chinas ehemaligem „Sicherheitszar“. Die „Japanischen Wirtschaftsnachrichten“ berichteten dazu, dass Ministerpräsident Abe schon im Vorfeld davon gewusst und große Veränderungen in Chinas politischer Landschaft geahnt habe.

Ein Treffen zwischen Xi und Abe wird wohl frühestens beim APEC-Gipfeltreffen in November in Peking stattfinden.

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