Zhu Ruifeng, Journalist aus Peking.Foto: NTD Television

China: Journalist belastet Beamte von Chongqing

Epoch Times1. Februar 2013 Aktualisiert: 1. Februar 2013 11:35

Mit durchgesickerten Sextapes hat er elf Beamte aus Chongqing zu Fall gebracht. Jetzt scheint der Journalist Zhu Ruifeng selbst ein Problem mit den Ermittlern zu haben. Am Montag traf er sich, begleitet von drei Rechtsanwälten, mit Polizisten aus Chongqing in Peking.

[Zhu Ruifeng, Journalist]:
„Am Sonntag hatten sie meine Wohnung durchsucht und wollten wissen, was ich sonst noch hatte und wer mir die Bänder gegeben hat. Sie wollten, dass ich ihnen die Videos gebe und meine Quelle nenne.“

Alles begann letzten November. Zhu sagte, ihm sei eines der Videos von jemandem aus Chongqings Polizeibehörde gegeben worden. Auf dem Video waren Lei Zhengfu, Parteisekretär auf Bezirksebene, und eine Prostituierte, sozusagen als „Geschenk“ eines Bauunternehmers. Lei wurde mit dem Video erpresst, dem Unternehmer Aufträge zu verschaffen. Nach Bekanntwerden des Videos folgte Leis Rausschmiss.

Letzte Woche meldeten die Behörden von Chongqing, dass weitere zehn Beamte mit Verbindungen zu demselben Sexerpresserring entlassen wurden.

Zhu sagt, dass er mehr Videos hat, die andere Beamte betreffen, und die Polizisten ihm deshalb nachgehen.

[Zhu Ruifeng, Journalist]:
„Ich habe 28 Beamte beobachtet, jetzt sind es 38. Die Polizei hat gefragt, welche anderen Informationen ich habe und von wem ich sie habe. Sie wollen die originalen Videos, so wollen sie herausfinden, wer bei der Polizei von Chongqing die Informationen durchsickern lässt.“

Zhu hat sich geweigert, ihnen die Videos zu geben. Er müsse seine Quellen schützen.

[Tang Jitian, Rechtsanwalt, Peking]:
„Als ein Bürger hat Zhu einige Beweise gegen gesetzesbrechende Beamte erhalten. Es ist an ihm, zu entscheiden, wem er diese Informationen veröffentlicht. Die Polizei von Chongqing sollte die Verfahrenswege einhalten, statt quer durchs Land zu fahren, um Zhu in Peking zu befragen oder zu bedrohen.“
Einige der Sextape-Erpressungen geschahen 2008, als der entmachtete Bo Xilai noch Parteichef von Chongqing war. Sein Polizeichef Wang Lijun soll Berichten zufolge geholfen haben, entsprechende Ermittlungen zu verschleiern, statt aufzuklären.

Wang Lijun sitzt nun im Gefängnis und Bo Xilai ist angeklagt wegen Korruption und Machtmissbrauch.


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