China: Staatlicher Fernsehsender CCTV überträgt Hinrichtung

Von 4. März 2013 Aktualisiert: 4. März 2013 0:50

 

Am 1. März hat CCTV, der wichtigste staatliche Fernsehsender in China, die Hinrichtung von vier Personen übertragen, die im Oktober 2011 auf dem Fluss Mekong 13 chinesische Seemänner getötet haben sollen. Die Übertragung der Hinrichtung erzeugte einen Wirbel an Diskussionen. CCTV erklärte, dass die Sendung ein Zeichen gesetzt habe, dass die Untergrenze von Zivilisation nicht überschritten werden dürfe. Eine sehr fragwürdige Aussage, die vermuten lässt, dass ihre Urheber diese Grenze bisher auf keinen Fall überschritten haben.

Nach Berichten der chinesischsprachigen Epoch Times, Dajiyuan, habe CCTV diese vier Gefangenen bis zur Tür des Raumes mit der Giftspritze live begleitet. Die Zeitschrift China News Weekly (Zhong Guo Xin Wen Zhou Kann) habe zuvor eine Umfrage zu dieser Sendung durchgeführt. 60 Prozent der Teilnehmer seien gegen die Fernsehübertragung gewesen. Inzwischen sei diese Umfrage zensiert worden. Nach Berichten der Webseite news.qq.com habe ein Abgeordneter des Volkkongresses in seinem Mikroblog gegen diese Sendung protestiert und gemeint, dass der Respekt vor der Würde des Lebens zu den grundlegenden Eigenschaften eines zivilisierten Landes gehöre, auch wenn es um das Leben eines Gefangenen gehe. Ein anderer Internetnutzer habe die Frage gestellt, wozu diese Übertragung dienen solle. Seiner Meinung nach könne sie weder Kriminelle abschrecken, noch die Stärke von China demonstrieren.

Zu dieser Sendung  sind sich offenbar die staatlichen Medien in China auch nicht einig. Die Webseite news.qq.com hat die Äußerung von CCTV und der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua in ihrem Mikroblog gepostet. CCTV sei der Meinung, dass die humane Hinrichtungsmethode die Rechtmäßigkeit des Justizsystems zeige und dass die Zurschaustellung der Todesangst der Verurteilten andere davor warne, die Untergrenze der Zivilisation zu überschreiten. Xinhua hingegen meinte, dass die Zuschauer hoffentlich eine Hinrichtung nicht als Feierlichkeit empfinden. Es sei umstritten, ob eine Hinrichtung live übertragen werden solle.

 

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