Foto: Weibo

China: Todesfahrt mit Jeep am Tiananmen-Platz in Peking

Von 28. Oktober 2013 Aktualisiert: 28. Oktober 2013 10:14

Heute morgen, kurz nach 12 Uhr Pekinger Zeit gab es in der chinesischen Hauptstadt Feueralarm und Großeinsatz der Polizei. Grund war ein Jeep, der am Tiananmen-Platz an ein Brückengeländer geprallt war. Der Unfall ereignete sich am Osten des Platzes, direkt vor dem berühmten Torbogen zur verbotenen Stadt. Der Unfallort wurde weiträumig abgeriegelt. Sogar ein nahegelegener U-Bahnhof wurde gesperrt.

Augenzeugin: „Es schien ein geplanter Selbstmord zu sein“

Augenzeugen berichten von einer dramatischen Szene: Ein Jeep mit drei Personen raste quer über den Platz, durch eine Menschenmenge aus Touristen und danach frontal in das Brückengeländer des „Goldenen Flusses“. Das Fahrzeug fing Feuer und brannte unter starker Rauchentwicklung völlig aus. Eine Augenzeugin sagte zu EPOCH TIMES: „ Das Verhalten des Jeeps war sehr merkwürdig. Es schien wie ein geplanter Selbstmord zu sein. Das war kein zufälliger Unfall, sondern Absicht.“

Nach offiziellen Berichten gab es drei Tote: Der Fahrer des Wagens und zwei weitere Insassen.

Über die Identität der Personen wurde offiziell noch nichts bekannt. Auch gibt es noch keinerlei offizielles Statement zu den Hintergründen des Vorfalls.

Berichte im Internet unter Zensur

Augenzeugen posteten Informationen auf Weibo, dem chinesischen Twitter. Die Berichte und Fotos wurden jedoch rasch zensiert. Weibo-User Kang schrieb: „Der Jeep war weiß und hat auf seiner Todesfahrt insgesamt 11 Passanten verletzt. Es gab zwei Schwerverletzte, darunter eine Frau mit stark blutenden Kopfwunden. Der älteste Verletzte war über 50, auch ein Kind war unter den Opfern.“ Nach dem Crash rannten die meisten Passanten in Panik davon. Nur rund sechs der vorort Anwesenden leisteten den Opfern erste Hilfe. Darunter war auch ein ausländischer Tourist, der ein Kind künstlich beatmete.

Selbstmord mit politischer Signalwirkung?

Chinesische Beobachter gehen davon aus, dass der Vorfall ein Selbstmord mit politischer Signalwirkung sein sollte. Über die Hintergründe wird derzeit noch spekuliert. Ähnliche Ergeinisse gab es mehrfach auf dem Platz des Himmlischen Friedens: Am 10. Januar 1982 raste eine 23-jährige Taxifahrerin in ihrem Taxi vom Westen aus über den Platz, bevor sie ihren Wagen gegen eine Wand fuhr. Sie verletzte 19 Menschen und riss 5 weitere in den Tod. Am 15.Oktober 2010 zündete ein Ehepaar auf dem Tiananmen-Platz seinen PKW an und verbrannte sich darin selbst. Der Vorfall ereignete sich am ersten Tag eines Parteitags. Es waren Petitionierende gewesen, deren Anliegen bei der Regierung kein Gehör gefunden hatte.

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