China: Treffen von Maas und Wong ist „Akt der Respektlosigkeit“ – Maas: Wongs Freilassung gutes Signal

Epoch Times10. September 2019 Aktualisiert: 10. September 2019 13:53

Die chinesische Regierung hat ein Treffen von Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) mit dem Hongkonger Demokratie-Aktivisten Joshua Wong in Berlin als „Akt der Respektlosigkeit“ gegenüber Chinas Souveränität verurteilt.

Es ist äußerst falsch, dass deutsche Medien und Politiker versuchen, sich die antichinesische Separatistenwelle zunutze zu machen“, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums in Peking am Dienstag. Dies sei eine „Einmischung in Chinas innere Angelegenheiten“.

Wong war am Montagabend in Berlin eingetroffen und hatte als Ehrengast an einem von der „Bild“-Zeitung organisierten Fest im Reichstagsgebäude teilgenommen. Dort sprach er unter anderem mit Bundesaußenminister Maas.

Hongkong das „neue Ost-Berlin“

„Ich hoffe, dass Menschen weltweit die Leute in Hongkong unterstützen, die für Freiheit und freie Wahlen kämpfen“, sagte der 22-Jährige am Montagabend der „Bild“-Zeitung. Es sei an der Zeit, dass sich mehr Menschen in Deutschland auf Hongkong konzentrierten.

Wir haben den Eindruck, dass Hongkong wie Ost-Berlin zur Zeit des Kalten Krieges ist. Und gerade weil die Deutschen besonders in Berlin für die Freiheit gekämpft haben, bitte ich die Deutschen um Hilfe in unserem Kampf.“

Wong war am Abend auf dem Berliner Flughafen Tegel angekommen. Auf einem von der „Bild“-Zeitung organisierten Fest im Dachgarten-Restaurant des Bundestags in Berlin sprach der 22-Jährige im Anschluss unter anderem mit Außenminister Heiko Maas (SPD).

Wong war am Sonntagmorgen vor seiner geplanten Abreise zunächst am Hongkonger Flughafen festgenommen worden. Ihm wurde vorgeworfen, seine Kautionsbedingungen verletzt zu haben.

Nach 24 Stunden kam Wong wieder auf freien Fuß und flog noch am Montag nach Deutschland. Wong war bereits Ende August für einige Stunden festgenommen und auf Kaution wieder entlassen worden.

Auf dem Fest der „Bild“-Zeitung sagte Wong: „Wir protestieren, bis wir eines Tages freie Wahlen haben. Wenn wir uns jetzt in einem neuen Kalten Krieg befinden, dann ist Hongkong das neue Berlin.“

Er entschuldigte sich, dass er so spät gekommen sei. Vor 36 Stunden sei er noch in einer Polizei-Station festgehalten worden.

Ich wurde bereits acht Mal festgenommen und habe Hundert Tage im Gefängnis verbracht. Der Preis, den ich zahle, ist klein“, zitierte ihn die Zeitung.

Maas sieht in Wongs Freilassung ein gutes Signal

Maas hatte nach der Freilassung Wongs am Montag gesagt, es sei ein gutes Signal, dass der junge Demokratie-Kämpfer wieder auf freiem Fuß sei.

Das Recht auf freie Meinungsäußerung ist ein fundamentales Prinzip. Es darf keinen Einschränkungen unterliegen“, twitterte er.

Ende August war Wong wie seiner Mitstreiterin Agnes Chow vorgeworfen worden, andere zur Teilnahme an einer illegalen Versammlung in der chinesischen Sonderverwaltungszone am 21. Juni animiert und selbst daran teilgenommen zu haben. Wong muss sich auch für die Organisation der Demonstration verantworten.

Die Protestbewegung befürchtet steigenden Einfluss der chinesischen Regierung auf Hongkong. Auch fordern die Demonstranten eine unabhängige Untersuchung der Polizeigewalt bei den Protesten.

Die frühere britische Kronkolonie wird seit der Rückgabe 1997 an China in ihrem eigenen Territorium mit einem eigenen Grundgesetz nach dem Prinzip „ein Land, zwei Systeme“ autonom regiert.  (dpa)


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