Ching Cheong, Chefkorrespondent für die Zeitung „The Straits Times“ aus Singapur, wird von China wegen Spionage an Taiwan beschuldigt. Strait Times/AFP

China verschärft Druck auf die Medien

Von 18. August 2005 Aktualisiert: 18. August 2005 11:40

Wegen Verdachts der Spionage für Taiwan wurde Ching Cheong, der 55-jährige Chefkorrespondent der Zeitung „The Straits Times“ aus Singapur offiziell am 5. August in Beijing festgenommen. Ching Cheong ist aus Hongkong gebürtig.

Ching Cheong wurde bereits am 22. April in Guangzhou gefangen genommen, als er versuchte, Aufnahmen von geheimen Interviews des ehemaligen Generalsekretärs Zhao Ziyang zu bekommen.

Das chinesische Außenministerium gab am 31. Mai bekannt, dass Ching gestanden habe „ein Spion im Dienste ausländischer Behörden“ zu sein, und dass Ching unter dem Namen von Chen Yuan-chun „streng geheime und vertrauliche“ Dokumente über Chinas Politik, Wirtschaft und Militärangelegenheiten zur Taiwanesischen Sicherheitsbehörde weitergeleitet habe.

Ching Cheong droht lebenslange Haft oder sogar die Todesstrafe.

Ching Cheong wurde in China geboren. Er hat einen Pass der Sonderverwaltungszone Hongkong und ist auch im Besitz eines britischen Reisepasses. Außerdem hat er seinen ständigen Wohnsitz in Singapur.

Ching`s Fall hat Befürchtungen ausgelöst, dass Beijing nun seine Schlinge um die Medien noch stärker anzieht. Ching ist der 2. Journalist einer ausländischen Zeitung, der in China inhaftiert ist. Zhao Yan, ein Mitarbeiter der „New York Times“, wurde im Oktober 2004 mit der Anschuldigung der „Enthüllung von Staatsgeheimnissen“ inhaftiert.

Die Geschäftsführung von “The Straits Times” sagte, sie sei über die Anklage gegen Ching Cheong schockiert. Irene Ngoo, die Sprecherin der Singapore Press Holdings, in deren Besitz „The Straits Times“ sich befindet, forderte, dass Ching während seines Prozesses von ihrem Anwalt vertreten werde.

Die Menschenrechtsvereinigung von Hongkong kritisierte Beijing, dass vor der Verhaftung von Ching Cheong keine Beweise gegen ihn vorgelegt wurden. Weiter wurde angemerkt, dass diese Vorgehensweise unfair sei, dass er keinen Anwalt hätte und sein Geständnis wahrscheinlich auch nur unter Druck zustande gekommen sei.

Dem in New York ansässigen Komitee zum Schutz von Journalisten zufolge hat China im Jahr 2004 zum wiederholten Mal die höchste Anzahl inhaftierter Journalisten in der Welt. Nach aktuellem Informationsstand befinden sich 42 Reporter auf dem Festland China hinter Gittern.

Bis jetzt hat die Taiwanesische Regierung zu diesem Fall noch keinen Kommentar abgegeben.


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion