Der pensionierte chinesische Fußballstar Hao Haidong in einem Video, in dem er sich für einen „neuen Föderalstaat von China“ einsetzt, aufgenommen am 4. Juni 2020 von seinem Haus in Spanien aus.Foto: Bildschirmfoto/YouTube

Chinas Fußball-Ikone ruft zum Sturz der Kommunistischen Partei und zur Gründung eines neuen Chinas auf

Von 8. Juni 2020 Aktualisiert: 3. Juni 2021 15:34
Hao Haidong, einer der erfolgreichsten chinesischen Fußballspieler, fordert die Absetzung der Kommunistischen Partei Chinas. Er schlägt stattdessen einen föderalen Staat unter einem demokratischen System vor. Als Mitunterstützer hat er den ehemaligen Berater des Weißen Hauses, Steve Bannon, und den flüchtigen Milliardär Guo Wengui.

Der pensionierte chinesische Fußballspieler Hao Haidong sorgte kürzlich für Aufregung. Er forderte die Absetzung der regierenden Kommunistischen Partei Chinas und die Gründung eines neuen „föderalen Staates von China“.

Am 4. Juni, dem 31. Jahrestag des Massakers auf dem Platz des Himmlischen Friedens, wo das chinesische Regime gegen pro-demokratische Demonstranten vorging, wurde ein Video von Hao Haidong auf Youtube veröffentlicht.

In dem Video, das in seinem Haus in Spanien gedreht wurde, verlas Hao eine Erklärung auf Chinesisch, wonach „die Beseitigung der Kommunistischen Partei Chinas von wesentlicher Bedeutung ist, um die Fesseln der Sklaverei zu sprengen, welche dem chinesischen Volk auferlegt wurden, und um der Welt Frieden zu bringen“.

Hao Haidong für eine demokratische Regierung in China

Er plädiert in dem Video für eine neue demokratische chinesische Regierung, die „Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und Religionsfreiheit“ gewährleisten würde, schreibt die britische „Daily Mail“.

In dem Video kam er auch auf einige der heikelsten Themen in China zu sprechen. Hao Haidong forderte eine echte Autonomie sowohl für Hongkong als auch für Tibet.

Gründung eines neuen Chinas

Hao beschuldigte Peking auch, mit COVID-19 einen „biologischen Krieg“ gegen die ganze Welt zu führen. Er behauptet, die kommunistische Partei sei „extrem sündhaft“.

Dann sagte er im Video, er unterstütze „einen neuen föderalen Staat von China“, also China unter einer demokratischen Führung.

Den Schritt hat er mit dem ehemaligen Berater des Weißen Hauses, Steve Bannon, und dem Milliardär Guo Wengui koordiniert. Bannon verlas dieselbe Erklärung auf Englisch:

Sie bezeichneten die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) als eine totalitäre, „terroristische Organisation“, welche „schreckliche Gräueltaten gegen die Menschlichkeit“ begangen habe.

Bannon und Hao verlasen die Erklärung im Namen einer in den USA registrierten NGO, der „Himalaya Supervisory Organization“.

Sie sagten, die Gruppe würde sich für eine chinesische Nation einsetzen, die nicht mehr von der KPCh regiert wird, sondern von einer Regierung, die nach dem demokratischen System „eine Person, eine Stimme“ gewählt wird.

In der Erklärung wurden auch mögliche Bedingungen für eine neue Verfassung zur Regelung der Nation dargelegt, die Rechtsstaatlichkeit und Grundfreiheiten festschreiben würde.

„Die kommunistische Partei schadet dem chinesischen Volk“

Sie skizzierten auch die Geschichte der Partei bei der Unterdrückung politischer Dissidenten. „Seit die KPCh 1949 zur herrschenden Macht in China wurde, hat sie mehrere brutale politische Kampagnen initiiert: Landreform, Unterdrückung der Konterrevolution, den Großen Sprung nach vorn, Kulturrevolution, die Ein-Kind-Politik und so weiter. Insgesamt starben Hunderte von Millionen Menschen daran“, hieß es in der Erklärung.

Die Gruppe beschuldigte die Partei, das auf internationalen Regeln basierende System zu zerstören und dem chinesischen Volk Schaden zuzufügen. In den vergangenen 30 Jahren „hat das KPCh-Regime die USA und andere westliche Länder betrogen und gleichzeitig ihr Vertrauen gewonnen, um der Welthandelsorganisation beizutreten. Sie erwirtschafteten enorme Mengen an Reichtum, indem sie die billigen Arbeitskräfte des chinesischen Volkes verkauften und ausbeuteten, eine starke Umweltverschmutzung verursachten und das Land, die Flüsse und Seen zerstörten“, heißt es in der Erklärung der Gruppe.

„Dennoch hat es die KPCh nicht nur versäumt, ihren Reichtum mit ihrem eigenen Volk zu teilen, sondern sie hat kontinuierlich und skrupellos nationale Vermögenswerte und Reichtümer gestohlen, um sie auf die Auslandskonten ihrer zahllosen unehelichen Kinder, Mätressen und Bevollmächtigten zu überweisen“, erklärt Hao in dem Video.

Pekings Rache gegen Hao

Der 50-jährige Hao Haidong spielte in den 1990er Jahren für die chinesische Fußballnationalmannschaft und führte China 2002 zu seiner einzigen WM-Endrundenteilnahme.

Haos Frau Ye Zhaoying, ehemalige chinesische Badminton-Weltmeisterin, zeigte in einem Video ebenfalls ihre Unterstützung für den neuen „föderalen Staat“.

Hao hat sich offen zu sozialen Fragen geäußert und zuvor das chinesische Sport-Establishment kritisiert, was ihm den Spitznamen „Kanonen-Hao“ einbrachte. Er hat eine große Fangemeinde in China, mit fast 7,7 Millionen Followern auf der Twitter-ähnlichen chinesischen Social-Media-Plattform Weibo.

Haos Weibo-Konto wurde kurz nach der Veröffentlichung des Videos von der Zensur geschlossen. Die Social-Media-Plattform löschte auch Kommentare in Beiträgen, die mit Hao zu tun hatten.

Die staatliche chinesische Sportzeitung „Titan Sports“, die auflagenstärkste Sportzeitschrift Chinas, kritisierte Hao in einem Beitrag auf ihrem offiziellen Weibo-Konto: „Wir verurteilen auf das Schärfste falsche Äußerungen, die Chinas Souveränität schädigen und von dem Fußballspieler gemacht wurden, dessen Nachname mit H beginnt“.

Zensur rollt an

Haos Familienname ist in China nicht populär. Um zu verhindern, dass Netizens nach Schlüsselwörtern suchen, welche mit Hao in Verbindung stehen, wurde in der Nachrichtensendung weder Haos Familienname noch sein vollständiger Name verwendet.

„Titan Sports“ erklärte auch, dass es in Zukunft nicht mehr über Neuigkeiten im Zusammenhang mit Hao berichten werde. Und Stunden später entfernte „Titan Sports“ seinen Beitrag. Berichte anderer chinesischer Medien über Hao wurden ebenfalls gestrichen.

Bei der Suche nach „Hao Haidong“ auf chinesischen Webseiten erscheinen immer noch Hunderte von Webseiten, auf denen viele über die vergangenen Torschussmomente des ehemaligen Fußballprofis berichten. Die Videos können abgespielt werden, aber die Kommentarfunktion auf diesen Webseiten wurde laut Tests der Epoch Times abgeschaltet.

Als er gebeten wurde, zu Herrn Haos Forderung nach einem „Föderalstaat von China“ Stellung zu nehmen, sagte der Sprecher des Pekinger Außenministeriums, Geng Shuang, bei einem Briefing: „Zu diesen absurden Äußerungen, zu dieser Farce habe ich kein Interesse an einem Kommentar“.

Hao Haidongs Sohn wurde aus einer serbischen Fußballmannschaft entlassen

Nach der Veröffentlichung des Videos von Hao Haidong, wurde sein Sohn, Hao Runze aus einer serbischen Fußballmannschaft entlassen. Berichten zufolge erzielte der 23-jährige Runze im Alter von 16 sein erstes Tor als Profifußballer in der spanischen Liga. Er spielte von 2018 bis 2019 bei dem spanischen Club Recreativo Granada in der zweiten Liga. Im Februar dieses Jahres wechselte er nach Serbien zu Radnički Niš.

Runze erzielte noch wenige Tage vor der Veröffentlichung des Videos seines Vaters Tore für die serbische Mannschaft und wurde von serbischen Sportmedien gelobt. Die zwei wichtigsten Sportblätter Serbiens, die „Hotsport“ und „Arena Sport“ haben Runze in mehreren Artikeln über seine Leistung gelobt.

„Arena Sport“ schrieb, dass Runze der ruhigste Spieler im Strafraum war und daher er ein wichtiges Tor für seine Mannschaft erzielen konnte. Auch Netizens in Serbien lobten den jungen Spieler. Nun sind alle Berichte gelöscht worden.

Tang Jingyuan, Kommentator des unabhängigen chinesischsprachigen TV-Senders „New Tang Dynasty“ erklärte per Twitter, dass der Schritt des serbischen Vereins ihn nicht überrasche. Serbien sei „höchst prokommunistisch“. Es sei „ein Gruß der serbischen Regierung“ an Peking gewesen.

(Mit Material von Epoch Times USA)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion