Chinas Fußballfans in WM-Vorbereitung

Von 8. Juni 2006 Aktualisiert: 8. Juni 2006 1:18
Konflikt zwischen Arbeit, Schlaf und Spielen

Der beliebteste Sport im Reich der Mitte ist doch nicht Tischtennis, sondern Fußball. Zwar wird die chinesische Mannschaft nicht bei dieser Fußball-WM mitspielen, aber in China wird es die meisten Zuschauer geben. Laut Schätzung von Eurosport werden rund ein Milliarde Chinesen die WM-Spiele 2006 anschauen.

Der Zeitunterschied zwischen Deutschland und China macht es aber für die Fußballfans in China etwas schwierig: die Spiele werden dort mitten in der Nacht stattfinden. Arbeit, Schlaf, die WM-Spiele – gar nicht so einfach für die berufstätigen Fußballfans im Reich der Mitte. Schon zwei Tage vor Beginn der WM stellte angeblich so mancher Fan seine Uhr auf Deutschland-Zeit. Es gab sogar Untersuchungen, wonach drei Prozent der berufstätigen „Super-Fußballfans“ bereit wären, für die Fußball-WM ihre Stelle zu opfern.

Die chinesische Zeitung „The First“ berichtete in einer Umfrage zur Fußball-WM 2006, dass 80 Prozent der berufstätigen Umfrageteilnehmer auf jeden Fall die WM-Spiele anschauen werden, 20 Prozent behaupteten sogar, dass sie kein Spiel verpassen würden, elf Prozent gaben an, dass sie zwar nicht die nächtlichen Live-Sendungen der Spiele verfolgen würden, sich jedoch auf jeden Fall die nachträglichen Übertragungen anschauen werden. Lediglich sieben Prozent der Befragten zeigten kein Interesse.

Arbeit und WM in den Griff bekommen

70 Prozent der Befragten halten sich selbst für vernünftige Fußballfans und sind zuversichtlich, dass das Schauen der WM-Spiele der täglichen Arbeit nicht schaden wird. Herr Zhang zum Beispiel ist Angestellter einer IT-Firma. Er will in der Nacht die Spiele anschauen statt zu schlafen. Da die Termine für alle Spiele schon festgelegt seien, werde er vor jedem Spiel einige Stunden schlafen. Auf diese Weise will er es sicher schaffen, auch am nächsten Tag wieder fit bei der Arbeit zu sein.

Experten sind dem gegenüber jedoch sehr skeptisch. Immerhin dauert die WM einen ganzen Monat. Für den Körper des Menschen ist es schon schwer zu ertragen, zwei Wochen lang täglich wenig Schlaf zu haben. Übrigens kostet das Anschauen der Spiele auch nicht wenig Energie, da sich die wahren Fußballfans hoch konzentriert und emotional am Spiel beteiligen.

Die knallharten „Superfans“

Drei Prozent der befragten „Superfans“ gaben an, dass sie für die WM ihren Job kündigen würden. Sie werden sich riesig freuen, wenn ihre Lieblingsmannschaft gut gespielt hat und sie werden auch unheimlich traurig sein, wenn sie verloren hat. Weitere sechs Prozent der „Superfans“ behaupten, dass sie lieber frei nehmen oder später zur Arbeit gehen oder ab und zu gar nicht, damit sie kein Spiel verpassen. Die Begründung der „Superfans“ ist einfach: Die Fußball-WM findet nur alle vier Jahre statt.

Und was sagen die Personalchefs?

Bei einer Untersuchung von mehr als 100 Unternehmen erklärten 30 Prozent der Personalchefs ihre Sorge, dass die Arbeit ihrer Fußballfans durch das wenige Schlafen gestört werden könnte. Mehr als 50 Prozent der Unternehmen machen sich jedoch keine Sorgen deswegen, 34 Prozent deuteten sogar an, dass sie während der WM-Zeit ihre normale Arbeitszeitregelung etwas lockern würden.



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