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Chinas Unis stehen vor Schulden-Berg

Von und 6. Juli 2011 Aktualisiert: 6. Juli 2011 13:51
Aufgrund des jüngsten angeordneten Anstiegs des Mindestbedarfs an Bankreserven sowie einem ebenso angeordneten Zinsanstieg, haben die Banken die verschuldeten Unis unter Druck gesetzt, ihre Kredite zurückzuzahlen.

Eine überwältigende Verschuldung ist das dringendste Problem für chinesische Universitäten geworden und könnte sie an den Rand des Bankrotts bringen. An dem 10 Billionen Yuan (1 Billion Euro) Berg von Schulden, der durch verschiedene Ebenen der chinesischen Behörden akkumuliert worden ist, sind Chinas 1.164 Universitäten mit drei Prozent beteiligt.

Das chinesische Rechnungsprüfungsamt, die „Audit Commission“, gab vor kurzem bekannt, dass die Universitäten und Hochschulen gemeinsam umgerechnet 27.6 Milliarden Euro an Schulden haben, zum größten Teil durch Bankkredite finanziert. Das „National Radio Network“ berichtete am 3. Juli, dass die Universitäten der Provinz Shaanxi Ende 2009 eine Schulden-Berg von einer Milliarde Euros hatten.

Die Situation ist auch nicht besser in Shanghai. Die „Shanghai International Studies University“ (SISU) hat im Jahr 2000 600 Millionen Yuan (60 Millionen Euro) ausgeliehen, um einen neuen Campus zu finanzieren. Bis heute muss die Universität jährlich 35 Millionen (3.5 Millionen Euro) an Zinsen zahlen, laut Wu Youfu, Parteisekretär der SISU. Zudem sagte Wu, dass die jährlichen Studiengebühren von 5.000 Yuan (500 Euro) pro Student nur einen Gewinn von 30 Millionen Yuan (3 Millionen Euro) im Jahr einbringen würden.

Aufgrund des jüngsten angeordneten Anstiegs des Mindestbedarfs an Bankreserven sowie einem ebenso angeordneten Zinsanstieg, haben die Banken die verschuldeten Unis unter Druck gesetzt, ihre Kredite zurückzuzahlen. Einige der Hochschulen verwenden dafür die Studiengebühren, wie bei der SISU. Eine weitere Geldquelle sind Landverkäufe. Die „Beijing Evening News“ berichtete, dass eine Universität in Hebei mehrere Hektar für Bildungszwecke bestimmtes Land verkauft habe, eine Aktion mit der die örtlichen Bauern nicht zufrieden seien.

China erhöht die Zinsen

Wie heute berichtet wurde, hat China zur Bekämpfung der Inflation die Zinsen erhöht. Die Zentralbank setzte am Mittwoch den Mindestzinssatz für Kredite um 0,25 Prozent auf 6,56 Prozent hoch. Die Zinsen auf Guthaben steigen um denselben Satz auf 3,5 Prozent. Die Teuerung hatte im Mai mit 5,5 Prozent den höchsten Stand seit 34 Monaten erreicht. Es wird vermutet, dass sie im Juni weiter angestiegen ist.

Ein ehemaliger Minister für Bildung sagte im Jahr 2007, dass die Schulden von chinesischen Universitäten der weitgehenden Korruption zu verdanken seien. Beamte, Bürokraten und Parteimitglieder verwenden verschiedene Mittel, um Gelder innerhalb des Bildungswesen abzuschöpfen, einschließlich Rabatte einzustecken, Betrug mit Bauvorhaben und undurchsichtige Buchhaltung.

Um die Defizite und Schulden der Universitäten zu decken, müssen chinesische Studenten mit höheren Studiengebühren in der Zukunft rechnen.

Nach Angaben des chinesischen Ministeriums für Bildung, verließen im Jahr 2010 285.000 chinesische Studenten das Land, um im Ausland zu studieren. Im Jahr 2008 waren es nur 180.000. Insgesamt haben knapp zwei Millionen Festland-Chinesen seit 1978 im Ausland ihr Studium absolviert. Somit ist China das Land mit den meisten Studenten im Ausland.

Die Haupt-Ziel-Länder für chinesische Studien-Anwärter sind die USA, Australien, Japan und Großbritannien. Auch Deutschland liegt unter den Top 10.

Taiwan erlaubt dieses Jahr zum ersten Mal chinesischen Studenten aus dem Festland, in taiwanischen Hochschulen zu studieren. Über 1.000 Studenten aus China wurden von taiwanischen Universitäten für den Semesterbeginn in September angenommen.

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