„Chinesen haben bereits jahrelang Melamin gegessen!“

Epoch Times19. September 2008 Aktualisiert: 19. September 2008 10:42
Ein Artikel des stellvertretenden Direktors der Behörde für Gesundheitswesen in der Provinz Guangdong, Liao Xinbo, mit dem Titel „ Chinesen haben bereits jahrelang Melamin gegessen!“ kursiert im chinesischen Internet.

In dem gestern online veröffentlichten Artikel weist Liao darauf hin, dass das Unternehmen Sanlu in den Milchpulvern auch billiges Sojaproteinpulver als Ersatz für Milchpulver verwendet und die Chemikalie Melamin als künstliches Protein zugesetzt hat. Laut seiner Angaben haben hunderte Millionen von Chinesen ohne es zu wissen bereits seit mehreren Jahren Fleisch von Schweinen, Rindern und Hühnern gegessen, die mit Melamin-Zusätzen gefüttert wurden. Ebenso haben sie von Melamin verseuchtes Milchpulver für Erwachsene getrunken.

Der offiziellen Webseite der Gesundheitsbehörde zufolge war der 52-jährige Vize-Direktor 22 Jahre lang als Arzt tätig. Seit 2004 ist er stellvertretender Direktor der Behörde für Gesundheitswesen in der Provinz Guangdong.

Folgendes ist die vollständige Übersetzung seines Artikels:

Meine Freunde fragen mich, was für ein Ding das Melamin ist? Könnt ihr euch alle noch daran erinnern? Die Zeit liegt nicht sehr weit zurück, das war im Jahr 2007. Ein Hunde- und Katzenfutter-Skandal eines chinesischen Unternehmens hat Turbulenzen in der China-USA-Beziehung ausgelöst. Wer war der Täter? Das war das Melamin!

In der Produktion der Lebensmittel muss der Proteinanteil getestet werden. Aber die Methode, die den Anteil der Proteine direkt ermitteln kann, ist relativ kompliziert, die Kosten sind auch relativ hoch, somit ist sie nicht geeignet, in großem Umfang verbreitet und angewendet zu werden. Daher benutzt man in diesem Sektor eine andere Methode, bekannt als Kjeldahl-Methode. Dabei wird der Stickstoffgehalt der Lebensmittel bestimmt. Es bedeutet: je höher der Stickstoffgehalt, desto höher ist der Anteil der Proteine.

Warum benutzt man Melamin? Was ist der entscheidende Punkt? Der Punkt liegt darin, dass die Melamine einen hohen Anteil von Stickstoff haben ( 66%). Außerdem sind die Kosten auch niedrig. Diese offensichtlich enormen Wirtschaftsvorteile veranlassen die Betrüger, Melamin anzuwenden. Es gab eine Kalkulation: Um ein Prozent Proteinanteil zu erhöhen, sind die Kosten bei der Anwendung von wirklichen Proteinmitteln fünffach so hoch wie bei dem Zusetzen von Melamin. Daher ist das Ziel der Anwendung von Melamin, den „angeblichen“ Proteinanteil künstlich zu erhöhen. Die Chemikalie Melamin ist ein weißes Pulver, sie hat keinen Geruch und keinen Geschmack. Wenn das Melamin in die Lebensmittel eingemischt wird, ist es schwer wieder zu entdecken. Das ist auch ein Zusatzgrund, der die Betrüger antreibt.

Eine Veröffentlichung, ein MSDS vom Jahr 1994 (Material Safety Data Sheet) ( herausgegeben vom IPCS, dem International Programme on Chemical Safety und vom Europe Council) wies darauf hin: Langjährige und wiederholte Aufnahme von großen Mengen von Melamin wird auf Nieren und Galle einwirken, schließlich führt sie zur Bildung von Steinen. Warum tun wir das trotzdem?

Ich kann das einfach nicht verstehen! Wir produzieren doch nicht Stickstoffe sondern Milchpulver. Auch wenn das für Tiere herstellt wird, hat das doch gar keinen Wert als Nahrung! Melamin ist weder ein Zusatzmittel noch ein Ersatzmittel, es ist ein Industrieabfall, es ist der „Täter“ der Nierensteine!

Es wurde gesagt, dass die Amerikaner damals absolut nicht verstehen konnten, warum überhaupt Melamin in Tierfutter eingemischt wurde. Sie dachten, dass das Futter von Mäusegift verschmutzt wurde. Die amerikanischen Medien hatten deswegen den Verdacht, dass die unordentliche Aufsicht der chinesischen Reislager Verschmutzungen mit Mäusegift verursacht hatte. Später konnten die erfahrenen Chinesen nicht mehr ihren Mund halten und haben den Amerikanern das Geheimnis verraten. So ist den wissenschaftlichen Kreisen der USA erst klar geworden, was passiert ist, und sie haben endlich das moderne Betrugsverfahren verstanden.

Schauen wir den Sanlu-Milchpulver-Vorfall einmal genau an. Die verunreinigten Sanlu-Milchpulver sind die billigsten Milchpulver mit einem Preis von 18 Yuan pro Kilogramm (rund 1,8 Euro/kg). Offensichtlich hat Sanlu eine Dumping-Preis-Strategie eingesetzt, um den letzten Milchpulvermarkt in ländlichen Regionen zu besetzen. Aber der Kaufpreis von 18 Yuan/kg ist noch niedriger als die Kosten. Macht das Unternehmen nicht großen Verlust, wenn man in großem Umfang das Milchpulver produziert? Daher hat Sanlu in die Milchpulver billiges Sojabohnenpulver als Ersatz eingemischt. Eigentlich ist das Sojabohnenpulver nicht wirklich ein großes Problem. Aber diesmal wurden gefälschte Proteine, die Chemikalie Melamin zugesetzt, so kam es zu dem jüngsten Sanlu-Skadal, das das ganze Land erschüttert.

Selbstverständlich wird die Chemikalie auch in Erwachsen-Milchpulver eingemischt. Weil die Fähigkeit des Stoffwechsels der Erwachsenden viel höher als die der Babys ist, wird natürlich keine Vergiftung bei den Erwachsenden innerhalb kurzer Zeit passieren, außer bei manchen Kranken. Übrigens, wenn Sie wissen wollen, wie weit Melamin in der chinesischen Lebensmittel- und Futtermittelindustrie ihre Anwendungen findet, sage ich nur: „Danbai Jing“, das „Proteinkonzentrat“, das ist eben dieses Mittel!

In der Tat ist eine Verfälschung auch eine Innovation. Jetzt gibt es noch fortschrittlichere verfälschte Produkte. Sie können sogar den Wasserwasch-Test überstehen. Mit einem Wort, sie können alle modernen Prüfmethode umgehen.

Sie leben in einer solchen verfälschten Gesellschaft, fühlen Sie sich noch sicher?

Es gibt Artikel, die hinterfragen: Der Sanlu-Milchpulver-Skandal hat aus einem Winkel das schwerwiegende Problem der Lebensmittelsicherheit in China widergespiegelt. Was bleibt uns noch übrig, was wir sicher essen können? Die schwarze Hand „Melamin“ griff zunächst nach einem Platz auf dem Futtermittelmarkt. Heute erreicht sie sogar den Bereich des Babypulvers. Ich denke, dass hunderte Millionen von Chinesen bereits seit mehreren Jahren ohne es zu wissen das Fleisch von Schweinen, Rindern und Hühnern, die mit Melaminzusätzen gefüttert wurden, gegessen haben. Auch haben sie von Melamin verunreinigtes Milchpulver für Erwachsene getrunken. Ahnungslos sind wir alle von Melamin verseucht.

Hat jemand schon getestet, wie Melamin langfristig auf die Gesundheit der Menschen wirkt? Ich denke, dass es bestimmt noch keinen Test gibt, weil niemand darauf kommen kann, dass hunderte Millionen von Menschen in einem Land die Chemikalie für Kunstharze essen, die mit Lebensmitteln gar nichts zu tun hat.

Dickkopf-Baby, Nierensteine, wann werden sie in dem Land China nicht mehr vorkommen? Gutherzige Menschen, tun Sie bitte mit Ihrer Aufrichtigkeit, mit Ihrem Gewissen jede Sache gut! Der Himmel wird alles bemerken und bewahren!

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