Hu Jia wurde im Jahr 2008 der Sacharow-Preis des Europäischen Parlaments verliehen.Foto: AFP/Getty Images

Chinesischer Dissident Hu Jia twittert: Ich werde nie Selbstmord begehen

Von 15. Juni 2012 Aktualisiert: 15. Juni 2012 10:26

Der chinesische Dissident Hu Jia wurde laut Ehefrau und Unterstützern von zwanzig Polizisten aus seiner Wohnung heraus verhaftet und aus nicht spezifizierten Gründen in einem Haftzentrum in Peking festgehalten.

Die Ehefrau von Hu Jia, Frau Zeng Jinyan, twitterte am 12. Juni die Nachricht gegen 6.30 Uhr Ortszeit. Zeng und die Tochter des Paares waren nicht in Peking und wussten deshalb keine weiteren Details, wie es in dem Tweet heißt. Sie sagte, sie fand es durch die Familie heraus.

Freunde und Unterstützer verbreiteten schnell die Nachricht und begannen die Pekinger Behörde für öffentliche Sicherheit mit Telefonanrufen zu bombardieren, um sich nach dem Verbleib des Dissidenten zu erkundigen. Telefonnummern für Verhaftungen wurden auf Twitter gepostet, da Dissidenten telefonisch keine Auskunft erhielten.

„Ich rief die Tongzhou Zhongcang Bezirkspolizeistation an, und sobald sie hörten „Hu Jia“ sagten sie, sie wüssten von nichts und hängten sofort auf. Es scheint, dass er dort ist. Ruft wiederholt an“, schrieb ein Unterstützer der die Initiative ergriffen hatte. Das Telefon der Polizeistelle wurde nicht abgehoben als The Epoch Times die Telefonnummern der Polizei gegen Mitternacht des 12. Juni anrief, die Dissidenten auf Twitter veröffentlicht hatten.

Ein Beobachter kommentierte den Zeitablauf der Verhaftung. „In dem Moment als die chinesischen Behörden den Nationalen Menschenrechts-Aktionsplan für China veröffentlichen, nahmen sie Hu Jia wieder mit.“

Hu Jia wurde 2008 mit dem Sacharow-Preis für geistige Freiheit ausgezeichnet für seine Aktionen in den Bereichen Umweltschutz, HIV/AIDS und dem Ruf nach einer Wiedergutmachung für die Betroffenen des Massakers auf dem Tiananmen-Platz 1989. Hu Jia ist auch dafür bekannt, die Bemühungen von und Misshandlungen an Dissidenten wie ihm selbst, zu verteidigen und öffentlich zu machen.

Als Reaktion auf den Tod des Dissidenten Li Wangyang, von dem die Behörden behaupten, er habe sich umgebracht, was seine Angehörigen vehement abstreiten, erklärte Hu Jia auf Twitter, er selbst würde sich niemals umbringen. Laut einer Übersetzung des Shanghaiist, schrieb Hu Jia auf Twitter: „Ich, Hu Jia, werde zu keinem Zeitpunkt, wegen niemandem, in keiner Situation oder für was auch immer, Selbstmord begehen. Wenn Sie ein politischer Gefangener, Dissident, Aktivist oder Bürger der ohne Rechtsgrundlage durch die Nationalsicherheit regelmäßig eingesperrt wird, sind, schlage ich vor, Sie sollten sich eine Kopie hiervon notariell beglaubigen lassen“. Und weiter, „Diesem Land fehlt es nicht an Leuten, die ‚geselbstmordet‘ werden“, schrieb Hu Jia.

UPDATE:
Hu Jia wurde am Morgen des 13. Juni nach acht Stunden Haft entlassen. Die Polizei hatte ihn festgenommen, weil er einen Besuch in Shandong bei der Mutter des blinden Aktivisten Chen Guangchen geplant hatte, der bereits in die USA ausgereist ist. Hu sagte, dass er seither unter der Beobachtung der Staatssicherheit steht. „Das Geld der Steuerzahler wird hier massiv in dieses Sicherheitssystem gepumpt“, schrieb er auf Twitter.

 

Original-Artikel auf Englisch: Chinese Dissident Hu Jia Arrested



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