Millionär Chen Guangbiao verteilte in Peking "Frischluft in Dosen" als Reaktion auf den schweren Smog im Januar 2013.Foto: Screenshot China News / Epoch Times

Das ist Chinas „Wohltätigkeits-Star“ Chen Guangbiao

Von 8. Januar 2014 Aktualisiert: 8. Januar 2014 19:37

Chinas selbsternannter „Menschenfreund“ Chen Guangbiao zählt laut chinesischen Medien zu den 400 reichsten Chinesen. Sein Vermögen wird auf 600 Millionen Euro geschätzt. Er selbst behauptete vor kurzem, sich ohne Zögern von einem Großteil seines Geldes trennen zu wollen – sollte er dafür die New York Times kaufen können. Dies würde er selbstverständlich nicht aus irgendwelchen politischen Absichten tun, sondern um seiner rein persönlichen Ideale willen, „Weltfrieden, Umweltschutz und Nächstenliebe" , wurde Chen von Reuters zitiert.

Chinas Bill Gates“

Der 45jährige Unternehmer begann sein Karriere 1991 in der Provinzhauptstadt Nanjing in Ostchina: Dort gründete er 2003 die Recycling-Firma Huangpu, die ihn zum Millionär machte.

Chen Guangbiao macht in China gerne Lärm um seine Charity- und Spendenaktionen: Laut chinesischen Staatsmedien spendete er von 1998 bis April 2010 insgesamt 1,4 Milliarden Yuan (ca. 170 Millionen Euro), was ihm den Titel „Chinas Bill Gates“ einbrachte. In den Jahren 2007 und 2010 wurde er gar als Chinas spendabelster Bürger gefeiert, da er das größte Spendenvolumen als Einzelperson erbracht habe.

Chens offensiver Charity-Stil

Seine Spendenaktionen führt Chen fast immer öffentlich und mit großem PR-Aufwand durch. Meist gab er in der Öffentlichkeit direkt Geldscheine an die Begünstigten und ließ davon Fotos machen. Einmal verschenkte er in seiner Heimatstadt Nanjing 87 Millionen Yuan (ca. 11 Millionen Euro) auf der Straße: Er hatte zuerst eine Große Mauer aus Geldschein-Bündeln gebaut und diese dann an die Passanten verteilt. All dies wurde in den chinesischen Medien groß angekündigt und berichtet.

Doch machte er sich mit seiner geradezu offensive Art der Wohltätigkeit in der chinesischen Bevölkerung auch unbeliebt: Gute Taten sollten nach Chinas alter Sitte stillschweigend unternommen werden, damit Würde und Ansehen des Empfängers gewahrt bleiben.

2011 reiste Chen Guangbiao sogar nach Taiwan, um dort Sozialhilfeempfängern öffentlich Geld in die Hand zu drücken. Sein Vorhaben wurden von einigen Kreisstädten abgelehnt (weil damit die Würde der Empfänger verletzt würde) , andere Städte auf der Insel jedoch hießen ihn willkommen. Mit dieser Aktion wollte Chen sein Image von der „chinesischen Philanthropie“ zur „internationalen Philanthropie“ anheben.

Woher kommt eigentlich das Geld?

Die „China Geschäftszeitung“ untersuchte Chens Wohltätigkeitsarbeit und berichtete, dass es seinem Unternehmen in der letzten Jahren nicht wirklich gut ging und einige versprochenen Spenden noch nicht gezahlt seien.

Als am 07. Januar Run Run Shaw, der Vater aller Kungfu-Filme, in Hongkong im Alter von 107 Jahren starb, verglich die chinesische Zeitung „Stadtkurier“ auf ihrem Weibo-Konto die verstorbene Film-Legende mit Chen und hob besonders Shaws bescheidene Art beim Bau von Krankenhäusern und sozialen Einrichtungen hervor – eine eindeutige Kritik an Chens Spenden-Shows.

Enge Verbindungen zur Partei

In China wird Chen auch als „roter Kapitalist“ bezeichnet, da er enge Beziehungen zur regierende Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) unterhält. Er selbst ist Mitglied der „Zhi Gong Partei“, einer der acht staatlich anerkannten, KPCh-hörigen Parteien, die in Chinas Einparteiendiktatur zur politischen Dekoration dienen.

Am 31.August 2013 schaltete Chen für 30.000 US-Dollar eine halbseitige Anzeige in der New York Times, in der er die umstrittenen japanischen Senkaku-Inseln chinesisches Eigentum nannte.

2011 feierte sein Unternehmen das 90. Gründungsjubiläum der KPCh mit „roten Liedern“.

2010 sagte Chen in einem Interview zu einer chinesischen Zeitung: „Carnegie zahlte an Gott zurück, ich zahle an die KPCh zurück.“



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