Zhang Lin mit seiner Frau und Tochter vor seiner Gefangenschaft.Foto: Epoch Times

Der chinesische Journalist Zhang Lin im Gefängnis schwer erkrankt

Von 23. Mai 2006 Aktualisiert: 23. Mai 2006 22:20
Dissident muss wegen Veröffentlichungen im Internet fünf Jahre Haft verbüßen

Der bekannte chinesische Politk-Journalist Zhang Lin ist im Gefängnis schwer erkrankt. Das hat seine Frau mitgeteilt. Laut „Reporter ohne Grenzen“ wurde Zhang schon Ende Januar 2005 inhaftiert. Ende Juli 2005 wurde er dann in einem nicht öffentlichen Verfahren zu fünf Jahren Haft verurteilt, wegen „Verstoßes gegen die Verfassung und Gefährdung der Staatssicherheit“. Gegenwärtig befindet er sich im Gefängnis von Tonling in der chinesischen Provinz Anhui.

Als Fang Cao, die Ehefrau des Cyber-Dissidenten, ihren Mann am 15. Mai im Gefängnis besuchte, hatten sich seine Probleme der Halswirbelsäule unter denen er schon seit Jahren leidet, verschlechtert. Die Ärzte mahnten zu einer dringenden Operation an. Sollte er nicht rechtzeitig behandelt werden, könne es sogar zu einer Lähmung kommen.

Zhangs inzwischen zahlreiche Gefängnisaufenthalte, etwa von 1989 bis 1991 und 1995 bis 1998, dann Jahre im Arbeitslager bis 2001, sind nicht spurlos an ihm vorüber gegangen. Inzwischen soll er steife Finger haben. „Nur noch der rechte Zeigfinger lässt sich bewegen“, berichtet seine Frau am Telefon. Ihre Stimme klingt schwach, sie fühle sich ohnmächtig angesichts der jetzigen Lage. Sie bete zu Gott, ihr Mann möge auch diese Mühsal überstehen.

Fang Cao besucht ihren Mann einmal im Monat. Gut acht Stunden ist sie dabei jedes Mal mit dem Bus unterwegs. Die Fahrt ist umständlich, denn eine direkte Busanbindung gibt es nicht. Am Gefängnis angekommen, wird ihr in der Regel nicht erlaubt, ihren Mann sofort zu sehen. Auch wenn sie die Erste im Besuchsraum ist, kann es vorkommen, dass sie als Letzte zu ihrem Mann vorgelassen wird. Die reine Besuchszeit ist auf 30 Minuten begrenzt. Zusätzlich trennen Besucher und Gefangenen zwei Glasscheiben und man kann sich nur per Telefon unterhalten. Ein Aufseher überwacht das Gespräch, so dass es praktisch unmöglich ist, auf sensible Themen einzugehen. Die Unterhaltung beschränkt sich deshalb auf alltägliche Begebenheiten in der Familie.

Im Gefängnis kann die Wirbelsäule des inhaftierten Zhang nicht  ausreichend medizinisch behandelt werden. Als er die Schmerzen einmal nicht mehr ertragen konnte, wurde er von einem Gefängniswärter zur Untersuchung in das Erste Volkskrankenhaus Tonglin gebracht. Dort attestirete man ihm einen Bandscheibenvorfall, der Druck auf das zentrale Nervensystem ausübt. Inzwischen braucht Zhang wegen der Schmerzen starke Drogen.

Nach ihrem Besuch konsultierte seine Frau zwei der besten Krankenhäuser in der Stadt Bangbu. Eine sofortige Operation sei nötig, hieß es dort. Medikamente oder Krankengymnastik würden nicht mehr helfen. Sollte die Operation hinausgeschoben werden, könnte Zhang gelähmt werden. Zhang hatte seiner Frau schon am 2. Mai von seinem Zustand geschrieben, der Brief war aber erst am 17. Mai angekommen.



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