Die Liebe und die Korruption

Von 18. Mai 2006 Aktualisiert: 18. Mai 2006 13:10
Vize-Kommandeur der chinesischen Marine zum Tod verurteilt

Dem liberalen Hongkonger Monatsmagazin „Zhengming“ war dieser Tage zu entnehmen, dass Chinas stellvertretender Marinekommandeur Wang Shouye am 10. April vom zentralen Militärgerichtshof „zum Tod auf  Bewährung“ verurteilt wurde. Die Anklage lautete auf Korruption und einen Betrag von etwa 160 Millionen Yuan (etwa 16 Mio. Euro).

Wang kann  zwei eher zweifelhafte Superlative für sich in China in Anspruch nehmen. Aus den Militärkreisen ist bis heute keine höhere Bestechungssumme bekannt geworden, und Wang ist der höchste Militär, von dem bis dato in Verbindung mit Korruption die Rede war. Die 160 Mio. Yuan hat er in den Jahren 1997 bis 2001 in seiner Amtszeit als Verantwortlicher für den Kasernenbau in die Tasche gesteckt. In genau dem gleichen Zeitraum wurde er vier Mal zum  „Ausgezeichneten Parteimitglied des Jahres“ und zum „Ausgezeichneten Führer des Jahres“ ernannt.

Am 23. Dezember 2005 wurde Wang bei der täglichen Lagebesprechung des Marine-Oberkommandos festgenommen. Bei der Durchsuchung seiner Häuser in Peking und Nanjing fand man rund 50 Millionen Yuan an Bargeld und ein Sparbuch mit einem erheblichen Betrag.

Wer im Besitz von Geld ist, kann sich auch in China die eine oder andere Geliebte leisten. Wang hatte derer gleich fünf. Das gereichte ihm aber nicht zum Glück, denn eine von ihnen, die von ihm ein Kind bekam, zeigte sich mit der  Entschädigungssumme in Höhe von 1 Million Yuan nicht zufrieden. Sie kämpfte zwei Jahre lang mit zum Teil sehr handgreiflichen  Mitteln,  um die Korruption ihres Liebhabers an die Öffentlichkeit zu bringen. Zunächst fand sie kein Gehör. Nun könnte sich ihr Einsatz doch gelohnt haben, was in diesem Fall auch der Allgemeinheit zu gute kommen dürfte. Dem einfachen Chinesen bleibt die Hoffnung, dass in Chinas KP-Diktatur nicht ein korrupter Staatsbeamter durch den nächsten korrupten Staatsbeamten ersetzt wird.



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion