David Kilgour, ehemaliger Staaatssekretär von Kanada für Asien-Pazifik. (Yoshikazu Tsuno/Getty Images)

Ein weiterer aussagekräftiger Beweis

Von und 25. August 2008 Aktualisiert: 25. August 2008 9:04
Zum Organraub an Falun Gong-Praktizierenden in China haben die beiden Hauptermittler, die kanadischen Juristen David Kilgour und David Matas, einen weiteren, aussagekräftigen Beweis vorgelegt. Bereits 2006 veröffentlichten sie dazu ihren ersten Untersuchungsbericht. Das chinesische Regime hat alle in diesem Bericht zusammengetragenen Beweise des Organraubs in Frage gestellt. Nun hat das Regime, vermutlich unwissentlich, die Existenz eines der im Bericht zitierten Zeugen selbst bestätigt.

Die Vorgeschichte: Im Auftrag der beiden Anwälte und zur Beweisfindung riefen Ermittler im Frühjahr 2006 rund 80 chinesische Krankenhäuser an und fragten nach der Möglichkeit, für Organtransplantationen Organe von Falun Gong-Praktizierenden zu erhalten [Anm.d. In China gelten Menschen, die Falun Gong praktizieren, als besonders gesund]. Die Telefonanrufe wurden aufgezeichnet, von einem offiziellen Übersetzer ins Englische übertragen und die Übersetzung beglaubigt. In 15 Anrufen wurde der Verdacht bestätigt. Die chinesische Regierung meldete Zweifel an der Richtigkeit an. Seit 2007 empfehlen chinesische Botschaften und Konsulate einen staatlich sanktionierten Fernsehbeitrag des chinesischen Senders Phoenix TV, der eine Aussage des Arztes Dr. Lu Guoping enthält.

Der doppelzüngige Dr. Lu

Einer der von den Ermittlern am 22. Mai 2006 angerufenen Ärzte war ein Dr. Lu Guoping vom Krankenhaus Minzu in der Autonomen Region Guangxi. Auf die Frage der Anruferin, ob es sich bei den Organspendern um Falun Gong-Praktizierende handele, antwortete er: „Ja, richtig. Wir wählen nur die Guten (Falun Gong Praktizierenden) aus, um die Qualität der Operationen gewährleisten zu können“. Er selbst sei auch im Gefängnis gewesen, um passende Organspender auszusuchen. Wenn man keine guten Beziehungen zum öffentlichen Staatssicherheitsbüro habe, sei es jedoch sehr schwer, an Organe von Falun Gong-Praktizierenden zu kommen, so Dr. Lu in dem aufgezeichneten Telefonat.

In dem von staatlicher, chinesischer Seite empfohlenen Fernsehbericht bestätigt ein Dr. Lu Guoping, dass er mit einer Anruferin über den vorgeblichen Organraub an Falun Gong- Praktizierenden gesprochen habe und behauptet, „viele Teile davon wurden aber verdreht oder verändert“. Er behauptet, er habe niemals gesagt, dass er in derartige Operationen verwickelt gewesen sei und zudem nicht wisse, woher die ungeklärten Organe kämen. „Ich habe ihr (der Anruferin) gesagt, dass ich ihre Fragen nicht beantworten könne“ und er, Lu, habe „in klar abgegrenzten Begriffen“ geantwortet.

Beweis auf dem Silbertablett

Übersehen haben wohl die chinesischen Schönfärber, dass sie den Ermittlern mit diesem Originalton des Arztes den Beweis auf dem Silbertablett servieren, nämlich die Möglichkeit des Stimmenvergleichs mit dem Telefon-Interview. Und der führte zu dem Ergebnis, dass beide Stimmen identisch sind.

Dies teilten die kanadischen Anwälte auch Chinas Botschafter im kanadischen Ottawa in einem Brief vom 22. August mit. Darin heißt es, dies sei „ein unbestreitbares Schuldeingeständnis des profitorientierten Organraubes an inhaftierten Falun Gong-Praktizierenden.“ Und weiter heißt es in dem Brief an den chinesischen Botschafter:

„In der Dokumentation von Phoenix TV gibt es keinen Hinweis darauf, dass wir eine Aufnahme haben, in der Dr. Lu mit seiner eigenen Stimme das sagt, was wir von ihm in unserem Bericht zitieren. Weder der Arzt noch der Interviewer machen einen Versuch zu erklären, wie wir wohl in den Besitz einer Aufnahme mit der Stimme des Arztes kommen konnten, in der er das sagt, was er [in der Dokumentation von Phoenix] bestreitet, gesagt zu haben… Die Dokumentation suggeriert, dass wir die Abschrift [des Interviews] geändert haben. Da aber die Aufnahmen nicht bekannt waren, kann man auch nicht die Vermutung hegen, dass wir etwas geändert haben.“

Die transskribierten Aufnahmen der telefonisch geführten Interviews und die Audiodateien bilden in „Blutige Ernte“, so der Titel des erweiterten Untersuchungsberichtes von 2007, das Kernstück der Beweise betreffend des Organraubs an lebenden Falun Gong-Praktizierenden.

Leugnen nicht möglich

Seit 2006 haben Kilgour und Matas die Vorwürfe über Organraub an lebenden Falun Gong-Praktizierenden untersucht. Sie belegen in ihrem Report, dass es in China seit 2001 mehr als 41.000 Organtransplantationen von unerklärten Spendern gab. Sie weisen darauf hin, dass es in China laut Angabe der Hospitäler höchstens 1-3 Wochen dauert, bis ein passendes Transplantat gefunden ist, während die Wartezeit in anderen Ländern oftmals mehrere Jahre beträgt.

Kilgour und Matas schließen ihren Brief an den chinesischen Botschafter: „Ein Leugnen angesichts eines solch zwingenden Beweises, wie es die offizielle Sanktionierung durch die Regierung darstellt, steht nicht länger zur Debatte. Es gibt nur noch das eine: Dieses Verbrechen muss beendet werden.“

Der Brief von Kilgour und Matas sowie der Beitrag von Phoenix TV können unter folgender Adresse abgerufen werden: http://organharvestinvestigation.net/Dr.Lu-Voice-Recording/

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Zu Phoenix TV

Phoenix TV ist ein weltweit operierender, chinesischer Sender. Er ist vom chinesischen Regime abgesegnet und darf auch auf dem chinesischen Festland ausgestrahlt werden. Der Gründer und Leiter des Fernsehsenders, Liu Changle, war Oberst in der chinesischen Volksbefreiungsarmee und hat angeblich während der Kulturrevolution Propagandasendungen für das chinesische Regime hergestellt.



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