Einheimische: Beamte in Xinjiang zwingen Bürger zur Einnahme von ungeprüften Corona-Medikamenten

Von 29. August 2020 Aktualisiert: 29. August 2020 15:32
In Xinjiang werden die Menschen mit Medikamenten versorgt – und zwar gegen ihren Willen. Diese Medikamente sollen zur Vorbeugung einer Corona-Infektion dienen. Was die Medikamente tatsächlich bewirken, wissen die Menschen nicht.

In der fernöstlichen Region Xinjiang in China werden die Menschen offenbar dazu gezwungen Medikamente einzunehmen, die der Vorbeugung einer Corona-Infektion dienen sollen. Das gaben die Bewohner von Urumqi, der Hauptstadt von Xinjiang, an.

Die Stadt mit einer Bevölkerung von etwa 3,5 Millionen Menschen ist seit über einem Monat im Lockdown, nachdem Mitte Juli über einen Cluster-Ausbruch berichtet worden war. Es folgten stadtweite Corona-Tests. Zudem wurden die örtlichen Gemeinden dazu angewiesen die Region abzuschotten – was bedeutet, dass niemand ein- oder ausreisen darf.

Die Bürger von Urumqi dürfen die Stadt nur unter besonderen Umständen verlassen.

Es ist unklar, was das wahre Ausmaß des jüngsten Corona-Ausbruchs in Xinjiang ist, da die Behörden nur wenige Informationen zur Verfügung stellen. Einige Bewohner sagten der chinesischsprachigen Epoch Times, sie hätten den Verdacht, die Regierung wolle die Schwere des Ausbruchs vertuschen.

Medikamenten-Experimente an Menschen?

Kürzlich haben die Behörden in Urumqi eine neue Regelung erlassen. Herr Wang, ein Bewohner der Stadt, erzählte The Epoch Times: Den Menschen sei in letzter Zeit gesagt worden, dreimal täglich Medikamente zu nehmen. Die Medizin wurde ihm von freiwilligen Mitarbeitern der lokalen Regierung geliefert.

Die Freiwilligen tauchen auf, messen unsere Temperatur, beobachten uns bei der Einnahme der Medikamente und fotografieren uns (…) die Kinder nehmen eine halbe Dosis des Medikaments. Wir haben keine Ahnung, ob das Medikament wirklich [zur Vorbeugung des Virus] wirkt“, sagte Wang.

Die Behörden würden den Bürgern auch nicht erklärten, wann diese Praxis aufhören würde, fügte Wang hinzu.

Ein anderer Bewohner von Urumqi erzählte The Epoch Times: Er müsse ebenfalls irgendeine Form von pflanzlicher Medizin einnehmen. Auf der Verpackung sei der Name des Medikaments jedoch nicht angegeben.

„Die Ärzte sagen, das Medikament sei gut zur Vorbeugung gegen Grippe. Und, dass das Medikament von der traditionellen chinesischen Medizin hergestellt wird. Es soll gut für die eigene Immunität sein. Gemeindebeamte verteilen die Medikamente“, sagte der Einwohner. Er fügte hinzu, auch Menschen in anderen Gegenden von Xinjiang müssten solche Medikamente nehmen.

Die Beamten würden aber nicht sagten, dass die Einnahme des Medikaments obligatorisch sei.

Dennoch sammeln sie die Namen derjenigen, die das Medikament einnehmen, sowie jener die sich weigern es einzunehmen“, sagte er.

Ein anderer Bewohner der Stadt sagte, er kenne jemanden, der gezwungen worden sei das Medikament zu nehmen. Aus Angst vor Repressalien der chinesischen Behörden wollten die Befragten anonym bleiben.

Am 23. Juli erklärte Li Chongrui, Leiter des Krankenhauses für Traditionelle Chinesische Medizin in Urumqi, auf einer Pressekonferenz: Ein Krankenhaus für Chinesische Medizin in der Präfektur Changji Hui, nordwestlich von Urumqi, habe über 5.000 Päckchen mit Kräutermedizin an Mitarbeiter des Gesundheitswesens an vorderster Front verteilt.

Chinesischen staatlichen Medien zufolge hat CSPC Ouyi Pharmaceutical, ein in der nordchinesischen Provinz Hebei ansässiger Arzneimittelhersteller, am 31. Juli über 210.000 Pillen eines antiviralen Medikaments namens Umifenovir per Luftfracht nach Urumqi verschickt. Es wird zur Behandlung von Grippe eingesetzt.

Wirksamkeit von Medikamenten unklar

Während die Kommunistische Partei Chinas den Einsatz von traditioneller chinesischer Medizin (TCM) und den Einsatz des Wirkstoffs Umifenovir bei der Behandlung von Corona-Infizierten fördert, wurde die Wirksamkeit der Medikamente in Frage gestellt.

Im März wurde Edzard Ernst, ein in Großbritannien ansässiger pensionierter Forscher auf dem Gebiet der Komplementärmedizin, in der wissenschaftlichen Zeitschrift „Nature“ mit den Worten zitiert: „Für die Wirksamkeit von TCM gibt es keine ausreichenden Beweise, weshalb ihr Einsatz nicht nur ungerechtfertigt, sondern auch gefährlich ist.“

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Chinesische Krankenhäuser verwenden den Wirkstoff Umifenovir in großem Umfang zur Behandlung von Corona-Patienten. Die Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelbehörde der Vereinigten Staaten hat den Einsatz des Medikaments zur Behandlung von Covid-19 nicht genehmigt. Mindestens zwei wissenschaftliche Arbeiten sind zu dem Schluss gekommen, dass der Einsatz von Umifenovir nicht mit einer Verbesserung des Zustands von Patienten, die mit dem Virus infiziert sind, in Verbindung gebracht werden kann.

Beschwerden nach Einnahme der Medikamente

In den sozialen Medien veröffentlichten die Einwohner von Urumqi Videos von Menschen, die gegen ihren Willen zur Einnahme der Medikamente gezwungen wurden.

In einem weit verbreiteten Video ist zu sehen, wie 15 Einheimische der örtlichen Gemeinde Ruishen von einer Frau angewiesen wurden, aus Papierbechern zu trinken, die angeblich pflanzliche Arzneimittel enthielten.

„Trinken sie schnell“, sagte die Frau in dem Video. Sie bemerkte auch das Datum, an dem die verordnete Arzneimittelverabreichung stattfand – es war der 20. August. Die 15 Personen, die sich im Raum versammelt hatten, beugten sich ihrer Anweisung.

In weit verbreiteten Screenshots in den sozialen Medien beschwerte sich eine Bewohnerin bei einer Mitarbeiterin, dass sie nach dem Trinken des Medikaments eine allergische Reaktion hatte und einen Hautausschlag bekam. Die Mitarbeiterin forderte sie trotzdem auf, alle Anweisungen zu befolgen.

Ein anderer Einheimischer schrieb auf Weibo – einer chinesischen Plattform, ähnlich wie Twitter: Lokale Beamte seien um 3 Uhr morgens bei ihm zu Hause aufgetaucht und hätten verlangt, dass er das Medikament vor einer laufenden Kamera trinken sollte.

Wozu die Regeln, obwohl die Regierung keine neuen Infektionsfälle mehr meldet?

Unterdessen fragte Wang, warum die Lokalregierung solche scharfen Regeln aufgestellt hat, obwohl seit dem 16. August keine neuen lokalen Infektionsfälle mehr gemeldet wurden? Seit der Abriegelung der Hauptstadt von Xinjiang wird Wang das Essen an seine Tür geliefert. Zudem wird sein Müll einmal am Tag von einer örtlichen Firma abgeholt. Mit diesen Maßnahmen sollte der Körperkontakt zwischen den Menschen minimiert werden, so die Behörden.

Wang sagte auch: Er und seine Familie hätten ab dem 25. August ihre Wohnung verlassen und in der Wohnanlage spazieren gehen dürfen. Es durfte aber nur jeweils eine Person pro Haushalt aus der Wohnung gehen.

Am 24. August berichtete das staatliche chinesische Medium „Xinhua“: Die Bewohner von Urumqi, die in bestimmten Gemeinden ohne Infektionsfälle leben, dürfen in ihrem Wohnkomplex „persönliche Aktivitäten“ durchführen, sich aber „nicht versammeln“.

Frau Liu, die ebenfalls in Urumqi lebt, sagte: Sie glaube, die örtliche Regierung würde nicht wegen der Ausbreitung des Virus strenge Maßnahmen ergreifen. Die Maßnahmen seien ergriffen worden, um das Ziel der „Aufrechterhaltung der sozialen Stabilität“ zu erreichen.

Mit anderen Worten könnten die örtlichen Beamten viel effektiver vorgehen, wenn es darum geht, Dissidenten in einer geschlossenen Stadt zusammenzutreiben und festzunehmen“, meinte Liu.

Sie fügte hinzu: In letzter Zeit sei es schwierig gewesen Informationen über Xinjiang zu verbreiten. „Wenn die Menschen das tun, riskieren sie verhaftet oder eingesperrt zu werden“, so Liu. Die Menschen könnten einfach verschwinden, und niemand würde wissen, wo diese Person abgeblieben sei.

Liu sagte auch, Menschen, die im Besitz von Software zur Umgehung der chinesischen Firewall sind, würden ins Gefängnis gesteckt, sollten sie mit der Software erwischt werden.

Dieser Artikel erschien im Original auf The Epoch Times USA unter dem Titel: Xinjiang Officials Force Residents to Take Unproven COVID-19 Drugs, Locals Say (deutsche Bearbeitung so)

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