Engste Mitarbeiter von Chinas Ex-Stasi-Chef verhaftet

Von 5. Dezember 2013 Aktualisiert: 5. Dezember 2013 15:36

Die Nachricht ist noch nicht offiziell bestätigt – und schon schlägt die Verhaftung von Chinas Ex-Stasi-Chef Zhou Yongkang große Wellen. Das berichtete die chinesische Website von BBC am 4. Dezember.

Die interne Information, dass gegen Zhou und seine Frau in den vergangenen Tagen ein Disziplinar-Verfahren eingeleitet wurde, stieß demnach auf große Reaktion im chinesischen Internet.

Auch Zhous Mitarbeiter wurden abgeführt

Auch Zhous engste Mitarbeiter, wie sein Sekretär, sein Chauffeur und sein persönlicher Leibwächter, wurden von der Disziplinar- Abteilung abgeführt, so die BBC. Beobachter vermuten, dass sie zu Untersuchungszwecken festgehalten und als Zeugen zu Zhous Machenschaften befragt werden.

Durch den Prozess gegen den früheren KP-Politstar Bo Xilai, habe sich der Fall Zhou Yongkangs weiterentwickelt, so die BBC. Zhou gilt als einer der mächtigsten Unterstützer Bos und plante mit ihm gemeinsam einen Staatsstreich. Wie der Sender sagte, sei der Fall Zhou im Vergleich zum Korruptions-Prozess gegen Bo Xilai „noch viel umfangreicher“. Auch gehe es hier um „noch schwerwiegendere Verbrechen“.

Gerüchten zu Folge, soll Zhou in mehrere Mordfälle verwickelt sein, darunter der sogenannte „Ferrari-Unfall“, der den Sohn eines politischen Gegners tötete. Ein Jahrzehnt zuvor hatte er bereits seine erste Frau per „Autounfall“ umgebracht, heißt es, um eine attraktive Nichte Jiang Zemins zu heiraten. Durch die Verschwägerung rückte Zhou näher an Chinas Ex-Diktator heran.

Vertraute Zhous seit Monaten in der Schußlinie

Die Entmachtung von Zhou Yongkang war offenbar weit im Voraus geplant: Seit dem 18. Parteitag im November 2012 wurde gegen mindestens acht seiner Vertrauten das „Shuanggui“-Disziplinar-Verfahren eingeleitet, berichtete die BBC. Die Betroffenen hatten die Position von Provinz-Gouverneuren oder noch höhere Ämter bekleidet. Vor allem in der Provinz Sichuan, wo Zhou jahrzehntelang als KP-Chef die Geschicke des Öl-Riesen China National Petroleum (CNPC) bestimmte, wurden seine Gefolgsleute gründlich entfernt: Entweder wurden sie ausgewechselt, zur Kündigung gezwungen oder mit „Shuanggui“ belegt.

Regime könnte im Machtkampf kippen

Die BBC äußerte sich weiter zur engen Beziehung zwischen Zhou und Jiang Zemin: „Wenn man etwas gegen Zhou unternimmt, werden davon auch seine politisch mächtigen Hintermänner betroffen.“ Das Ermittlungsverfahren gegen Zhou sei deshalb für Xi Jinping mit großen Risiken verbunden, so der Artikel.

Beobachter vermuten, dass durch eine offene Konfrontation von Xi und Jiang der Machkampf an der Spitze der KP vollends eskalieren könnte, was einen Zusammenbruch des Regimes zur Folge haben könnte.

Und wie geht’s eigentlich Zhou Bin?

Die Nachrichtenagentur Reuters zitierte ebenfalls am 4. Dezember Insider-Informantionen aus dem chinesischen Führungskreis. Drei Quellen verrieten Reuters, dass Zhou Bin, der Sohn von Zhou Yongkang, schon seit September im Pekinger Umland unter Hausarrest steht, um ein Untersuchungsverfahren als Zeuge zu unterstützen. Zhou Bin soll offenbar gegen seinen „Geschäftspartner“, den Ex-CNPC-Chef Jiang Jiemin, aussagen. Die beiden hatten durch Absprachen im Ölgeschäft Milliardenbeträge veruntreut.

Es sei derzeit nicht klar, ob Zhou Bin in dieser Sache einen Rechtsanwalt beauftragt habe, so Reuters. Auch sei es aktuell unmöglich, zu ihm oder seiner Familie Kontakt herzustellen. Die chinesische Führung verweigerte jeglichen Kommentar.

Bereits vor sechs Monaten waren Zhou Bin, der eine US-Greencard, und seine Frau, die einen amerikanischen Pass besitzt, aus dem Ausland zurückgerufen worden. Ihre Bewegungsfreiheit war seitdem eingeschränkt.

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