Vor einem Souvenirshop in Peking. Gefälscht, gefärbt, vergiftet, Waren, Lebensmittel und Medikamente in China können das alles sein. (AP Photo/Andy Wong)

Falsch, fälscher, Volksrepublik China

Von 11. September 2007 Aktualisiert: 11. September 2007 19:10

Die Kette von Skandalen um gefährliche Produkte aus China reisst nicht ab. Neben giftiger Zahnpasta, tödlichem Hundfutter, gefälschten und giftigen Medikamenten, sorgten mehrere Rückrufe, unter anderem von bleiverseuchten Markenspielzeugen zur Zeit für das grösste Aufsehen weltweit. Politiker aus der ganzen Welt fordern strengere Kontrollen für Spielzeuge aus China. Das Problem mangelhafter Lebensmittel, von gefälschten und gefährlichen Waren ist alt und grassiert in China selber noch viel stärker als im Export, wo die Produkte durch westliche Kontrollen laufen.

„Ein Bauer kauft mit seinem wenigen Geld das er besitzt das Saatgut für die bevorstehende Saison. Die Samen waren gefälscht und sprießen nicht, so wollte er sich das Leben nehmen, jedoch waren die Medikamente falsch und er überlebte. Aus Frust darüber wollte er sich betrinken, starb dabei an einer Alkoholvergiftung – Es war ein gefälschter Schnaps.“ Das ist zwar nur ein Witz, der in China die Runde macht, jedoch spiegelt er traurigerweise die Situation wider um die Fälschereien in China.

Bekanntlich ist China ein reinstes Fälscher-Paradies, wo es von raubkopierten CDs bis zum professionell hergestellten Computer, über Markenartikel die kaum vom Original zu unterscheiden sind, alles offen auf den sogenannten Plagiat-Märkten zu kaufen gibt. Windows Vista war in China als Raubkopie schon vor dem offiziellen Verkauf erhältlich. Gefälscht werden aber auch Schulbücher samt Diplom. Sogar der Englischkurs „Hello Ni Hao“ von NTDTV, der als „staatsfeindlicher“ Fernsehsender Sender bekämpft wird, ist als Raubkopie zu haben.

Wirklich gefährlich wird es, wenn aus abgefahren Reifen neue werden. Mit flinken Handgriffen wird das „Profil“, einfach neu eingeritzt und schwarzer Farbe aufgesprüht, fertig ist der „neue“ Reifen. Bei Bedarf werden mit Klebeband defekte Stellen zusammengeklebt. Kaum zu glauben – aber Realität in China. Bei einem Skandal um gefälschte Baby-Milchpulver, wobei 40 verschiedene Produkte involviert waren, die in acht Provinzen verkauft wurden, starben im Jahr 2004 13 Säuglinge, 171 erkrankten – die Symptome waren Wachstumsstörungen und geschwollene Köpfe. Das Problem um das gefälschte Milchpulver war lange davor bekannt, unternommen wurde aber zunächst nichts. Jährlich sterben Hunderttausende an gefälschten Medikamenten in China. Die Süddeutsche Zeitung berichtete kurz nach der Zeit der Lungenseuche SARS von gefälschten Gesichtsmasken, die mit Konfetti und Staub gefüllten waren. Gefälschte Batterien, die explodieren, gefälschte Zigaretten, mit Antibiotika und Sonstigem vergiftete Lebensmittel, die Liste ist lang. Aus der PRC – „People’s Republik of China” (Volksrepublik China) – wurde die PRC – „People’s Republik of Cheats“ (Volksrepublik des Betrugs), wie dies von der Far Eastern Economic Review in die Welt gesetzt wurde.

Das Ausmaß von Fälschung und Betrügerei ist in China kaum abzuschätzen und nicht die Tat Einzelner. Fälscher und korrupte Beamte gehen dabei Hand in Hand. Die Zentralregierung in Peking gibt den „Schwarzen Peter“ in Sachen Korruption in die Provinzen und lanciert in regelmäßigen Abständen Anti-Korruptionskampagnen. Die kriminellen Kreise ziehen sich jedoch bis in die höchsten Ränge in Peking. Am 10. Juli dieses Jahres wurde der frühere Chef der Arznei- und Lebensmittelkontrolle, der den Rang eines Ministers innehatte, per Giftinjektion hingerichtet. Ihm wurde zur Last gelegt, dass er sich für die Zulassung von untauglichen Arzneimitteln, an denen die Patienten starben, habe bestechen lassen. Ob die Vorwürfe wegen KP-interner Machtkämpfe benutzt wurden um ihn zu beseitigen ist offen, es zeigt aber, wie weit die Fälscher ihre Kreise ziehen.

Ein anderer Fall von Fälscherei sorgte in diesem Sommer weltweit für Schlagzeilen. Im Pekinger Fernsehen wurde berichtet, dass Baozi-Fabrikanten in Peking eine Masse aus aufgeweichtem Karton und Fleischextrakt anstelle einer Schweinefleischfüllung verwendeten. Der mit versteckter Kamera gefilmter Bericht wurde auch im nationalen Fernsehen gezeigt, wobei er landesweit eine Welle von Protestschreiben im Internet von Bürger auslöste, die ihre Ängste von gefälschten Produkten kundtaten. Die Behörden, die sonst kaum solchen Meldungen nachgehen, sandten Ermittler in der ganzen Stadt aus, schliesslich steht auch Olympia bevor und da braucht es keinen Lebensmittelskandal um die beliebten gedämpften Teigtaschen, gefunden seien jedoch keine Anzeichen von „Papp-Baozi“. Später meldete das Pekinger Fernsehen, dass der besagte Reporter der Polizei gestanden hat, den Bericht gefälscht zu haben. Im Eilverfahren wurde er zu einem Jahr Haft verurteilt. Ob die Geschichte um die „Papp-baozi“ falsch ist, oder das Geständnis erpresst wurde um die Proteste abzukühlen und den Ruf der Baozi wiederherzustellen, ist offen. Klar ist jedoch, dass das Eine oder das Andere an der Geschichte falsch ist.

Gier nach Geld

Nach dem Irrsinn vom „Grossen Sprung nach vorne“ bei dem Millionen Chinesen verhungerten, zerstörte die KP Chinas unter Mao während der Kulturevolution, neben vielen Kulturdenkmäler, auch noch die Moral der Chinesen, um einem Bruch mit der chinesischen Tradition, die im Gegensatz zu der sozialistischen Ideologie steht, zu erreichen. Schüler klagten Lehrer des Feudalismus oder was auch immer an und hetzten sie z.T. skrupellos in den Tod. Kinder bezichtigten die Eltern der Konterrevolution und umgekehrt. Millionen Leute kamen um. Ein Ende fand der Spuk erst mit dem Tod von Mao. Es gab keine Aufarbeitung der Hysterie, wobei es ganz China traf und kaum einer nicht in irgendeiner Weise tangiert wurde.

Es ist genau diese Generation, die in dieser Zeit, als Mord und Totschlag an der Tagesordnung waren und öffentlich gefeiert wurden, aufgewachsen ist, die jetzt im Rausch des sogenannten Wirtschaftswunders lebt. Aus der puren Armut setzte die pure Gier nach Geld ein, die hinter den teils skrupellosen Fälschereien und Betrügereien steckt.



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