Fotos von Augenzeugen des Anschlags in Xinjiang: Bis zu 50 Tote in China

Von und 22. Mai 2014 Aktualisiert: 22. Mai 2014 12:19

In der Hauptstadt von Chinas Krisen-Provinz Xinjiang kam es heute morgen zu einem Terror-Anschlag: Mit zwei Jeeps fuhren die Attentäter auf einen Gemüsemarkt in Urumqi, überollten dabei Menschen und warfen Sprengsätze. Chinas staatliche Nachrichtenagentur Xinhua sprach von 31 Todesopfern und 94 Verletzten. Augenzeugen schätzten gegenüber der EPOCH TIMES die Zahl der Toten auf 40 bis 50.

Zwei Jeeps überrollten den morgendlichen Markt

Zwischen sieben und neun Uhr morgens gehört die Straße nahe Volkspark und Kulturpalast von Urumqi normalerweise dem Marktvolk. Menschen kaufen an Gemüse- und Lebensmittelständen ein und die Straße ist für den Verkehr gesperrt. Heute morgen fuhren von beiden Enden der Straße auf einmal zeitgleich zwei Geländewägen auf den stark frequentierten Markt ein. Sie überrollten Menschen. Außerdem flogen mehrere Sprengsätze nach beiden Seiten in die Menge.

Die Augenzeugin Frau Fu wohnt 200 Meter vom Unglücksort entfernt im siebten Stock. Sie sagte gegenüber EPOCH TIMES: "Heute morgen um 7.48 Uhr habe ich noch geschlafen, als ich auf einmal über zehn Detonationen hörte. Das Knallen war extrem laut und ließ die Fensterscheiben erzittern. Ich rannte schnell ans Fenster und sah eine schwarze Rauchwolke aufsteigen, höher als unser Haus."

Sie sah, dass zwei Geländewagen in die Straße fuhren und Menschen rücksichtslos überrollten. Dabei wurden aus dem Auto Bomben nach beiden Seiten geworfen. „Manche Leute standen vor Schreck erstarrt und reaktionslos da.“

Anwohner rannten in Panik aus den Häusern

Zu dem Zeitpunkt war noch keine Polizei vor Ort. Anwohner rannten wenig später in Panik aus ihren Häusern, sie hatten ihre sieben Sachen gepackt, als ob sie flüchten wollten, so Fu.

„Diese Wagen haben bestimmt viele Menschen totgefahren, ich schätze 40 bis 50 Personen. Dann kamen sechs Feuerwehrautos, Krankenwagen und die Polizei, die versuchte, die Verletzten und Toten mit Schubkarren wegzufahren. Dann wurde der Tatort gesperrt. Zeugen wurden in ihre Häuser zurückgeschickt und die Hoftore einzelner Wohnblöcke geschlossen.“

Ein anderer Anwohner berichtete seiner Vermieterin, dass er den Vorfall beobachtet hatte. Eine Bombe sei mit einer starken Detonation direkt vor einem Restaurant explodiert und man habe danach noch die Sprengstoffreste und den Zünder am Boden liegen sehen.

Ein Bewohner eines anderen Stadtviertels von Urumqi berichtete der EPOCH TIMES, dass nach dem Anschlag die Polizei auf dem Markt vor seinem Haus erschien und den Markt sperrte mit dem Hinweis „In Zukunft werden die Morgenmärkte verboten“. Der Gemüsepreis verdoppelte sich daraufhin.

[–Merkwürdiges Timing–]

Gestern waren Chinas Staatschef Xi Jinping und der russische Regierungschef Putin beim CICA-Gipfel für „Interaktion und Vertrauensbildung in Asien“ in Shanghai. Xi sagte bei der Konferenz in seiner Rede, dass er in seinem Land „Terrorismus mit Null-Toleranz behandeln“ werde.

Chinesen sind sehr sensibel für die Wortwahl ihrer Politiker. Es fiel auf, dass Chinas Staatschef in den vergangenen zwei Monaten bei ausländischen und inländischen Terminen insgesamt 15mal seinen Willen bekundete, „Terrorismus zu bekämpfen“. Das Wort „Null-Toleranz“ fiel jedoch gestern zum ersten Mal.

Eine Antwort auf Xis Rede? Oder sein selbstgemachter Coup?

Dass sich gleich nach seiner „Null-Toleranz-Rede“ der Anschlag in Urumqi ereignete, wirkt wie eine Ohrfeige für ihn – oder legt Zusammenhänge zwischen den anderen ungeklärten Terroranschlägen in der Uighuren-Provinz Xinjiang nahe. Die Attacke auf den Gemüsemarkt war der zweite Bomben-Anschlag innerhalb kurzer Zeit.

Am 30. April gab es am Hauptbahnhof von Urumqi einen Bombenanschlag, bei dem offiziell drei Menschen starben und 79 verletzt wurden. Bis jetzt gibt es noch keine amtliche Aussage, wer damals dahinter steckte. Und so unklar ist die Lage auch beim aktuellen Anschlag: Es gab viele Nachrichten in Weibo, die zum Teil zensiert wurden. Xinhua berichtete darüber, äußerte sich aber nicht dazu, wer die Terroristen waren.

Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums sagte: „Die chinesische Regierung hat den Willen, die Zuversicht und die Fähigkeit, zum Gegenschlag gegen die Terroristen. Egal welche Absicht mit diesem Anschlag verfolgt wurde, Täter werden ihr Ziel nicht erreichen.“ Die Opfer waren nach seiner Aussage nur Chinesen: „Bisher ist nicht bekannt, dass Ausländer verletzt oder getötet wurden.“

[–Kann so viel Terror Zufall sein?–]

In letzter Zeit gab es in China ungewöhnlich viele Terroranschläge gegen Zivilisten – die bei der Bevölkerung viele Fragen aufwarfen. Das Bahnhofsblutbad von Kunming am 1. März 2014 zum Beispiel bezeichnete ein Insider gegenüber der EPOCH TIMES als inszenierten Terrorakt, der von Angehörigen der bewaffneten Polizei verübt wurde.

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Damals wurden laut offiziellen Angaben 32 Menschen getötet und 113 Menschen verletzt. Da die Polizei jedoch viel zu spät eingriff, gingen Beobachter von einem “Inside-Job” der Regierung aus, der entweder inszeniert wurde, um Chinas Staatschef Xi unter Druck zu setzen oder womöglich von Xi selbst arrangiert wurde, um den verschärften “Kampf gegen den Terror” zu rechtfertigen. Von der Atmosphäre der Unsicherheit, die sich durch die häufigen Anschläge im Volk ausbreitet, könnte das Kommunistische Regime in gewisser Hinsicht profitieren:

Hu Jun, ein Vertreter der Bürgerrechtsbewegung sagte zum unabhängigen chinesischen Fernsehsender NTD aus New York: „Ein selbstinszenierter und durchgeführter Kampf gegen den Terrorismus könnte das chinesische Volk daran hindern, ähnlich wie die Ukrainer, gegen seine Regierung aufzustehen.“ Und China-Experte William Tell fügte hinzu: „Dies würde bedeuten, dass jede Widerstandsbewegung aus dem Volk keine Chance hat (…) Die Kommunistische Partei könnte ihre Unterdrückung in der edlen Verkleidung des Anti-Terror-Kampfs weiter fortsetzten.“