Hungerstreik dehnt sich aus – Gegenmaßnahmen von Chinas Regierung

Von 16. Februar 2006 Aktualisiert: 16. Februar 2006 21:45
Friedliche Proteste in zehn Provinzen und Gemeinden Chinas

Der bekannte chinesische Menschenrechtsanwalt Gao Zhisheng hat am 4. Februar zu einem Hungerstreik zur Wahrung der Menschenrechte in seinem Heimatland aufgerufen. In einer Art Kettenreaktion werden die Hungerstreiks nacheinander in den Provinzen ablaufen. Schon jetzt sind Tag und Name für den persönlichen Hungerstreik der Teilnahmewilligen auf der Webseite www.jueshi.org einzutragen und einzusehen.

Der Hintergrund für den Hungerstreik: Auf seine drei Offenen Briefe an die chinesische Führung, geschrieben Ende vorigen Jahres, hat Anwalt Gao keine Antwort erhalten. Er hatte Präsident Hu Jintao und Premier Wen Jiabao darin die niederschmetternden Ergebnisse seiner wochenlangen Recherchen über die Verfolgung und Folter von Christen und Falun Gong-Anhängern mitgeteilt und Präsident Hu Jintao und Premier Wen Jiabao zur Abkehr von dem derzeitigen Unrechts-Staat aufgerufen. 

In einem Interview mit dem Radiosender Sound of Hope am 14. Februar sagte Chinas berühmtester Anwalt, die Überwachung und Schikanen seitens der Behörden seien weiterhin sehr drastisch. Mehrere mit ihm befreundete Anwälte und Menschenrechtsaktivisten, mutige und demokratisch gesonnene Journalisten und Professoren stehen inzwischen unter Hausarrest, manche wurden zeitweise festgesetzt, manche vom Geheimdienst verprügelt. Anwalt Gao: “Gerade haben sie eine Aktion gegen diejenigen gestartet, die in den vergangenen Tagen an dem Hungerstreik teilgenommen haben. In Peking stehen jetzt Drei Viertel der Hungerstreiker unter Hausarrest. In Shanghai läuft eine Untersuchung, um  herauszufinden, wer teilgenommen hat und wer sich auf der Hungerstreik-Webseite eingetragen hat.“  “Sie haben damit begonnen, einzelne festzunehmen, zum Beispiel Ma Yalain. Herr Chen Qingshu aus der Stadt Hongzhou wurde vom örtlichen Büro für Öffentliche Sicherheit zur Vernehmung vorgeladen.  Hou Wenbao aus Fuzhou, Provinz Anhui, wurde auch zum örtlichen Büro für Öffentliche Sicherheit zum Verhör gebracht. Morgen wird die örtliche Polizei ihn nochmals zur Vernehmung bringen. Es handelt sich um eine groß angelegte, landesweite Kampagne zur Niederschlagung.“

Gao weiter: “Morgen wird es ein Hungerstreik in zehn Provinzen sein. Es soll damit gegen die Art der Behandlung von friedlichen Bittstellern protestiert werden, wir bedienen uns primitiver Methoden, um es zusammen mit denen durchführen zu können, die sich zu Hause für Recht und Gesetz einsetzen.“

Ab 6 Uhr morgens beginnen die Hungerstreiks zur gleichen Zeit in zehn Provinzen, darunter befinden sich laut Gao auch Peking, Shandong und Guangdong. Überall werden zwei Personen zugleich in Hungerstreik gehen, eine Ausnahme bildet Shanghai. Dort werden es 24 Personen sein, weil dort der Versuch der Niederschlagung besonders heftig war.

“Wenn sie weiterhin so stur mit ihren Methoden gegen uns vorgehen, werden wir einen Hungerstreik in zwanzig Provinzen machen,“ sagte Gao. „Die Regierung dreht völlig durch mit ihren Maßnahmen gegen den Hungerstreik, sie sind völlig außer Rand und Band geraten. Ich hoffe, dass man das in der Welt mit viel Aufmerksamkeit verfolgen wird.“

Ein Bericht dazu auf  Sound of Hope: http://soundofhope.org/programs/162/32792-1.asp

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